5 STEUERN UND REGELN MECHATRONIK-PROJEKT MIT SPASSFAKTOR JEDER WURF EIN VOLLTREFFER Studierende des praxisintegrierten Bachelorstudiengangs Mechatronik / Automation an der Hochschule Bielefeld (Campus Gütersloh) haben eine intelligente Dartscheibe entwickelt: Dank Bildverarbeitung und Antriebstechnik wird die Dartscheibe in Bruchteilen einer Sekunde nachgeführt. So trifft jeder Wurf automatisch in die Mitte, genau ins Bull’s Eye. Das ausgeklügelte mechatronische System kombiniert hochauflösende Kameras, dynamische und präzise Linearantriebe und die selbst entwickelte Applikationssoftware. Das Praxisprojekt wurde von namhaften Industriepartnern wie Beckhoff unterstützt.
STEUERN UND REGELN Ein kleiner Wackler, schon fliegt der Dart-Pfeil anders als beabsichtigt. „Egal“, sagt Felix Lütkebohle. Und tatsächlich: Der Pfeil trifft ins Schwarze, ins Bull’s Eye. Denn die Dartscheibe hat sich bewegt, hat sich in Sekundenbruchteilen so verschoben, dass der Pfeil genau in der Mitte landet. „Mechatronik macht’s möglich“, so Lütkebohle. Mechatronik / Automatisierung - so heißt auch der Bachelorstudiengang, den Lütkebohle am Campus Gütersloh der Hochschule Bielefeld (HSBI) absolviert hat. In sieben Semestern lernen die Studierenden, Wissen aus Maschinenbau, Elektrotechnik und Informatik zu verknüpfen und komplexe technische Systeme zu entwickeln. Der Studiengang ist praxisintegriert. Die Studierenden durchlaufen abwechselnd Theoriephasen an der Hochschule und Praxisphasen in einem kooperierenden Unternehmen, bei dem sie auch angestellt sind. In Lütkebohles Fall: Beckhoff Automation aus Verl. THEORIE UND PRAXIS VERKNÜPFEN „Die durchgängige Verknüpfung von Theorie und Praxis ist uns in beiden Phasen des praxisintegrierten Studiums sehr wichtig“, sagt Prof. Dr.-Ing. Thomas Freund, zuständig für das Lehrgebiet Elektrotechnik und Automatisierung am Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik der HSBI. Deshalb bearbeiten die Studierenden auch an der Hochschule immer wieder praktische Projekte. Die anspruchsvollste Aufgabe steht mit dem obligatorischen mechatronischen Projekt am Ende des Studiums an, und zwar in den beiden letzten Semestern. Ein solches ist das „Bull’s Eye“-Projekt. Lütkebohle schaut auf die Dartscheibe: „Eine echte Herausforderung!“ Verschiedene Technologien wie die Antriebstechnik und die Bildverarbeitung müssen miteinander kombiniert und optimal aufeinander abgestimmt werden. „Aber wann bekommt man noch einmal die Chance für so ein cooles, tolles Projekt?“, fragt Lütkebohle und nahm die Herausforderung mit einem vierköpfigen Team an. Das „Bull’s Eye“-Projekt unterscheidet sich nur thematisch von vergleichbaren Anforderungen in der Industrie. „Bei unseren Projekten geht es immer darum, die industrielle Arbeitsweise, sozusagen, zu simulieren“, erklärt Freund. Das heißt: Eigenständig und im Team zu arbeiten, Industrie-Komponenten zu verwenden und sämtliche Stufen des Projektmanagements zu durchlaufen. Das reicht von der Planung einschließlich des Lastenhefts, Gefährdungsanalyse, Zeit- und Budgetplanung über die Ausführung und Dokumentation bis hin zur Abnahme samt CE-Zeichen und Konformitätserklärung. TEAMWORK WIE IN DER INDUSTRIE Das Studierenden-Team hatte sich schnell gefunden. Neben Lütkebohle begeisterten sich auch Louis-Pierre Detemble, Linus Bröker und Jule Brede für das „Bull’s Eye“-Projekt. Bis auf Jule Brede, die ihr praxisintegriertes HSBI-Studium bei der Schüco International KG absolviert hat, sind alle Studierenden des Teams zugleich Mitarbeitende bei Beckhoff, ebenso wie die der Vorgänger-Teams. Vor allem das Zusammenspiel der verschiedenen Bereiche innerhalb des Projekts interessierte Brede: „Sie bauen auf einander auf und dürfen nicht separat gedacht werden. Um zum Beispiel eine vernünftige Bildverarbeitung zu implementieren, muss erst die Mechanik stehen.“ Brede konzentrierte sich auf den mechanischen Teil, Detemble und Bröker kümmerten sich um die Programmierung, und Lütkebohle übernahm zur Bildverarbeitung auch die Projektleitung. Dabei fing das Team nicht bei Null an: „Manche Projekte wie Bull’s Eye sind so aufwendig und umfassend, dass sie über mehrere Semester von mehreren Gruppen bearbeitet werden“, berichtet Freund. 01 Bildverarbeitende und mechatronische Komponenten mussten in der Dartmaschine perfekt aufeinander abgestimmt werden Die optimale Fremdbelüftung für drehzahlvariable Motoren in allen Anwendungsbereichen. www.wistro.com www.antriebstechnik.de antriebstechnik Marktübersicht 2026 31 Anzeige_10_25_sps_entschieden.indd 2 13.11.2025 16:42:53
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