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antriebstechnikk 3/2016

antriebstechnik 3/2016

Gefahrlos bedienen

Gefahrlos bedienen Klemmen sorgen für mehr Sicherheit in Fräsmaschinen Bernd Rachor Klemmen für Linearführungen spielen beim Thema Maschinen sicherheit eine große Rolle. Vor allem, wenn hochfeste Stähle bearbeitet werden. Zum Schutz von Mensch und Maschine setzt Aquamid in einer Fasen- Fräsmaschine nicht nur pneumatische Klemmen ein, sondern auch Faltenbälge. Z uverlässige Klemmen für Linearführungen und robuste Faltenbälge zum Schutz von Mensch und Maschine vor umherfliegenden Spänen und Schmutz sind vor allem beim Einsatz handgeführter Fräsmaschinen wichtig. Hema Maschinen- und Apparateschutz aus Seligenstadt ist der einzige Anbieter auf dem deutschen Markt, der diese Komponenten als maßgeschneiderte Komplettlösung anbietet. Davon profitierte die Firma Aquamid bei ihrer ersten selbst konstruierten Fasen-Fräsmaschine. Bernd Rachor ist Produktmanager für den Bereich Linclamp bei der Hema Maschinenund Apparateschutz GmbH aus Seligenstadt Klemmen für die neue Maschine 1997 wurde Aquamid von Peter Schmid in Bexbach gegründet. Anfangs lag die Kernkompetenz allein im Wasserstrahlschneiden. Nach fünf Jahren wurde der Betrieb um einen Hallenanbau, eine Laserschneideanlage und eine Bandschleifanlage zum Verrunden und Entgraten der Schneidkanten erweitert. Da von Kundenseite immer öfter komplette Fertigteile inkl. Schweißnahtvorbereitungen angefragt wurden, entschloss sich Firmeninhaber Schmid dazu, eine Fasen-Fräsmaschine anzuschaffen. Doch keine handgeführte Maschine zur Kantenbearbeitung auf dem Markt genügte seinen Ansprüchen. Schließlich entstand die Idee, erstmals eine eigene Fräsmaschine zu entwickeln: die Simple-Hand. „Ein wichtiger Punkt bei der Entwicklung einer handgeführten Maschine war für mich die gefahrlose Bedienung“, erklärt Peter Schmid. Besonders überzeugt haben den gelernten Maschinenbauer die Schutzsysteme von Hema. „Die Vertriebsmitarbeiter wissen, wovon sie sprechen und haben mich optimal beraten“, erzählt Schmid. „Deshalb habe ich mich für die pneumatischen Klemmen der Baureihe Linclamp zur sicheren Achsenklemmung entschieden sowie für Jalousie- und Kasten-Faltenbälge, um das Verletzungsrisiko für den Bediener durch umherfliegende Späne zu minimieren“, so Schmid weiter. Die Simple-Hand eignet sich für den Einsatz in Baumaschinen-, Maschinen- und Anlagen-, Schwermaschinen- und Schiffs- 62 antriebstechnik 3/2016

