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antriebstechnik 8/2025 - 1/2026

antriebstechnik 8/2025 - 1/2026

KOMPONENTEN UND

KOMPONENTEN UND SOFTWAREPREDICTIVE MAINTENANCEÜBERWACHUNGOHNE ZUBEHÖRMehr Effizienz, weniger Ausfälle – mit diesem Ziel vor Augen entwickelt StöberPredictive Maintenance konsequent weiter. Dazu haben die Antriebsspezialistenmehrere Ausbaustufen definiert: Sie überwachen den Antriebsstrangkontinuierlich und leiten basierend auf der Analyse der relevanten Prozess- undMaschinendaten Wartungsempfehlungen ab. Stöber verfolgt damit die Strategieeiner integrierten Lösung, die keine externe Sensorik oder Zubehör benötigt.Tim Lang, Abteilungsleiter System & Test bei Stöber, und sein Team fragten sich:„Wie gelingt es uns, mit Predictive Maintenance den Übergang von der reinenZustandsüberwachung zu einer realen zustandsorientierten Instandhaltung fürden Antriebsstrang zu schaffen?“ Denn um eine höhere Verfügbarkeit, wenigerInstandhaltungsaufwand und längere Lebenszyklen zu erreichen, wird die Vorhersehbarkeitfür Anwenderinnen und Anwender immer wichtiger. Um Fragen nach demGerätezustand zu beantworten, verfolgt Stöber einen dreistufigen Entwicklungsplan,dessen zweite Stufe aktuell umgesetzt wird.MODELLBASIERT ANALYSIERENIn der ersten Ausbaustufe erhielt der Anwender eine Predictive-Maintenance-Lösung,die den Getriebemotor eines Antriebssystems überwacht. Seine Lebensleistung wirdüber ein analytisches Modell berechnet und in der Software der Antriebsregler durchden sogenannten Lebensleistungsindikator ausgegeben – dabei handelt es sich umeinen Wert zwischen 0 und 100 Prozent. Ab einem Schwellwert von 90 Prozent empfiehltdie Software den Austausch des Getriebemotors und stellt diesen Hinweis auch einerSteuerung in Form eines auslesbaren Parameters zur Verfügung. Diese effiziente Lösungzur vorausschauenden Wartung erfordert keine externe Sensorik oder zusätzliche Verdrahtung.„In der zweiten Stufe wird das Rechenmodell um eine aktive Messung ergänzt“,beschreibt Tim Lang. Dazu integriert Stöber in sein System, das aus Getriebe,Motor, Kabel und Antriebsregler besteht, einen Beschleunigungssensor. Externe StromoderSpannungsquellen sind dabei nicht erforderlich. So können Lagersitze, Verzahnungenoder auch andere Antriebskomponenten gezielt überwacht werden. „DurchFrequenzanalysen können wir spektrumsbasiert auf sich ankündigende Schäden schlie-Silvia Feder, Head of Marketing bei Stöber Antriebstechnik, PforzheimDIE IDEE„Bei Stöber verfolgen wir einendreistufigen Entwicklungsplan fürPredictive Maintenance. Am Endesteht ein Antriebsstrang, der seinenZustand selbst erkennt und Daten inEchtzeit liefert. Schon jetzt könnenwir durch eine Kombination vonRechenmodell und Echtdaten aufsich ankündigende Daten schließen.Unter anderem sehen wir, ob einGetriebe bereits eingelaufen ist oderob sich Verspannungen und Defekteandeuten. Unsere Lösung istupdate-fähig, und wir entwickelnsie kontinuierlich weiter.“Tim Lang, Abteilungsleiter System &Test bei Stöber16 antriebstechnik 2025/08 www.antriebstechnik.de

