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antriebstechnik 6/2026

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LINEARTECHNIK

LINEARTECHNIK PLANUNGSSICHERHEIT WEGE ZUR PASSENDEN LINEAREINHEIT Lineareinheiten gehören zu den zentralen Funktionsbausteinen moderner Maschinen. Doch die Auswahl des passenden Antriebssystems, die sichere Auslegung und die Integration in bestehende Anlagen stellen viele Unternehmen vor komplexe Entscheidungen. Digitale Tools, modulare Baukastensysteme und intelligente Motorlösungen können diese Prozesse deutlich vereinfachen. Lineartechnik ist heute vielseitiger und anspruchsvoller denn je. Anwendungen reichen von einfachen Verfahraufgaben über Pick-and-Place-Prozesse bis hin zu hochdynamischen Systemen. Besonders die Planung und Konfiguration von Lineareinheiten ist dabei ein Bereich, in dem Komplexität und Zeitaufwand schnell unterschätzt werden. Hinzu kommt, dass eine ungenaue Auslegung häufig zu überdimensionierten und damit unnötig teuren Antriebssystemen führt - eine sorgfältige Betrachtung der tatsächlichen Anforderungen ist daher nicht nur technisch sinnvoll, sondern auch wirtschaftlich entscheidend. Die Auswahl des passenden Antriebssystems ist einer der zentralen Schritte bei der Planung von Lineareinheiten. Hinter der scheinbar einfachen Aufgabe, einen Schlitten von A nach B zu bewegen, verbergen sich zahlreiche technische und wirtschaftliche Abwägungen. Belastungen, Geschwindigkeiten, Präzisionsanforderungen, Platzverhältnisse und die Steuerungsumgebung beeinflussen gleichermaßen, welcher Antriebstyp geeignet ist. Zudem müssen Unternehmen entscheiden, wie viel Engineering- Aufwand sie in Aufbau, Verkabelung und Inbetriebnahme investieren wollen oder können. Servomotoren kommen vor allem dann zum Einsatz, wenn hohe Dynamik sowie präzise Regelung gefordert sind und komplexe Bewegungsprofile vorliegen. AUSWAHL DES PASSENDEN ANTRIEBSSYSTEMS Sie bieten eine hohe Leistung bei kompaktem Bauraum, sind aber in der Einrichtung anspruchsvoll, denn die Abstimmung von Motor, Steuerung und Sensorik ist technisch komplex. Motor, Motorsteuerung und Logiksteuerung sind getrennte Komponenten, die miteinander verbunden und parametriert werden müssen. Vor allem kleinere Unternehmen stehen hier vor zusätzlichen Herausforderungen, da für solche Aufgaben nicht immer Anja Ehrmann, Senior Contentwriter bei additiv spezifische Automatisierungskenntnisse vorhanden sind. Für weniger komplexe Anwendungen bieten Schrittmotoren daher eine praktikable Alternative. Sie sind kosteneffizient, lassen sich präzise ansteuern und ohne großen Aufwand einbinden. Die Integration aller notwendigen Funktionsbausteine in ein einziges Gerät vereinfacht die Anwendung deutlich. Genau hier setzt der neue Schrittmotor von Item an. Er vereint Motor, Motorsteuerung und Logiksteuerung in einem kompakten Gehäuse und reduziert damit den Installationsund Verkabelungsaufwand erheblich. „Externe Steuerungen werden nicht mehr benötigt, da sowohl die Steuerungs- als auch EXTERNE STEUERUNGEN SIND NICHT MEHR NOTWENDIG die Logikfunktionen bereits integriert sind“, sagt Oliver Lange, Produktmanager für Automation bei Item. „Über digitale Einund Ausgänge kann der Motor problemlos mit Sensoren, Endschaltern oder Tastern verbunden werden. Die Inbetriebnahme erfolgt mithilfe der dazugehörigen Software.“ Als Plug-and-Play- Komponente lässt sich der integrierte Motor perfekt mit den Item-Linear einheiten verbinden. Dieser Ansatz erleichtert den Einstieg in die Automatisierung und ermöglicht es, einfache Bewegungsabläufe ohne tiefes elektrotechnisches Wissen umzusetzen. SOFTWAREUNTERSTÜTZUNG BEI AUSLEGUNG UND INBETRIEBNAHME Die Konfiguration einer Lineareinheit erfordert eine Vielzahl technischer Entscheidungen, die präzise aufeinander abgestimmt sein müssen. Lastfälle, Beschleunigungen, Führungsvarianten, Antriebskonzepte und Zubehör beeinflussen sich gegenseitig - und schon kleine Abweichungen können zu Überdimensionierungen, Fehlbelastungen oder unnötigem Pro- 16 antriebstechnik 2026/06 www.antriebstechnik.de

LINEARTECHNIK jektaufwand führen. Digitale Werkzeuge gewinnen deshalb immer stärker an Bedeutung, weil sie diese Komplexität besser bewältigen können und gleichzeitig weniger Fehler machen. Mit dem Item MotionDesigner steht Anwendern ein Tool zur Verfügung, das die Auslegung vollständig unterstützt und dabei tausende mögliche Kombinationen berücksichtigt. Anwender definieren zunächst die Anforderungen ihrer Transportaufgabe - beispielsweise Masse, Taktzeit, Geschwindigkeit oder Einbaulage. Auf dieser Basis ermittelt die Software die passende Lineareinheit, empfiehlt eine geeignete Antriebstechnologie und stellt eine vollständige Stückliste zusammen. Die Berechnungen erfolgen automatisch und berücksichtigen sowohl Leistungsdaten als auch mechanische Randbedingungen. Damit erhalten auch Anwender ohne fundierte Berechnungserfahrung eine technisch optimale Lösung, die exakt auf die jeweilige Aufgabe zugeschnitten ist. Ein weiterer Vorteil liegt in der durchgängigen Nutzung der Konfigurationsdaten. Die im MotionDesigner erstellten Werte können auch direkt für die Inbetriebnahme genutzt werden, sodass keine erneute Eingabe von Parametern erforderlich ist. Die Parameter der verwendeten Komponenten lassen sich einfach importieren. Hier setzen die Programme Item MotionSoft und Item MotionSoftStepper an. Sie nutzen die zuvor definierten Daten und führen Schritt für Schritt durch den Inbetriebnahmeprozess. Besonders in Kombination 01 Mit den modularen Systembaukästen lassen sich Linearführungen, Antriebskomponenten, Getriebe, Motoren und Zubehör miteinander kombinieren mit dem integrierten Schrittmotor vereinfacht dies die Einrichtung erheblich: Bewegungsprofile lassen sich schnell testen, Parameter werden automatisch abgestimmt und der Zeitaufwand reduziert sich auf ein Minimum. Durch die enge Verzahnung beider Programme entsteht ein durchgängiger Workflow von der Auslegung bis zur Inbetriebnahme. Unternehmen profitieren dabei nicht nur von einer deutlich reduzierten Komplexität, sondern auch von kürzeren Projektlaufzeiten. 02 Anwender definieren die Schritte des Fahrprofils, um den Prozess abzubilden www.antriebstechnik.de antriebstechnik 2026/06 17