Aufrufe
vor 2 Jahren

antriebstechnik 11/2015

antriebstechnik 11/2015

KOMPONENTEN UND SOFTWARE

KOMPONENTEN UND SOFTWARE Flankenoffener Keilriemen mit höherer Leistungsübertragung Mit dem FO-Pioneer führt die Contitech Power Transmission Group einen flankenoffenen (FO) Hochleistungskeilriemen für Antriebslösungen im ganzen Maschinenund Anlagenbau ein. Der FO-Pioneer bietet im Vergleich zum FO-Advance eine bis zu 20 % höhere Leistungsübertragung und Lebensdauer. Der flankenoffene Antriebsriemen orientiert sich dabei an den Anforderungen der Industrie. Aufgrund des Basisstoffs Ethylen- Propylen-Dien-Monomer-Kautschuk (EPDM) ließen sich die Eigenschaften des Produktes optimieren. Das Material ist dynamisch, stabiler und verfügt über eine höhere Temperaturbeständigkeit, die von -40 bis 120 °C reicht. Ein Unterbau aus EPDM bildet die Basis, ein Zugstrang aus Polyester sowie ein Deckgewebe aus Baumwolle geben weitere Stabilität. Der neue Keilriemen ist staubund tropenfest, leitfähig nach ISO 1813 und bedingt ölbeständig. www.contitech.de Schraubenberechnung in Kisssoft verfügbar Die neue Richtlinie der Schraubenberechnung VDI 2230, Blatt 1 und 2 (2014), ist in Kisssoft verfügbar. Sie beinhaltet wesentliche Änderungen gegenüber der Ausgabe 2003. Neben diversen aktualisierten und erweiterten Tabellen für die Werkstoffkennwerte oder Reibungszahlen wurden die Berechnungsverfahren ergänzt um Fälle mit über die Streckgrenze hinweg angezogenen Schrauben. Des Weiteren wurden die Kraftverhältnisse einer Einschraubverbindung (ESV) neu definiert und ein zusätzlicher Verformungsanteil für den Bereich der Einschraubung festgelegt. Das Schraubenmodul in Kisssoft (Modul SPK) wurde auch um eine neue FEM-Modellierung, Modellklasse III (nur Kräfte und Momente, ohne Nachgiebigkeit), erweitert. Diese Funktion wird z. B. vom CADFEM/Kisssoft-Plug-in Bolt Assessment inside Ansys verwendet. www.kisssoft.ag Extra breite Zahnriemen für Transportaufgaben Habasit hat seine Habasync-Produktfamilie für Transportaufgaben mit einem Breitzahnriemen mit einer Breite bis 600 mm erweitert. Die neue Dimension kann in industriellen Anwendungen eingesetzt werden, bei denen große Stückzahlen oder sperrige Güter zu transportieren sind. Die Riemen mit einer Teilung T10 aus thermoplastischem Polyurethan verfügen über einen Zugkörper aus Aramid und können individuell konfektioniert werden – nicht nur in Länge und Breite, sondern auch z. B. durch Fräsungen, Lochungen, Beschichtungen oder Mitnehmer. Das thermoplastische Polyurethan mit einer Härte von 88 bis 95 Shore A ist beständig gegen Öl, Fett oder chemische Mittel und außerdem hydrolysebeständig. Zudem verfügen die Riemen über eine FDA/EU-Lebensmittelzulassung. Sie sind in den Farben Weiß, Blau oder Transparent verfügbar. Sie werden optional offen oder endlos verbunden geliefert und bei Bedarf von Technikern montiert. www.habasit.de 118 antriebstechnik 11/2015 t.indd 1 29.09.2015 14:35:33

