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antriebstechnikk 3/2016

antriebstechnik 3/2016

KUPPLUNGEN UND BREMSEN

KUPPLUNGEN UND BREMSEN Immer in Bewegung Torsionssteife Kupplungen für Drehmomentansprüche bis zu 1 000 kNm Jörg Melnicky Hohe universelle Verlagerungen können in den unterschiedlichsten Anwendungen auftreten. Meist handelt es sich hierbei um funk tionale Verlagerungen oder Versätze, beispielsweise bedingt durch Bearbeitungsvorgänge bei Material bearbeitungen oder Medien- u. Stoffumwandlungen in der Verfahrenstechnik. Eine spezielle Kupplungsreihe bietet jetzt einen hohen universellen Verlagerungsausgleich bei kompakten Abmessungen. B eispiele von derartigen eingangs ge nannt en Anwendungen sind Verstellbewegungen bei Blechbearbeitungen, Finish arbeiten bei veredelten und beschichteten technischen Gläsern oder Misch- und Rühr vorgänge in chemischen Reaktionsprozessen. Für eine Wellenkupplung bedeutet das, dass sie entsprechend eine hohe Ausgleichskapazität in radialer, axialer und winkliger Richtung ermöglichen muss. Für solche Anwendungsfälle entwickelte der niedersächsische Kupplungsspezialist Schmidt-Kupplung die Baureihe Omniflex. Kupplun gen dieser Baureihe bieten eine hohe universelle Verlagerungskapazität in Verbin dung mit einer kompakten Bauform. Die Erklärung dieser Symbiose liegt in der Kine matik des Kupplungssystems. Dieses beruht auf einem Parallellenkersystem. Die Übertragung der Drehbewegung und des Drehmomentes geschieht bei diesem Kupplungsprinzip Jörg Melnicky ist Marketingleiter bei der Schmidt-Kupplung GmbH in Wolfenbüttel mithilfe zweier um 90 ° versetzt angeordneter paralleler Lenkerpaare. Sie verbinden die An- bzw. Abtriebseite mit der Mittelscheibe. In den Kupplungsgliedern arbeiten spezielle Gelenklager. Anwendungsspezifische Auslegung 14 Leistungsklassen decken einen Bereich an Nenndrehmomenten von 150 Nm - 1 000 kNm bei einem Außendurchmesserbereich von 80-1 500 mm ab. Abhängig von der Leistungsklasse verfügen die drehsteifen Kupplungen über eine parallele Versatzkapazität von bis zu 100 mm, bieten Winkelbeugungen von bis zu 3 ° bzw. axiale Verlagerungen von bis zu 40 mm. Allgemein findet die exakte Auslegung und Gestaltung einer Kupplung aus der Serie Omniflex individuell statt. Das heißt hinsichtlich Leistungsdaten und Abmessungen dem Anforderungsprofil des Anwenders folgend. So werden Leistungsdaten, zum Beispiel die Versatzkapazitäten und Drehmomentansprüche sowie mögliche Abmessungen der torsionssteifen Kupplung, bei der Auslegung individuell berücksichtigt. Auch die Wahl der jeweiligen Lagerpaarung bei den Gelenklagern wird entsprechend den technischen Anforderungen abgestimmt. Für robuste Anwendungen und harten Taktbetrieb wird z. B. die Kombination Stahl auf Stahl gewählt. Vor allem bei umformtechnischen Anlagen ist diese Kombination eine passende Wahl, denn bei diesem Vorgang werden die urgeformten Metalle durch stanzen, pressen oder walzen in eine gezielte Formänderung gebracht. Demgegenüber verlangen z. B. Anwendungen in der Verfahrenstechnik nach wartungsfreien Lagern – diese ergeben sich durch die Lagerpaarung von Stahl auf PTFE-Gewebe. Auch bei der Wellenanabindung werden kundenspezifische Kriterien berücksichtigt. Wellenanschlussformen können Flansch - verionen mit applikationsspezifischem Verschraubungsteilkreis, Klemmnaben mit zusätzlichem Formschluss wie Vielkeilprofil oder bei Anwendungen mit häufigen Drehmomentspitzen und Stoßmomenten auch Spannnaben sein. 54 antriebstechnik 3/2016

KUPPLUNGEN UND BREMSEN Die Kupplungskinematik ermöglicht einen hohen universellen Verlagerungsausgleich Kupplungen ermöglichen Anforderungen im Materialprüfstand Werkstoffe von Bauteilen werden häufig auf Prüfständen hinsichtlich mechanischen Belastbarkeit untersucht. Die Beanspruchungs arten können dabei abhängig vom Bauteil unterschiedlich sein. So können Bauteile auf Zug- und Biegebelastungen, auf entgegen gesetzte Verschiebungen, auf Torsionsbeanspruchungen oder auf alle drei erwähnten Belastungen zusammen geprüft werden. Beim letztgenannten Verfahren spricht man von einer s. g. Mixed- Mode-Beanspruchung. Hierbei werden die Bauteile meist durch mehrachsige äußere Belastungen beansprucht. In einem dieser Materialprüfstände wird der jeweilige Prüfling durch Belastungen im Mixed-Mode-Verfahren geprüft. Zur Verbindung der Pulserzylinder mit dem Prüfling mussten die Kupplungen gemäß der kom binierten Belastungsart eine entsprechend hohe universelle Verlagerungskapazität ermöglichen, um Auswirkungen der Prüflingsverformung auf den Belastungsprozess auszuschließen. Aber nicht nur die Anforderung hinsichtlich der universellen Verlagerung war hoch. Robustheit und eine hohe Torsions steifigkeit waren zusätzliche Voraussetzungen, die die Kupplungen erfüllen mussten. Aufgrund der benötigten Verformungskräfte lagen die Drehmomentanforderungen an die Kupplungen bei nominal 6 000 Nm. Zusätzlich zu einer kompakten Bauform aufgrund der Einbaubedingungen wurde eine reibschlüssige Welle-Nabe-Verbindung gewünscht. Für dieses Anforderungsprofil konzipierte Schmidt-Kupplung die Omniflex in Baugröße RGF 16.32/2. Die Kupplungen mit einem Außendurchmesser von 325 mm besitzen mit einer Nennlänge von 267 mm kompakte Abmessungen. Trotz dieser Kompaktheit ermöglichen die Kupplungen eine hohe universelle Verlagerungskapazität von angular bis zu 3 °, radial von bis zu 20 bzw. axial von bis zu 6 mm. Bei der Wahl der Lagerpaarung bei den Gelenklagern wurde den hohen Beanspruchungen entsprechend die Kombination Stahl auf Stahl gewählt. Gemäß der Forderung des Anwenders nach einer reibschlüssigen Wellenanbindung sind die Omniflex in Spannnabenausführung ausgeführt. www.schmidt-kupplung.com KLEMMT UND BREMST OHNE BEWEGLICHE TEILEDURCH EIGENSPANNUNG. Bremselement Serie LBHS + 1 Funktionsbauteil + Hydraulisches Bremsen durch Eigenspannung + Höchste Steifigkeit + Einsetzbar für alle Wagenformen von schmal/niedrig bis breit/hoch THE KNOW-HOW FACTORY www.zimmer-group.de

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