Aufrufe
vor 6 Monaten

antriebstechnik 1-2/2019

antriebstechnik 1-2/2019

UNSER ANTRIEB

UNSER ANTRIEB 2019 I NACHGEFRAGT „Hauptmotor der wirtschaftlichen Entwicklung“ Auch im Jahre 2019 wird die deutsche Antriebstechnik wieder ein Hauptmotor der wirtschaftlichen Entwicklung unserer Economy sein. Anhaltende Kundenfokussierung und eine auf Innovationen ausgerichtete Unternehmenskultur prägen unsere Branche nachhaltig. Gerade die Megatrends wie Industrie 4.0 sind ohne die Erfindungen der Antriebstechnik nicht vorstellbar. In 2019 werden wir verstärkt Produkte sehen, die durch die intelligente Verbindung von mechanischem Know-how mit abgestimmter Sensorik, Elemente von Industrie 4.0 wie Predictive Maintenance erst wirklich greifbar machen. Durch die Einbindung der so gewonnenen Daten in die Steuerungsstruktur der Maschinen werden Maschinen und Aggregatszustände transparent. Angepasste Auslastung und bedarfsgesteuerte Wartungsintervalle realisierbar. Die Automatisierung wird global immer mehr zunehmen. Auch sogenannte Billiglohnländer können sich diesem Trend nicht mehr entziehen. Intelligente Lösungen – gerade auch mit Blick auf die Kosten und den Energieverbrauch – sind hier notwendig. Dadurch werden die Grenzen zwischen der klassischen Asynchrontechnik und der modernen Servotechnik verschwimmen. Wer hier Lösungen parat hat, welche die Lücke zwischen beiden Systemansätzen schließt, wird die Nase vorne haben. Rainer Wegener, Mitglied der Geschäftsleitung, Stöber Antriebstechnik GmbH & Co. KG „Wir haben vier große Themen“ Für NSK werden in diesem Jahr vier Themen die Antriebstechnik dominieren: Industrie 4.0, Energieeffizienz, Predictive Maintenance und Lebenszykluskosten. In den Fertigungswerken werden wir konsequent die Grundsätze der Digitalisierung im Kontext von Industrie 4.0 anwenden. Ziel ist es, robotergestützt und hoch flexibel bei minimalen Rüst- und Vorlaufzeiten auch kleinere Serien von Antriebskomponenten zu fertigen. Viele Kunden fragen nach Lösungen für Predictive Maintenance. Hier stehen Wälzlager mit integrierter Sensorik zur Verfügung, die online ihren Betriebszustand überwachen. Auf der Basis dieser Daten lässt sich die Lebensdauer des individuellen Lagers bestimmen. Wir erwarten für die kommenden Monate viele Projekte mit diesen Systemen. Neue Wälzlagerbaureihen leisten zudem einen Beitrag zur Energieeffizienz elektrischer Antriebe. Hier gibt es diverse Stellschrauben zur Optimierung: Werkstoffauswahl, Wärmebehandlung, Oberflächen und Beschichtungen sowie die Fettauswahl. Mit diesen Maßnahmen kann man die interne Reibung von Wälzlagern um bis zu 80 % verringern. Aber auch das Thema Kosten und Preise wird uns weiter umtreiben. Wir werden immer wieder darauf hinweisen, dass Anwender bei der Auswahl von Wälz lagern und Linearantrieben nicht nur auf die Preisschilder schauen, sondern die Lebenszykluskosten berücksichtigen sollten. Die Anwender sind für dieses Thema sensibilisiert, weil die Anforderungen an Produktivität und Verfügbarkeit steigen. Deshalb muss ein Ausfall von Antriebskomponenten vermieden werden. Günter Winkler-Gonze, Managing Director, European Industrial Business Unit, NSK Europe Ltd. „Antriebe, wo sie benötigt werden“ Der Trend zur Dezentralisierung wird sich weiter verstärken, das heißt, dass es statt eines großen Motors mehrere kleine, kompakte Antriebe gibt. Diese werden an den Stellen eingesetzt, wo sie wirklich benötigt werden. Die Komponenten können dank IIoT miteinander kommunizieren und ermöglichen so eine Vernetzung vom Leitrechner bis zur Aktor-Sensorebene. Damit steigen aber auch die Anforderungen an die Antriebe, was deren Leistungsdichte, Kompaktheit, Regelbarkeit oder Energieeffizienz betrifft. Auch benötigen viele batteriegetriebene Anwendungen kompakte Motoren mit einem geringen Gewicht. Vereinfacht gesagt, geht der Trend also weiter in Richtung Kleinmotoren mit integrierter Elektronik. Einen weiteren Trend sehen wir dank zunehmender Vernetzung in der Digitalisierung. Sensoren im Motor können heute schon viele Parameter erfassen, die in Echtzeit dem übergeordneten System ausgespielt werden können. So können Zustände wie Lage, Temperatur, Geschwindigkeitsinformationen, Drehmomente und Stromwerte gemessen bzw. berechnet werden und als Analysegrundlage dienen. Damit kann zum Beispiel das übergeordnete System besser eingestellt oder Störungen vorzeitig erkannt werden. Johannes Moosmann, Geschäftsbereichsleiter Industrielle Antriebstechnik, ebm-Papst St. Georgen GmbH & Co. KG 16 antriebstechnik 1-2/2019

