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antriebstechnik 4/2020

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antriebstechnik 4/2020

IDEENSCHMIEDE ABB In

IDEENSCHMIEDE ABB In agilen Teams entwickelt man neue Ideen im ABB Forschungszentrum Ladenburg Herr Fabian, Herr Hoffmann, Digitalisierung kann man nicht studieren. Es braucht verschiedenste Kompetenzen, um ganzheitliche Lösungen zu entwickeln. Wie setzt sich das Team hier in Ladenburg zusammen? Fabian: Da haben Sie völlig recht und dementsprechend heterogen ist unsere Zusammenstellung. Hier arbeiten unter anderem Physiker, Mathematiker, Informatiker, Elektrotechniker und Data Scientists zusammen. Das Entscheidende ist aber weniger der akademische Hintergrund, sondern das Domänenwissen. Um passgenaue Lösungen entwickeln zu können, muss man die Anwendung verstehen. Deswegen gibt es für jede Anwendung, die wir mit unseren digitalen Angeboten erschließen möchten, Experten, die genau KOOPERATION MIT START-UPS ABB hatte 2018/2019 einen sogenannten Start-Up-Accelerator zum Thema industrielle Künstliche Intelligenz lanciert und zum Erfolg geführt. Mit diesem Programm kooperiert ABB mit jungen Unternehmen auf der Suche nach neuen Geschäftsideen und -modellen. ABB profitiert von den frischen Ideen der Partner, die Start-Ups erhalten im Gegenzug einen ganz anderen Zugang zu Neukunden. Dieses Programm soll in den kommenden Monaten neu gestartet werden. Momentan wird das künftige Thema des zweiten Start-Up-Accelerators diskutiert. wissen, was dieser Markt braucht. Dieser Mix der verschiedenen Disziplinen macht für die Mitarbeiter einen besonderen Reiz aus. Da prallen mitunter doch auch Welten aufeinander, könnte ich mir vorstellen. Hoffmann: Das ist total spannend. In meinem Team arbeiten Wirtschaftsinformatiker, Elektrotechniker und Neurobiologen zusammen. Es ist also bunt gemischt. Projektbezogen arbeiten wir auch mit den Hardwarespezialisten zusammen. Und dann wird die Kommunikation speziell (lacht). Ingenieure und Informatiker haben beispielsweise eine grundlegend unterschiedliche Vorstellung, was Echtzeit bedeutet. Das Entscheidende ist, dass man miteinander spricht und versucht, einen gemeinsamen Nenner zu finden. Und das funktioniert hier bei ABB sehr gut. Fabian: Eine besonders erfolgreiche Maßnahme ist es, Teams in einen Raum einzuschließen (lacht). Der Duden definiert eine Ideenschmiede als ein besonders kreatives oder innovatives Institut bzw. eine besonders kreative oder innovative Institution. In welcher Hinsicht ist das ABB Forschungszentrum Ladenburg besonders kreativ oder innovativ? Fabian: Wir haben die Freiheit und die Aufgabe vorauszudenken. Wir waren zum Beispiel beim Thema Cloud ganz früh mit dabei. Damals wusste noch keiner, wie man damit irgendwann Geld verdienen könnte, aber wir waren uns sicher, dass das Wissen und die Expertise rund um diesen Bereich in einigen Jahren vonnöten sein würden. Und dieses Know-how haben wir konsequent hier am Standort aufgebaut. Als die Clouddienste später kommerziell 50 antriebstechnik 2020/04 www.antriebstechnik.de

interessant wurden, und geklärt werden musste, mit welchem Cloudanbieter wir kooperieren, konnten wir auf Augenhöhe agieren. Dieses frühzeitige Trendscouting und der folgende Aufbau von Wissen rund um relevante Zukunftstechnologien, ist das, was wir als unsere Kernaufgabe verstehen. Dass wir in den vergangenen fünf Jahren zwei Mal im Finale des Hermes-Awards (Innovationspreis der Hannover Messe, Anm. der Red.) standen, zeigt, dass wir mit unseren Aktivitäten den Puls der Zeit ganz gut treffen. Mit dem kollaborativen Roboter YuMi und dem nicht-invasiven Temperaturfühler konnten wir den Preis zwar nicht gewinnen, aber auf diese Leistung sind wir trotzdem sehr stolz. Wie definiert ABB denn eigentlich Innovation? Hoffmann: Zu einer Innovation gehören immer drei Dinge, finde ich. Technologie, Kunden- bzw. Marktbedürfnis und Eigenkompetenz. Wir suchen also eine neue technologische Idee oder Möglichkeit, die der Markt braucht und die auch zum eigenen Kerngeschäft passt. Durch unser sehr junges Team haben wir ständig Input hinsichtlich der „neuen Technologien“. Dies gewährleisten wir auch durch eine hohe Zahl von Masterstudenten und Praktikanten, die wir jedes Jahr beschäftigen, sowie Forschungskollaborationen mit den führenden technischen Universitäten. Wir holen uns die neuesten akademischen Erkenntnisse direkt ins Haus. Als Forschungseinheit die Marktbedürfnisse zu kennen, bedarf einer starken internen und externen Kommunikation. Wir tauschen uns daher konstant mit unseren eigenen Geschäftseinheiten aus – aber seit einigen Jahren sprechen wir auch sehr intensiv mit Endanwendern. Und wenn man diesen Input – Technologie und Markt – mit der eigenen Expertise zusammenbringt, dann können Innovationen entstehen. Auf welche Weise konfrontieren Sie Kunden und Endanwender mit den Produkten aus der Ideenschmiede Ladenburg? Hoffmann: Hier am Standort Ladenburg haben wir vor einiger Zeit das ABB Ability Customer Experience Center (ACE) eröffnet. ZU DEN PERSONEN Dr. Jan-Henning Fabian ist studierter Physiker. Bereits während seiner Promotion arbeitete er mit dem ABB Forschungszentrum in der Schweiz zusammen. Nach erfolgreichem Abschluss im Jahr 2001 blieb er ABB treu und wechselte nach dreizehn Jahren in der Schweiz nach Ladenburg, um die Leitung des deutschen Forschungszentrums zu übernehmen. Darüber hinaus sitzt Fabian im Forschungsbeirat der Plattform Industrie 4.0. Dr. Martin W. Hoffmann hat in Karlsruhe und Neuseeland Elektrotechnik studiert. Seine Promotion schloss er im Bereich Medizintechnik ebenfalls in Karlsruhe ab. Über sein privates Netzwerk kam er 2013 zum ABB Forschungszentrum. Nachdem er sich vier Jahren mit der Geschäftsmodellentwicklung rund um I4.0 befasst hatte, wurde er Teamleiter Industrial Data Analytics. Auch er unterstützt die Plattform Industrie 4.0 als Mitglied eines Arbeitskreises, welcher sich mit Geschäftsmodellen befasst. KUNDENSPEZIFISCHE ANTRIEBE 1 min -1 – 1.000.000 min -1 1 Ncm – 10.000 Nm Ø 10 mm – 1.000 mm Brandenburger Strasse 10 D-88299 Leutkirch im Allgäu phone +49 7561 98248-0 info@ate-system.de www.ate-system.de www.antriebstechnik.de antriebstechnik 2020/04 51

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