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antriebstechnik 6/2026

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FORSCHUNG UND

FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG Die Anforderungen der MVO lassen sich besonders durch Safety- Architekturen erfüllen, bei denen sicherheitsrelevante Funktionen nicht allein von softwarebasierten Berechnungen im Antrieb abhängen - etwa durch physikalisch unabhängige Überwachung (SafeOne) oder deterministische Safety-Logik außerhalb des Antriebs (SafeLine Vario). In beiden Fällen bleiben Sicherheitsfunktionen auch bei Softwarefehlern oder Manipulationsversuchen wirksam. Im Kontext des CRA reduziert die Auslagerung sicherheitsrelevanter Funktionen aus der updategetriebenen Antriebssoftware den Umfang sicherheitskritischer Software im Antrieb. Da die Safety-Funktion im Betrieb nicht durch laufzeitveränderliche Software beeinflusst wird, entfällt der Bedarf regelmäßiger Updates im sicherheitskritischen Pfad. Das senkt den Aufwand im Security-Lifecycle-Management und begrenzt den CRA-Scope des Antriebs gezielt. 03 Software-stabile Safety-Architekturen entkoppeln sicherheitsrelevante Funktionen vom dynamischen Software-Lifecycle moderner Antriebe und schaffen stabile, nachvollziehbare Systemgrenzen n keine dynamische Änderung der Sicherheitsfunktion im Betrieb n keine Abhängigkeit von Netzwerkkommunikation oder Firmware-Updates des Antriebs n eigenständige sicherheitsgerichtete Entscheidungsfindung n sensorlose Überwachung von Drehzahl/Stillstand/Drehrichtung sowie sichere Phasen- und Spannungsüberwachung So entsteht ein physikalisch unabhängiger Sicherheitskanal, der auch bei Softwarefehlern, Fehlparametrierung oder unerwartetem Antriebsverhalten wirksam bleibt. Während SafeOne auf der Ebene der physikalischen Zustandsüberwachung ansetzt, adressiert SafeLine Vario die strukturierte Umsetzung sicherheitsgerichteter Logik. Die modulare, sichere Kleinsteuerung realisiert eine zentrale Safety-Logik außerhalb des Antriebs und verarbeitet Ergebnisse unterschiedlicher Safety-Bausteine sowie klassische Safety-Signale (zum Beispiel Not- MVO UND CRA BESCHLEUNIGEN DEN STRUKTURELLEN WANDEL Halt, Schutztüren, Lichtgitter). So lassen sich mehrere Antriebe oder Maschinenbereiche zuverlässig abschalten oder freigeben. Die Logik wird grafisch parametriert und anschließend statisch und zyklisch ausgeführt; im Betrieb erfolgt keine laufzeitgetriebene Veränderung. Charakteristisch sind: n zentrale Umsetzung sicherheitsgerichteter Logik außerhalb des Antriebs n deterministisches, zyklisches Laufzeitverhalten n softwareparametrierte, aber im Betrieb statische Safety-Logik n klare Trennung zwischen Antriebsfunktion und Sicherheitsentscheidung BEITRAG ZUR UMSETZUNG VON MVO UND CRA STRATEGISCHE IMPLIKATIONEN FÜR ANTRIEBS- HERSTELLER Durch die klare Trennung zwischen software-stabilen Safety- Funktionen und updategetriebener Antriebssoftware lassen sich Safety- und Firmware-Varianten weitgehend entkoppeln. Sicherheitsfunktionen müssen nicht mehr für jede Firmware-Variante separat bewertet oder nachgewiesen werden, was das Plattformund Variantenmanagement erheblich vereinfacht. Das erhöht die Planungssicherheit über den gesamten Lifecycle und verbessert die Argumentationsfähigkeit gegenüber Marktaufsicht, Benannten Stellen und Kunden, da Systemgrenzen klar definiert sind. Safety entwickelt sich damit vom isolierten Funktionsthema zu einem strategischen Architekturbaustein. ZUSAMMENARBEIT IM ÖKOSYSTEM Die volle Wirkung entfalten diese Ansätze erst im Zusammenspiel von Maschinenbauern, Integratoren, Antriebsherstellern und Safety-Anbietern. Der Maschinenbauer trägt weiterhin die Verantwortung für Risikobeurteilung, Sicherheitskonzept und CE-Konformität; neu ist sein stärkeres Interesse an langfristig stabilen Sicherheitsfunktionen. Der Antriebshersteller wird zum Architektur-Enabler: Durch Auslagerung sicherheitsrelevanter Überwachungsfunktionen begrenzt er den CRA-Scope seiner Firmware und bietet robuste, regulatorisch abgrenzbare Lösungen. Safetyanbieter schaffen mit software-stabilen Systemen einen physikalisch und logisch unabhängigen Sicherheitskanal. Integratoren geben den Rahmen auf Anlagenebene vor und haben gesteigertes Interesse an einheitlichen, herstellerunabhängigen Safety-Konzepten. FAZIT MVO und CRA markieren nicht nur einen regulatorischen Einschnitt, sondern beschleunigen einen strukturellen Wandel in der Zusammenarbeit der Beteiligten. Sicherheit lässt sich unter zunehmender Softwaredurchdringung, Vernetzung und Updatepflicht nicht mehr isoliert auf Komponenten- oder Firmware- Ebene beherrschen. Software-stabile Safety-Architekturen entkoppeln sicherheitsrelevante Funktionen vom dynamischen Software-Lifecycle moderner Antriebe und schaffen stabile, nachvollziehbare Systemgrenzen. Mit software-stabilen, physikalisch unabhängigen Safety-Systemen wie SafeOne und SafeLine Vario unterstützt Dina Elektronik das Zusammenspiel der Akteure dabei, funktionale Sicherheit, Cyber-Resilienz und wirtschaftliche Produktpflege in Einklang zu bringen. Sicherheit wird so vom potenziellen Innovationshemmnis zu einem stabilen Fundament für zukunftsfähige, digitalisierte Antriebssysteme. Bilder: DINA Elektronik GmbH www.dina.de 40 antriebstechnik 2026/06 www.antriebstechnik.de