LINEARTECHNIK 01 02 01 Aquamid setzt in der Fasen-Fräsmaschine Simple-Hand die pneumatischen Klemmen Linclamp S und SA von Hema ein 03 02 Hema bietet Klemmen und Faltenbälge als maßgeschneiderte Komplettlösung an 03 Die Werkstücke können mit der Simple-Hand schnell, sicher und energieeffizient bearbeitet werden bau sowie für Fräs-, Schweißfach- oder Brennschneidbetriebe, vor allem wenn es ein hohes Aufkommen an Schweißnahtvorbereitungen gibt. „Das Bearbeiten von Edelstahl, Stahl, Hardox und hochfesten Stählen sowie Aluminium lässt sich mit der Simple-Hand besonders schnell, sicher und energieeffi zient umsetzen“, so Schmid. Einfach gefräst Die Simple-Hand verfügt über ein Touch- Display zur Dateneingabe für die Steuerung der NC-getriebenen Z-Achse. Der Anwender gibt die Höhe zwischen Arbeitsplatte und Oberkante des Werkstücks, die Schnittgeschwindigkeit je nach Materialgüte, sowie die gewünschte Fasentiefe ein. Die Drehzahl des Fräsers wird dadurch automatisch errechnet. Die Maschine kann so in Sekundenschnelle von einer Fasentiefe auf eine andere umgestellt werden. Mit einer Sprungtaste kann dieselbe Fase beliebig oft wiederholt werden. Die X- und Y-Achsen werden von Hand bedient. Dabei kann jederzeit ein Wippschalter betätigt werden, um die Achsen mit den pneumatischen Klemmen der Baureihe Linclamp von Hema zu klemmen und zu lösen. Für gefahrloses Arbeiten Jeder Betreiber muss seine Anlage gemäß der Maschinenrichtlinie absichern. Die Simple-Hand hat diesen Grad an Sicherheit erst durch die verbauten Hema-Produkte erreicht. Für Klemmungen mit Druckluft bietet Hema mit der Linclamp-Baureihe Klemmen an, die für alle gängigen Linearführungen und bearbeiteten Flächen erhältlich sind und für ein sicheres und schnelles Klemmen beziehungsweise Bremsen sorgen. „Wir haben lange nach einem passenden System gesucht und Hema hat uns überzeugt: Die Klemmsys teme der Linclamp-Baureihe mit Brems backen aus Stahl brauchen nicht viel Platz, bieten extrem hohe Haltekräfte und sind unkompliziert in der Anwendung“, sagt Schmid. Die Linclamp S öffnet mit Druck und ist einmal an der Y-Achse verbaut. Die aktiv klem menden Linclamp SA schließt mit Druck und klemmt an zwei Positionen die X-Achse bei einem Betriebsdruck von bis zu 6 bar. Bei der längeren X-Achse hat sich Aquamid nachträglich für ein zweites Klemm system entschieden, um eine höhere Steifigkeit zu erreichen. „Dass wir die zweite Klemme außerplanmäßig so schnell bekommen konnten, spricht für Hema“, sagt Schmid. Zudem mussten die Klemmen auf Kun denwunsch mehr Spielraum aufweisen, als die Originalsysteme. Denn die Bremsbacken dürfen die Leiste im geöffneten Zustand nicht berühren, da die Achsen von Hand bewegt werden und ein Schleifen störend wäre. „Auch diese zusätz liche Anforderung hat Hema mit Bravour gemeistert“, lobt Schmid. Faltenbälge nach Maß Neben dem Bediener müssen auch Maschinenteile, wie die Führungen der Z-Achse oder die Kugelgewindespindel während des Betriebs geschützt werden. Deswegen hat Aquamid an den Seiten der Simple-Hand zwei Kasten-Faltenbälge von Hema verbaut und im Hintergrund einen Jalousie-Faltenbalg als Schutzwand vor umherfliegenden Spänen. Dieser kann zur Reinigung einfach von Hand hochgeschoben werden. Darüber hinaus ist der Kunststoff hitzebeständig und nimmt keinen Schaden durch den schnellen Flug heißer Späne. Für Faltenbälge steht ein umfassendes Materialangebot an hochqualitativen Spezialgeweben zur Verfügung. Diese werden auf einer CNC- Maschine maßgenau plissiert und zugeschnitten. Intelligente Verbindungstechniken sichern dann den dauerhaften Verbund der Teile. Bei Aquamid steht die Kundenzufriedenheit an erster Stelle. „Wir halten, was wir versprechen und das erwarten wir auch von unseren Komponentenliefe ranten“, sagt Peter Schmid. Ihn überzeugte vor allem die absolute Termin- und Liefertreue des Experten für Maschinenschutzsysteme. „Selbst bei Sonderwünschen kam man uns sehr entgegen. Von daher würden wir jederzeit gerne wieder mit Hema zusammenarbeiten.“ www.hema-group.com antriebstechnik 3/2016 63

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