NACHGEFRAGT I UNSER ANTRIEB 2019 Trendometer 2019 für den Maschinen- und Anlagenbau Was sind die angesagten Themen im Maschinen- und Anlagenbau sowie der Automatisierung im Jahr 2019? Branchenexperte Dr. Mathias Döbele, Leiter Maschinen- und Anlagenbau bei Dr. Wieselhuber & Partner, wagt eine Prognose: Welche Trends scheuchen die Player aus ihrer Komfortzone, welchen „Impact“ haben sie auf die Branche? Dr. Mathias Döbele, Leiter Maschinen- und Anlagenbau, Dr. Wieselhuber & Partner Künstliche Intelligenz (KI) – Tempo ist angesagt! – Impact 10 Neue Technologien verändern die Wirtschaft und die Unternehmen grundlegend – KI ist ein elementarer Bestandteil. Der größte Hemmschuh in den Unternehmen, die damit verbundenen Chancen zu nutzen: Das Management – vor allem im Mittelstand – traut sich zu wenig an die neuen Themen heran. Eine entsprechende Unternehmensstrategie? Auch am Horizont bei den wenigsten Unternehmen auszumachen. Da USA und China beständig an ihrem Wettbewerbsvorteil für die Zukunft feilen, ist 2019 Handeln angesagt: Erste Implementierungen sind notwendig, um Erfahrungen mit der neuen Disziplin zu sammeln. Operative Überlastung – Unternehmensorganisation in den Fokus! – Impact 9 Die Auftragsbücher sind zum Bersten voll – und viele Unternehmen der Branche versinken im operativen Geschäft. Zeit für Gedanken über die Zukunft? Gibt es nicht. Doch auf Grund tektonischer Verschiebungen in internationalen Märkten, getrieben durch die Digitalisierung, ist es in Sachen Unternehmensorganisation eigentlich 5 vor 12. Zum einen sollten sich die Maschinenbauer und Automatisierer möglichst agil aufstellen, um den laufend ändernden Anforderungen flexibel und schnell gerecht zu werden und sich so unternehmerische Freiheiten zu verschaffen. Zum anderen müssen sie neue Geschäftsmodelle, beeinflusst durch Plattformökonomien, mit auf den Radar nehmen. Eine strategisch geplante internationale Ausrichtung des Geschäfts – insbesondere mit Blick auf Asien – ist ebenso wichtig. Komplexität – die Kehrseite von Individualisierung & Co. – Impact 6 Die Konsequenz von Losgröße 1 und zunehmender Individualisierung im Rahmen der Digitalisierung? Die interne Komplexität in Unternehmen wird durch eine schier grenzenlose Variantenvielfalt enorm aufgebläht. Umso wichtiger wird es, die Prozesse vom Verkauf über die Entwicklung bis zum Verkauf komplett zu Überblicken und ein intelligentes Komplexitätsmanagement in Angriff zu nehmen. igus ® dry-tech ® ... schmierfrei Lagern leicht gemacht ... Wechseln Sie jetzt das Lager Hochleistungskunststoff-Gleitlager mit berechenbarer Lebensdauer. Online passendes Gleitlager finden und berechnen: igus.de/iglidur-Experte Metallische Verbundgleitlager ersetzen durch spritzgegossene Kunststofflager. Mit iglidur ® Polymer-Gleitlagern Kosten reduzieren und die Technik verbessern. Schmiermittelfrei, leicht und verschleißfest für Ihre bewegte Anwendung. Video "Erfolg mit iglidur ® – 20 Beispiele unserer Kunden" unter igus.de/lagerwechsel und sparen Sie 40% der Kosten igus GmbH Tel. 02203-9649-145 info@igus.de ® Besuchen Sie uns: LogiMAT – Halle 3 Stand D21 | Hannover Messe – Halle 17 Stand H04 plastics for longer life ® Igus-MHW.indd 1 22.01.2019 11:43:32 antriebstechnik 1-2/2019 17

Aktuelle Ausgabe

Aktuelle Ausgabe