MARKTPLATZ KLEINSTEUERUNG JETZT MVO-KONFORM Mit der konfigurierbaren sicheren Kleinsteuerung PNOZmulti 2 können Anwender ab sofort die Anforderungen der Maschinenverordnung (EU) 2023/1230 (MVO) umsetzen. Das von TÜV Süd als unabhängiger Prüfstelle ausgestellte EU-Baumusterprüfzertifikat nach Artikel 25 bestätigt die Erfüllung dieser Anforderungen. Die MVO verlangt, dass Sicherheitsrisiken systematisch identifiziert und reduziert werden, zum Beispiel durch Risikobeurteilung und Sicherheitskonzepte. Besonders bei Sicherheitskomponenten wie Kleinsteuerungen ist das entscheidend, da sie direkt zur Unfallvermeidung beitragen. Diese Sicherheitsbauteile sind in der Maschinenverordnung ausdrücklich definiert und besonders relevant, weil sie eigenständig sicherheitsrelevant sind, unabhängig von der Gesamtmaschine bewertet werden müssen und eine eigene CE-Kennzeichnung benötigen. Durch die Zertifizierung profitieren die Anwender: Sie können zuverlässig nachweisen, dass PNOZmulti 2 die Anforderungen der MVO an Sicherheitsbauteile erfüllt. Das reduziert für Maschinenbauer und Inverkehrbringer den Abstimmungsaufwand und erhöht die Planungssicherheit. Darüber hinaus erhält die Maschine ihre CE-Kennzeichnung schneller. www.pilz.de TRENNTRANSFORMATOREN FÜR DEN EIGENBEDARF Steigende Spannungsniveaus in PV-Parks, Trafostationen und Batteriespeichersystemen stellen neue Anforderungen an die Eigenbedarfsversorgung. Neben den etablierten Netzspannungen von 480 Vac und 690 Vac kommen zunehmend auch 800-Vac-Systeme zum Einsatz. Für Messstellen, Steuerungen und weitere Verbraucher werden jedoch weiterhin Versorgungsspannungen von 400 Vac oder 230 Vac benötigt. Für diese Anwendungen entwickelt Block Transformatoren-Elektronik GmbH maßgeschneiderte Trenntransformatoren, die auf die jeweiligen Anforderungen moderner Energieanlagen abgestimmt sind. Die Lösungen ermöglichen durch gezielte Spannungsanpassung eine sichere und normgerechte Umsetzung der Eigenbedarfsversorgung und lassen sich flexibel in bestehende Anlagenkonzepte integrieren. Je nach Anwendung realisiert Block Komplettlösungen mit Gehäusen in Schutzart IP23 oder IP54, integrierter Primär- und Sekundärabsicherung, NH-Trennern oder Leistungsschaltern sowie von außen zugänglichen Hauptschaltern. www.block.eu IMPRESSUM erscheint 2026 im 65. Jahrgang, ISSN 0722-8546 / ISSN E-Paper: 2747-7991 REDAKTION Chefredakteur: Miles Meier (mm), Tel.: 06131/992-208, E-Mail: m.meier@vfmz.de (verantwortlich i.S.d. § 18 Abs. 2 MStV / i.S.d. Presserechts) Redakteur/innen: Felix Berthold, M.A. (be), Dipl.-Ing. (FH) Inga Ronsdorf (iro), Daniel Schilling, M.A. (dsc), Dipl.-Ing. Manfred Weber (MW) Redaktionelle Mitarbeit: Dipl.-Geogr. Martina Laun (ml) Content-Managerin: Petra Weidt, Tel.: 06131/992-371, E-Mail: p.weidt@vfmz.de (Redaktionsadresse siehe Verlag) GESTALTUNG Anette Fröder, Sonja Daniel SALES Auftragsmanagement: Nevenka Islamovic Tel.: 06131/992-113, E-Mail: n.islamovic@vfmz.de Melanie Lerch, Tel.: 06131/992-261, E-Mail: m.lerch@vfmz.de Anzeigenpreisliste 2026, gültig ab 01.10.2025 LESERSERVICE VU.SOLUTIONS GmbH & Co. KG, Große Hub 10, 65344 Eltville, Tel.: 06123/9238-266 Bitte teilen Sie uns Anschriften- und sonstige Änderungen Ihrer Bezugsdaten schriftlich mit (Fax: 06123/9238-267, E-Mail: vfv@vertriebsunion.de). Preise und Lieferbedingungen: Einzelheftpreis: € 16,50 (zzgl. Versandkosten) Jahresabonnement Inland: € 160,- (inkl. Versandkosten) Jahresabonnement Ausland: € 175,- (inkl. Versandkosten) Abonnements verlängern sich automatisch um ein weiteres Jahr, wenn sie nicht spätestens vier Wochen vor Ablauf des Bezugsjahres schriftlich gekündigt werden. 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