Aufrufe
vor 1 Jahr

antriebstechnik 8/2019

antriebstechnik 8/2019

SPECIAL: ANTRIEBE FÜR

SPECIAL: ANTRIEBE FÜR WERKZEUGMASCHINEN LAGER UND LINEARTECHNIK FÜR WERKZEUGMASCHINEN DIE GESAMTANLAGENEFFEKTIVITÄT IM FOKUS Ob für die Spindel, Rundtische, Schwenkachsen oder die Vorschubachse – Schaeffler hat für sämtliche Subsysteme der Werkzeugmaschine vorteilhafte Lösungen im Portfolio. Diese präsentierte das Unternehmen der Fachpresse im Rahmen eines Workshops Ende Juni im Schwarzwald. Die OEE der Werkzeugmaschine steht im Zentrum des Handelns bei Schaeffler. Das wurde deutlich beim Fachpresseworkshop der Industrial-Automation- Sparte des Konzerns im Vorfeld der EMO. OEE steht für Overall Equipment Effectiveness, also die Gesamtanlageneffektivität. Diese setzt sich aus den Faktoren Verfügbarkeit, Produktivität/Leistungsfähigkeit und Qualität zusammen. Wie Komponenten, Lösungen und Services von Schaeffler die OEE einer Werkzeugmaschine positiv beeinflussen können, das haben wir in vier Punkten zusammengefasst. EMO 2019: Halle 7, Stand C46 Fotos: Aufmacher: Fotolia; sonst.: Schaeffler Technologies AG & Co. KG www.schaeffler.com 58 antriebstechnik 2019/08 www.antriebstechnik.de

SPECIAL: ANTRIEBE FÜR WERKZEUGMASCHINEN 1. PROZESSE IM BLICK FÜR HÖHERE EFFEKTIVITÄT Neu zur EMO 2019 präsentiert Schaeffler erstmals Schaeffler autinity-VC und autinity-Hub. Diese Softwarelösungen werden seit mehreren Jahren in der Schaeffler-Produktion erfolgreich eingesetzt und haben ihren großen Mehrwert unter Beweis gestellt. autinity-VC ist ein innovatives Frühwarn system für Produktionsprozesse in der spanenden Fertigung. Es überwacht und analysiert komplette Bearbeitungsprozesse auf Basis von Schwingungen. Mit dieser Prozessüberwachung realisieren Betreiber bspw. eine bessere Ausnutzung der Werkzeugstandzeiten, verringern den Ausschuss und die Stillstandzeiten. Mit autinity-Hub steht Betreibern ein universelles Softwaretool zur Verfügung, das es ihnen ermöglicht, Betriebsdaten aller Art zu erfassen, auszuwerten, zu visualisieren, automatisch Reports und vieles mehr zu generieren. autinity-VC und autinity-Hub sind ursprünglich aus dem von Schaeffler 2017 erworbenen Chemnitzer IT-Unternehmen autinity hervorgegangen. Das Unternehmen wird als Schaeffler Digital Solutions weitergeführt. Aufgrund der nachweisbaren, positiven Effekte der autinity-Software auf die Produktivität und die Maschinenverfügbarkeit innerhalb der Schaeffler-Produktion war es eine logische Konsequenz, diese nun auch dem breiten, industriellen Markt 01 autinity-VC ist ein Früh - warnsystem für Produktionsprozesse in der spanenden Fertigung anzubieten. Das strategische Geschäftsfeld „Industrie 4.0“ entwickelt branchenspezifische Lösungspakete, um Leistungsreserven entlang des gesamten Produktlebenszyklus von Maschinen und Anlagen auszuschöpfen. Während Überwachungslösungen bislang als Mittel für eine vorausschauende Instandhaltung verstanden wurden, dienen sie zunehmend auch für eine effizientere Produktion, um z. B. die Maschinenauslastung zu maximieren, eine höhere Bearbeitungsqualität zu erreichen und weniger Ausschuss zu produzieren. 2. MEHR LEISTUNG UND PRÄZISION Speziell für Runddrehtische in Fräsmaschinen ist die Marktforderung nach größeren Drehzahlen ohne Einbußen an Steifigkeit ungebrochen. Daher optimierte Schaeffler seine bewährten Rundtischlager YRT mit einem neuen Kunststoffkäfig, einem massiveren Lagerring sowie einer neuen Wälzkörpergeometrie. Die Lager der daraus entstandenen Nachfolge-Baureihe YRTC X-life bieten Betreibern von Werkzeugmaschinen im Vergleich zur Serie YRT bis zu 80 % höhere Drehzahlen und bis zu 20 % mehr Kippsteifigkeit. Betreiber realisieren so mehr Zerspanungsleistung bei gleichzeitig höherer Präzision. Optional sind die neuen X-life YRTC-Rundachslager auch mit einem lagerintegrierten Winkelmesssystem lieferbar (YRTCMA). Die Maßverkörperung wird auf den hochgenau rund laufenden Innenringbund aufgebracht und ist somit konstruktiv in die Lagerebene gelegt. Diese Anordnung erreicht bei Verkippungen des Tisches die größtmögliche Messgenauigkeit. Um auch bei der Montage des Messsystems einen USP bieten zu können, konstruierte Schaeffler Industrial Drives den Lesekopf so, dass eine Justage desselben entfallen kann. Durch die Integration des Messsystems in das Rundtischlager entfallen zudem teure, geschliffene Anbindungsteile. Die Forderung nach höherer Fertigungspräzision und niedrigeren Geräuschen treibt die Entwicklung von Torquemotoren mit möglichst geringeren Störquellen und möglichst geringer Verlustleistung voran. Denn je geringer diese sind, desto weniger Aufwand muss der Maschinenhersteller betreiben, die daraus entstehenden Abweichungen in der Steuerung auszugleichen. Um diese Abweichungen z. B. im Schleifprozess von Verzahnungen aufgrund von Cogging und Rastmomenten auf nahezu Null zu reduzieren, entwickelte Schaeffler Industrial Drives die SRV- und HSRV-Motoren. Sie verfügen über eine doppelte Motorstruktur, bei der sich die jeweils gegenüberliegenden radialen magnetischen Störkräfte gegenseitig aufheben. Dadurch wird ein Verkippen der Drehachse im Mikrometer-Bereich von vornherein verhindert. Der positive Effekt auf die Fertigungsqualität wird noch dadurch verstärkt, dass die Motoren aufgrund der kaum vorhandenen Störkräfte eine verhältnismäßig geringe Lagervorspannung benötigen. Im Betrieb erzeugt das Lager dadurch weniger Reibungswärme, wodurch die Lagervorspannung und Lagersteifigkeit geringeren Schwankungen unterliegen. Die kombinierte Dreh-Fräs-Bearbeitung ist vor allem durch exakt bahntreue Konturen und im Dreh-Modus durch große Drehzahlen gekennzeichnet. Für dieses Segment wurden die Motoren der Baureihe RKI auf den Markt gebracht. Der Entwicklungsschwerpunkt war in diesem Fall, das typischerweise niedrige Drehzahlspektrum der Torquemotoren nach oben zu erweitern, ohne das Drehmoment reduzieren zu müssen. Die RKI-Motoren verfügen hierfür über eine Zahnspulenwicklung und geblechte Rotoren zur Reduzierung der Wirbelstromverluste. 02 Das X-life Axial-Radial-Zylinderrollenlager YRTCMA mit lagerintegriertem absoluten Messsystem www.antriebstechnik.de antriebstechnik 2019/08 59

Aktuelle Ausgabe

Aktuelle Ausgabe