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antriebstechnik 12/2022

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antriebstechnik 12/2022

XXX ELEKTROMOTOREN

XXX ELEKTROMOTOREN Winfried Bauer, Chefredakteur unserer Schwesterzeitschrift f+h 50 JAHRE MOTORENWERK USLAR AN EINEM ORT VEREINT: TRADITION UND ZUKUNFT Das Motorenwerk Uslar der Demag Cranes & Components GmbH kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Eines kennzeichnet die Belegschaft des Werks über all die Jahre: Sich an neue Rahmenbedingungen anzupassen. Und so befindet sich der Standort momentan in einem Transformationsprozess hin zu einer kundenorientierten Servicefabrik. Was verbindet die Hauptstadt Argentiniens mit der niedersächsischen Gemeinde Uslar? Nun: Die in der Frauenbrücke in Puerto Madero, Buenos Aires, eingesetzte Antriebstechnik stammt aus dem Motorenwerk der Demag Cranes & Components GmbH. Werkleiter Markus Dierschke bleibt beim Betriebsrundgang vor einem Foto stehen, auf dem das Bauwerk zu sehen ist: „Im Allgemeinen arbeiten unsere Antriebe in derartigen Anwendungen im Verborge- nen. Demzufolge ist unser Know-how auch nicht so ohne weiteres für jedermann ersichtlich.“ Davon kann beim Betriebsrundgang keine Rede sein. Auf einer Produktionsfläche von 14.900 m² fertigen 211 Personen etwa 325.000 Bauteile pro Jahr. Zu den Produkten gehören unter anderem konische und zylindrische Motoren, Kettenzugmotoren und Komponenten. Dierschke: „Im Bereich Komponenten, darunter verstehen wir Bauteile wie Ketten- und Umlenkräder sowie 10 antriebstechnik 2022/12 www.antriebstechnik.de

XXX MEILENSTEINE DES MOTORENWERKS USLAR 2022 50 Jahre Motorenwerk Uslar 2018 Aufbruch auf den Weg hin zu einer kundenorientierten Servicefabrik 01 Sprüht vor Leidenschaft für den Standort Uslar: Werkleiter Markus Dierschke (l.), hier im Gespräch mit Winfried Bauer, Chefredakteur f+h 2017 2007 Übernahme der Marken Demag und Gottwald durch das finnische Maschinenbauunternehmen Konecranes Im September liefert das Werk erstmals 10.000 Motoren in einem Monat aus Bremsen und Kupplungen, sehen wir weiteres Wachstumspotenzial für den Standort.“ INSOURCING BIETET CHANCEN ZU WACHSEN Um dieses zu erschließen, widmet sich Dierschke, der seit seiner Ausbildung in Uslar das Werk gut kennt, gemeinsam mit der Mannschaft vor Ort und den zentralen Diensten im Konzern der Weiterentwicklung des Standorts, prüft mögliche Produktionserweiterungen im Hinblick auf Fertigungstiefe und Kompatibilität mit den etablierten Prozessen – und die Erfolge sprechen für sich: Im Wettbewerb mit anderen Demag-Standorten gewann Uslar im Jahr 2019 zunächst die Produktion von Kettenzugbremsen. Darüber hinaus fertigt Uslar seit 2020 die Kettenund Umlenkräder nicht nur für die Krane der Demag, sondern auch für die Kettenzüge der Konecranes-Gruppe. Durch den Ausbau der Druckgießerei erhielt Uslar in einem konzerninternen Wettbewerb auch den Zuschlag für den Bau der Gehäuse des Radblock-Modells DRS-M 112. Seit Ende 2020 wird in Uslar eine Insourcing-Strategie umgesetzt. Bis dato zugelieferte Druckgussteile aus Aluminium werden werksintern produziert. „Konzernweit sind wir der einzige Standort mit entsprechender Fertigungskompetenz“, so Dierschke. NEUE AUSRICHTUNG DES STANDORTS Die neue Ausrichtung des Werks hin zu einer kundenorientierten Fabrik für Motoren- und Komponentenproduktion spiegelt sich in flexiblen Strukturen. Denn zunehmend produziert Uslar zusätzlich zum Neugeschäft auch für den Servicebereich von Konecranes mit ganz speziellen Anforderungen. Dierschke: „Dabei verlieren wir aber nie das Ziel einer auftragsbezogenen Fertigung aus den Augen.“ Daneben wirbt das Werk zusätzlich Projekte bei Drittkunden ein, auch wenn angesichts der zahlreichen aus dem Konzern nach Niedersachsen verlagerten Produktionsschritte das Geschäft bis jetzt nur eine untergeordnete Rolle spielt. Die Störung weltweiter Lieferketten spätestens seit Beginn der Corona-Krise lässt die Verantwortlichen wieder auf verkürzte Handelswege und lokalere Lieferanten setzen. Das kommt dem Standort mit seinen gut ausgebildeten Mitarbeitern und hoher Produktivität entgegen. Auch das Thema Entwicklung spielt für Uslar eine stetig wachsende Rolle. Gemeinsam mit den Ingenieuren des Konzerns 1997 1995 Im Mai feiert das Montage-Team den 1.000.000sten Motor 1992 Investition in weitere Fertigungshalle. Im Oktober läuft das 1.000.000ste Ständerpaket vom Band 1982-1986 1976 1975 Im Mai feiert das Montage-Team den 100.000sten Motor 1973 Am 31. Januar wird der erste komplette Demag-Bremsmotor montiert 1972 April: Aufnahme der Produktion der neuen ZN-/ZB-Drehstrommotorenbaureihe in Zylinderläuferbauweise Werkserweiterung um neue Fertigungshalle, Verwaltungs- und Sozialgebäude Ab April läuft die neue Aluminium- Motorenreihe KB 80-225 vom Band Das neu gebaute Motorenwerk der Demag in Uslar nimmt die Arbeit auf www.antriebstechnik.de antriebstechnik 2022/12 11