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antriebstechnik 7/2022

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antriebstechnik 7/2022

SPECIAL: HEAVY DUTY Im

SPECIAL: HEAVY DUTY Im Pumpwerk Oberhausen gibt es zwei Blöcke mit einer Förderleistung von jeweils bis zu 5 x 16.500 l/s SCHWERLASTKUPPLUNG RENATURIERUNG DURCH ENGINEERING 2021 endete mit der Renaturierung der Emscher eines der spektakulärsten Projekte zur ökologischen Umgestaltung eines völlig zerstörten Flusssystems. Das Generationenprojekt beweist, dass mit interdisziplinärer Ingenieurskunst verloren geglaubter Lebensraum wiederzugewinnen ist – ein Vorbildprojekt, das ohne Pumpen mit schützenden Kupplungen nicht durchführbar gewesen wäre. Sina Odenwald, Marketing-Referentin bei der R+W Antriebselemente GmbH, Wörth am Main Um Deutschlands schmutzigsten Fluss von Abwässern zu befreien, wurde ein gigantischer unterirdischer Abwasserkanal errichtet. Der Abwasserkanal Emscher (AKE) verläuft auf einer Länge von 51 Kilometern von Dortmund bis Dinslaken und liegt dabei bis zu 40 Meter unter der Erde. Insgesamt wurden 85 km Flusslauf von der Quelle bis zur Mündung plus 320 Kilometer an Nebenläufen naturnah umgestaltet. Start des 5,5 Mrd. Euro schweren Projekts war bereits 1992, nach beinahe 30 Jahren Bauzeit konnte das zu den größten Infrastrukturprojekten Europas zählende Bauvorhaben im vergangenen Jahr vollendet werden. In Gelsenkirchen, Bottrop und Oberhausen gibt es drei Groß-Pumpwerke, die Abwasser punktuell wieder heben und Klärwerken zuführen. Die Pumpen haben eine Förderleistung von bis zu 16.500 l/s. Unerlässlich sind dabei Kupplungen, die den Antrieb bei plötzlich auftretenden Überlastungen trennen, damit Turbinen und Antriebswellen langfristig ohne Schaden bleiben, wenn große Fremdkörper wie Holzstücke in die Laufräder der Pumpen geraten. Dann müssen gewaltige Verbindungen in Millisekunden getrennt werden, um einen Totalschaden zu verhindern. Aber auch vermeintlich kleine Teile wie Toilettenpapier, Feuchtpapier oder Hygieneartikel können die Pumpen lahmlegen, wenn sie zur von Abwasserspezialisten gefürchteten Zopfbildung führen. 36 antriebstechnik 2022/07 www.antriebstechnik.de

SPECIAL: HEAVY DUTY MECHANIK SCHLÄGT ELEKTRONIK Einer, der sich mit der Lösung solcher Probleme auskennt, ist Christopher Monka. Der Senior Account Manager von R+W Antriebselemente hat das Kupplungsprojekt im Pumpwerk Oberhausen betreut und betont die Notwendigkeit mechanischer Schutzeinrichtungen: „Kommt es zu einer plötzlichen Blockade, schützt die Kupplung die Pumpe, den Motor und den gesamten An- und Abtrieb vor einer Drehmomentüberlast.“ In Oberhausen geschieht dies mechanisch durch Tellerfedern, die eine axiale Kraft auf Kugeln ausüben. Diese Kugeln sitzen auf der Abtriebsseite in einem entsprechenden Passungssitz. „Sobald die Tangentialkraft auf die Kugeln, zu groß wird, sodass die Tellerfeder diese nicht mehr im Kugelsitz halten kann, rutschen die Kugeln in das Sicherheitssegment. Die Kupplung löst die Verbindung und der Kraftfluss ist entkoppelt“, erklärt Monka. Dies geschehe binnen 10 bis 15 ms. Eine rein elektronische Überwachung des Motorstroms, mit Abschaltautomatik bei Überlast im Ernstfall, sei aufgrund der 01 02 01 Sicherheitskupplung der industriellen Baureihe STR/25 in Standardausführung 02 Das federvorgespannte Kugelrastprinzip (hier: Querschnitt der Kupplung STR, Standard) erlaubt, das Ausrückmoment der Kupplung sehr genau einzustellen und den Antriebsstrang sofort nach dem Auslösen wieder ohne Ersatzteile zu schließen www.antriebstechnik.de antriebstechnik 2022/07 37