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antriebstechnik 4/2021

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antriebstechnik 4/2021

SPECIAL: HANNOVER MESSE

SPECIAL: HANNOVER MESSE 2021 DIGITAL EDITION TRACK-SYSTEME INDIVIDUELLE MASSENPRODUKTION AUF NEUEN WEGEN B&R macht die Magnetschwebe technologie für die Fertigung und Intralogistik nutzbar. Mit individuell bewegbaren Track-Systemen sollen die bisherigen Grenzen stationärer und sequenzieller Produktionsabläufe durchbrochen und Stellflächen eingespart werden. Stefan Hensel ist Unternehmens redakteur bei der B&R Industrial Automation GmbH in Eggelsberg, Österreich Förderbänder, Rundtische oder Transportkarusselle – vielzählig sind die technischen Systeme, um Produkte in oder zwischen Bearbeitungsstationen zu transportieren. Eines ist jedoch allen gemein: Sie leisten keinen Beitrag zum eigentlichen Fertigungsprozess. Ganz im Gegenteil: Sie benötigen Platz und verringern so den Output pro m2 Stellfläche. „Der Produkttransport ist ein notwendiges Übel für Maschinen- und Anlagenbauer“, bringt es Dario Rovelli, Experte für mechatronische Systeme bei B&R, auf den Punkt. Neben dem hohen Platzverbrauch hat der konventionelle Produkttransport einen zweiten schwerwiegenden Nachteil: Er macht die Maschine unflexibel. Es war Henry Ford, der der industriellen Massenproduktion per Förderband und einem strikten Produktionstakt zum Durchbruch verholfen hat. Doch was einst die Industrie deut- 54 antriebstechnik 2021/04 www.antriebstechnik.de

lich produktiver machte, ist nun zum Hindernis geworden. Rovelli: „Um den aktuellen Anforderungen mit ständig wechselnden und immer individuelleren Produkten gerecht zu werden, müssen wir den unflexiblen Produktionstakt loswerden.“ Neue Technologien haben die Produktion in den vergangenen Jahren merklich flexibler gemacht, allen voran Track-Systeme wie Supertrak und Acopostrak von B&R. Sie können jedes Produkt individuell bewegen und auch als eigenständige Achse bei Bearbeitungsstationen eingesetzt werden. Zudem lassen sich Produktströme bei vollem Tempo trennen und wieder zusammenführen. Das Besondere ist, dass Track-Systeme asynchrone Prozesse synchronisieren. Das bedeutet: Die Produktionsgeschwindigkeit muss sich nicht mehr nach der langsamsten Bearbeitungsstation richten. Langsame Prozesse werden einfach parallelisiert und machen die Maschine ohne große Investitionen wesentlich produktiver. PRODUKTIONSABLÄUFE FREI GESTALTEN „Track-Systeme ermöglichen es erstmals, die individuelle Massenproduktion wirtschaftlich umzusetzen“, sagt Rovelli. Und zwar dort, wo es eine klare Abfolge verschiedener Prozessschritte gibt, die flexibel angepasst werden können. Allerdings gibt es auch Applikationen, bei denen die Reihenfolge der Prozessschritte ständig wechselt. Diese Applikationen benötigen eine völlige Freiheit des Produktionsablaufs. „Visionäre Vordenker haben daher seit vielen Jahren einen Traum“, sagt Rovelli: „Sie wollen den linearen Produkt-

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