KOMPONENTEN UND SOFTWAREAntriebsregler, Getriebemotoren, Kabel – der Anwendererhält Predictive Maintenance aus einer Handßen“, erklärt Tim Lang. „Aktuell befinden wir uns noch in der Prototypenphase.“Stöber arbeitet dabei eng mit der Dr. JohannesHeidenhain GmbH zusammen, um gemeinsam einen Getriebemotormit integriertem Beschleunigungssensor zu entwickeln.DAS ZIEL IM BLICK: SMARTER ANTRIEBSSTRANG„Wir haben unter anderem das analytische Modell verbessert unddie Datenbank auf über 80.000 Kombinationen aus Getriebe undMotoren erweitert“, sagt Tim Lang. Mit dem neuen LastMatrix-Analyzer, der in den kommenden Monaten verfügbar sein wird,können Kunden Last-Matrizen noch einfacher vergleichen, standardisierteReports erzeugen und auf Wunsch individuelle Auswertungenerstellen. Anwenderinnen und Anwender profitierenvon einer einfacheren Bedienung und einer verbesserten Visualisierung.Stöber wird künftig auch Funktionsbausteine und Beispielprogrammebereitstellen, mit denen sich die gewonnenenDaten – insbesondere die Last-Matrizen – auch über EtherCAToder Profinet auslesen lassen.Für den LastMatrixAnalyser bilden die Last-Matrizen eine solideDatenbasis, um reale Belastungssituationen zu erfassen. Damiteröffnet die zustandsorientierte Instandhaltung ein breites Spektruman Anwendungen, von der Erkennung von Auslegungs- undMontageeinflüssen bis hin zu aussagekräftigen Langzeitanalysen.Tim Lang: „Für jede Analyse der Last-Matrizen vergeben Anwenderinnenund Anwender einen Projektnamen. So lassen sicheinzelne Matrizen eindeutig benennen, beschreiben und mitallen relevanten Informationen für den Analysereport versehen.Der LoadMatrixAnalyzer selbst bietet mehrere zentrale Funktionen.Dazu gehört Darstellung von Lastfällen. Hier werden Drehmomentund Drehzahl am Getriebeabtrieb über die Zeit ineinem 3D-Diagramm visualisiert – Belastungssituationen werdenso auf einen Blick sichtbar.“Darüber hinaus können die Normgrenzen für Motor, Getriebeund Antriebsregler einzeln oder kombiniert eingeblendet werden.So wird unmittelbar sichtbar, ob sich bestimmte Lastbereiche innerhalbder zulässigen Werte bewegen oder ob Abweichungenauftreten, welche genauer betrachtet und individuell bewertetwerden müssen.Schließlich lassen sich die Ergebnisse direkt im Analyzer dokumentieren.Dort wird festgehalten, ob es sich etwa um eine unkritischeMomentbelastung handelt oder ob potenzielle Risiken füreinzelne Komponenten bestehen.Mit dem LoadMatrixAnalyzer lassen sich auch bis zu vier Last-Matrizen miteinander vergleichen. So wird deutlich, wie sichDrehzahl und Drehmoment über einen bestimmten Zeitraumverändert haben. „Das zeigt uns zum Beispiel, ob ein Getriebebereits eingelaufen ist oder ob sich Verspannungen und Defekteandeuten“, beschreibt Stöber Experte Lang. Die Analysen könnenanschließend standardisiert als Report im PDF-Format exportiertwerden.Tim Lang: „Für mich ist das Tool mehr als nur ein Hilfsprogramm– es ist eine eigenständige Software. Sie ist updatefähig,und wir entwickeln sie kontinuierlich weiter.“ Die nächstenSchritte: Stöber wird seine Predictive-Maintenance-Lösungenkünftig KI-gestützt ausbauen. Das Ziel ist ein smarter Antriebsstrang,der sowohl seinen eigenen Zustand erkennt als auch relevanteFelddaten in Echtzeit liefern kann.Bilder: Stöber Antriebstechnikwww.stoeber.deSlim PM trifft High Torque – das Power-Duo für Ihre Servomotoren. Dankidentischer Schnittstelleflexibel kombinierbar vonLow- bis High-Torque.SlimPM Linewww.kendrion.comKENDRION SOLUTIONSONE TECHNOLOGY –Das perfekte Duo.