KOMMENTAR I ANTRIEBE 4.0 „Die Umsetzung von Industrie 4.0- Konzepten muss beschleunigt werden“ Durch Digitalisierung und Vernetzung Deutschland als Produktionsstandort stärken Industrie 4.0 ist allgegenwärtig – auch im Maschinen- und Anlagenbau. Neue Anforderungen an die Unternehmen und deren Mitarbeiter entstehen und neue Chancen bieten sich. Die Frage ist jetzt nicht mehr ob, sondern wie und wie schnell Digitalisierung und Vernetzung im Maschinenbau umgesetzt werden können. Die Perspektive: Deutschland auch in Zukunft als Gravitationszentrum für innovative Technologien etablieren. Hartmut Rauen ist stellvertretender Hauptgeschäftsführer im VDMA sowie Geschäftsführer des VDMA-Fachverbandes Antriebstechnik Mehr als jedes fünfte Maschinenbauunternehmen beschäftigt sich schon heute intensiv mit Industrie 4.0 und neun von zehn dieser Unternehmen sehen die Chance, sich mit Industrie 4.0 am Markt zu differenzieren. Und wer mit der Vernetzung und Digitalisierung der Produktion erst einmal beginnt, ist vom wirtschaftlichen Nutzen schnell überzeugt. Aber: Mehr als drei Viertel der Unternehmen und damit die überwiegende Mehrheit hat noch keine systematischen Schritte zur Umsetzung unternommen. Dies sind einige der zentralen Ergebnisse der neuen Studie der Impuls-Stiftung des VDMA zur „Industrie 4.0-Readiness“. Die Schlüsselrolle der deutschen Antriebstechnik Für die deutsche Antriebstechnik ist das Potenzial gewaltig – als Anbieter von Schlüssel komponenten, die in Zukunft auch als Daten quelle dienen werden, und natürlich auch als Anwender von Industrie 4.0-Technologien. Die Antriebstechnik spielt eine zen trale Rolle, denn ihre Produkte und Lösungen werden die Produktion der Zukunft antreiben: intelligente Getriebe, also Produkte mit IT-Kom ponenten, die Informationen über sich selbst senden, Komponenten mit eingebauten Microcontrollern und Predictive Maintenance seien hier nur beispielhaft für Lösungen im Zusammenhang mit Industrie 4.0 genannt. Die deutsche Antriebstechnik ist in der Lage, Kunden zu besseren Lösungen zu verhelfen und gleichzeitig die Kundenbindung zu verstärken. Damit die Unternehmen der Antriebstechnik auch in Zukunft weltweit zur Spitze gehören, muss die Umsetzung von Industrie 4.0-Konzepten beschleunigt werden. Produkte und Prozesswelten sollten auf ihre Fähigkeiten im Hinblick auf Industrie 4.0 abgesteckt werden. Antriebskomponenten müssen im Sinne der Referenzarchitektur zu sogenannten Industrie 4.0-Komponenten werden. Die Möglichkeiten von Data Mining und Data Analytics gilt es zu nutzen. Geschäftsmodelle müssen angepasst, erweitert oder neu erschlossen werden. Um den Unternehmen eine bessere Orientierung zu ermöglichen und die Realisierung zu erleichtern, bietet der VDMA eine Vielzahl von praxisorientierten Formaten an. Mit der Readiness-Studie und einem eigens dafür entwickelten Online-Selbst-Check können die Unternehmen ihre Startposition individuell feststellen. Der VDMA-Implementierungsleitfaden bietet zudem einen strukturierten Einstieg, die Projektlandschaft für Prozesse und Produkte der Industrie 4.0-Welt anzugehen. Die Rahmenbedingungen müssen stimmen Auch die Politik ist gefragt, denn es geht um die Zukunft des Produktionsstandortes Deutschland. Wir brauchen Investitionen, um Innovationen zu realisieren und den Wandel zu gestalten. Mehr industrielle Gemeinschaftsforschung – wie sie die FVA für die Antriebstechnik organisiert – und eine steuerliche Forschungsförderung sind geeignete Instrumente, um die Umsetzung von Industrie 4.0 in Deutschland weiter zu beschleunigen. Auch muss die breitenwirksame Verbundforschung, die auf eine intelligente Produktion abzielt, weiter ausgebaut werden. Darüber hinaus ist die Politik gefordert, die Interessen der deutschen Industrie in europäischen und internationalen Rechtsfragen in Bezug auf Datensicherheit und Dateneigentum zu klären. Nicht zuletzt: Europa braucht einen digitalen Binnenmarkt, das heißt einen homogenen Handlungsraum für Industrie 4.0. Der VDMA engagiert sich daher auf nationaler Ebene maßgeblich in der Plattform Industrie 4.0, geführt vom Bundeswirtschaftsministerium und Bundesforschungsministerium, und bringt sich zudem aktiv in den europäischen Diskurs zu Industrie 4.0 ein. Es besteht kein Zweifel: Industrie 4.0 wird die industrielle Produktion und die Geschäftsmodelle nachhaltig verändern. Alle Unternehmen sind deshalb gut beraten, auf Digitalisierung und Vernetzung zu setzen, um sich für die Zukunft richtig aufzustellen. Industrie 4.0 bietet die Chance, zu einem Wachstumstreiber des Maschinen- und Anlagebaus und speziell der Antriebstechnik zu werden und damit den Produktionsstandort Deutschland weiter zu stärken. Es geht darum, intelligenter als die weltweiten Wettbewerber zu produzieren. Langfristig werden wir dadurch auch Arbeitsplätze sichern können. www.vdma.org antriebstechnik 11/2015 119

Aktuelle Ausgabe

Aktuelle Ausgabe