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antriebstechnik 6/2026

antriebstechnik 6/2026

LINEARTECHNIK TITEL

LINEARTECHNIK TITEL Stefan Niermann, Leiter Geschäftsbereich Drylin Linear- und Antriebstechnik bei Igus Michael Hornung, Produktmanager International bei Igus 10 antriebstechnik 2026/06 www.antriebstechnik.de

TITEL LINEARTECHNIK SCHMIERFREI, LEICHT, BERECHENBAR „JETZT HABEN WIR ES!“: WIE IGUS NEUE WEGE GEHT Von Maschinenhauben über Rechenzentren bis zu Hygienebereichen: Lineartechnik soll zuverlässig funktionieren, auch nach langen Stillstandszeiten und unter anspruchsvollen Bedingungen. Stefan Niermann, Leiter Geschäftsbereich Drylin Linear- und Antriebstechnik bei Igus, sowie Michael Hornung, Produktmanager International, berichten im Interview über neue Rollenführungen, digitale Lebensdauerberechnung und den wachsenden Bedarf an integrierten Antrieben. Herr Niermann, was sind aktuell die Herausforderungen für Konstrukteure in der Lineartechnik? Mit welchen Problemen kommen die Kunden auf Sie zu? NIERMANN: Es geht letztlich viel um Komfort, den unsere Kunden ihren Endanwendern zur Verfügung stellen wollen. Genau dort ergeben sich sehr oft Anwendungsfälle für Lineartechnik. Ob es Sitze sind, die sich automatisch an die Person anpassen, oder Kaffeemaschinen, in denen der Becher immer exakt angefahren wird: Im Kern stehen fast überall angetriebene Linearachsen. Die klassischen Anforderungen bleiben dabei bestehen - schmierfrei, preiswert, leicht, wartungsarm. Und in den letzten Jahren ist eine ganz konkrete Anforderung an uns immer lauter geworden: der Wunsch nach Rollenführungen. Danach werden wir zum Teil schon seit Jahren gefragt. HORNUNG: Konstrukteure stehen unter hohem Zeitdruck und müssen Entwicklungsprozesse beschleunigen. Entsprechend wichtig ist die Berechenbarkeit der Haltbarkeit der eingesetzten Komponenten bei der Auswahl. Über unseren Online-Konfigurator können Kunden die Lebensdauer und Leistungsdaten ver- schiedener Lösungen bereits in der Konstruktionsphase simulieren und vergleichen. So erhalten sie schnell eine belastbare Entscheidungsgrundlage und können die technisch und wirtschaftlich optimale Komponente auswählen. Auf der Hannover Messe haben Sie die Drylin C-Rollenführung vorgestellt. Warum setzt Igus, das jahrelang mit dem Claim „Gleiten statt Rollen“ unterwegs war, nun auf Rollen? NIERMANN: Das war tatsächlich ein Thema, über das wir uns im Vorfeld viele Gedanken gemacht haben. Natürlich haben wir damit gerechnet, dass man uns auf diesen scheinbaren Widerspruch ansprechen würde. Tatsächlich ist das aber kaum passiert. Der Bedarf an Rollenführungen im Markt ist enorm. Wir haben uns die Frage gestellt: Wie können wir Rollenführungen auf unsere Art umsetzen? Mit Metall sicher nicht. Wir haben natürlich konsequent auf Hochleistungskunststoffe gesetzt. So bleiben die typischen Igus-Vorteile erhalten: geringes Gewicht, Korrosionsfreiheit, Schmiermittelfreiheit und ein großer Variantenreichtum. Herausgekommen ist unsere Drylin C-Rollenführung als eine wirtschaftliche und leistungsfähige Lösung, die technisch konkurrenzfähig ist. Das wird sowohl von unseren Kunden als auch vom Wettbewerb anerkannt. DREI ROLLEN FÜR RUHIGEN LAUF Die Drylin C-Rollenführung nutzt neben zwei auf einer Höhe verbauten Rollen eine weitere, dritte Rolle, die sich mit einer Stellschraube so adjustieren lässt, dass kein Spiel mehr auftritt. Die Drylin C-Linearführung setzt auf Rollen aus Hochleistungskunststoff, die besonders geräusch- und vibrationsarm laufen. Die Drehbewegung erfolgt über ein Kugellager, das in Kombination mit dem Rollendurchmesser einen extrem niedrigen Reibwert von µ = 0,05 ermöglicht. Die Rollen sorgen für minimale Bedien- und Verschiebekräfte bei Lasten bis zu 20 kg pro Schlitten. Die gesamte Führungsschiene arbeitet schmierfrei und kann auch in hygienesensiblen Umgebungen genutzt werden. Eine Besonderheit der Drylin C-Rollenführung ist es, dass Igus nahezu jeden Biegeradius ab 500 mm aufwärts realisieren kann. www.antriebstechnik.de antriebstechnik 2026/06 11