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antriebstechnikk 3/2016

antriebstechnik 3/2016

UMRICHTERTECHNIK Mit

UMRICHTERTECHNIK Mit Power hoch hinaus Nutzen moderner Aktorik in der Aufzugstechnik Was sich hinter Schlagworten wie Schnittstellen, Plug & Play, Fernwartung, Selbst- oder Präventivdiagnostik verbirgt, und dass auch der Endanwender − also jeder Mensch − von den Vorzügen intelligenter Aktorik profitiert, wird am Beispiel der Aufzugsbranche und an den unterschiedlichen Antriebskonzepten deutlich, die das Unternehmen Gefran für Aufzüge anbietet. Bei der lösungsorientierten Konzeption des optimal geeigneten Antriebskonzepts für die jeweilige Aufzugsanwendung gilt es für die kostenoptimierte Auslegung der Aufzugsanlage zahlreiche Kriterien zu berücksichtigen: Handelt es sich um eine Neuanlage oder soll ein Aufzug modernisiert werden? Geht es um einen Aufzug für ein Wohngebäude mit bis zu fünf Stockwerken (low-rise), einen Komplex mit zehn bis zwanzig Etagen (mid-rise) oder um einen Wolkenkratzer (high-rise)? Auch die Art der Gebäudenutzung spielt eine Rolle, da die Gesamtbelastung von Aufzügen in Wohngebäuden eine andere ist, als die in Bürogebäuden. Grundsätzlich gilt: Je höher das Gebäude und je größer und stärker frequentiert der Aufzug, desto leistungsstärker muss das Antriebskonzept bzw. der Lift-Umrichter ausgelegt sein. In Wohn gebäuden reichen i.d.R. einfache Umrichter. In Hochhäusern dagegen werden eine effektivere Regelung, aufwendigere Anbindungen und mehr Schnittstellen benötigt. Mit dem modularen Konzept des Liftumrichters vom Typ ADL300 für den schüt z- losen Betrieb von Aufzügen mit Synchronund Asynchronmotoren bietet Gefran eine flexible Lösung, die sich sowohl für den Einbau in neue, als auch zur Modernisierung bestehender Anlagen mit oder ohne Maschinenraum eignet. Damit reduzieren sich Anschaffungs-, Inbetriebnahme- und Instandhaltungskosten. Der ADL300 AFE ist besonders kompakt und leise und nutzt für die serielle Kommunikation mit der Steuerung, neben den Protokollen DCP3, DCP4 und CANopen, den eigens für die Aufzugsbranche entwickelten DS417-Feldbus. Speziell für den Einsatz in Gebäuden mit hoher Wohndichte oder Hochhäusern kann der Umrichter mit einem Rückspeisesystem ausgerüstet werden, das die Bremsenergie ins Netz zurück speist und sie anderen Abnehmern zur Verfügung stellt. 28 antriebstechnik 3/2016

UMRICHTERTECHNIK Infokasten ADL300 Trotz seiner geringen Größe verfügt der ADL300 über umfangreiche Liftfunktionen wie eine temperaturgeregelte Lüftersteuerung, eine integrierte Tuningfunktion zum Selbstabgleich der Motordaten und der Drehzahloptimierung sowie spezielle EFC/ EPC-Funktionen für exakte und weiche Einfahrten. Die Parametrierung der Anlage ist durch Einspielen existierender Parametersätze möglich. Alternativ kann sich der Anwender vom Setup-Wizard durch die Inbetriebnahme führen lassen. Der Aufzugumrichter überzeugt mit einer großen Leistungsvarianz bis 90 kW und 200 % Überlast für 10 Sekunden. Er erfüllt die strengen Sicherheitsanforderungen der Norm EN81-1:1998+A3 und besitzt aufgrund integrierter STO-Funktion (Safe Torque Off = sicher abgeschaltetes Moment) die Schutzklasse SIL3 nach EN61800-5-2-2007. Verfügbar sind die Ausführungen: Basic und Advanced. Der kompakte Umrichter ADL300 für den schützlosen Betrieb von Aufzügen mit Synchron- und Asynchronmotoren eignet sich sowohl für den Einbau in neue als auch zur Modernisierung bestehender Anlagen mit oder ohne Maschinenraum Vernetzte Komponenten Immer strengere Normen im Bereich der funktionalen Sicherheit sorgen dafür, dass die Weiterentwicklung und Verbesserung von Aufzugskomponenten vorangetrieben wird. Die Arbeitskreise „Normung“ und „CiA“ (Can in Automotion) des VFA Interlift e.V., dem Verband für Aufzugstechnik widmet sich unter anderem dieser Aufgabe. Ein Ergebnis aus dem Arbeitskreis der „CiA“, zu dem auch Gefran gehört, war die Entwicklung des Feldbus-Systems für Aufzüge. Ziel war, die Konzeption eines standardisierten Kommunikationssystems zwischen den einzelnen Aufzugskomponenten und der Steuerung sowie eine vereinfachte Kommunikation zwischen den einzelnen Komponenten. Das Feldbus-System für Aufzüge besitzt jedoch weitere Vorteile: Es reduziert den Verdrahtungsaufwand, weil nur noch ein zentrales Kabel benötigt wird. Das senkt nicht nur die Bau- und Wartungskosten, sondern zahlt sich auch im täglichen Betrieb aus. Denn anders als bei den bisher üblichen I/O-Link-Schnittstellen können per Feldbus ganze Datenpakete und damit mehr Informationen an die Steuerung verschickt werden: z. B. ob der Ventilator nicht korrekt funktioniert und der Umrichter dadurch überhitzt oder wie hoch die Temperatur des Umrichters aktuell ist – alles in Echtzeit. Zudem können per Feldbus-Daten aus dem Umrichter ausgelesen werden, die Aussagen über seine Effizienz und Einsparpotentiale liefern. So kann der Aufzugsbauer dem Eigentümer aufgrund der vorliegenden Statistiken zeigen, welche Einsparungen sich z. B. bei der Modernisierung der bestehenden Hochhausaufzugsanlage durch eine vernetzte Lösung mit Energierückspeisung ergäben. Durch die Vernetzung aller Aufzugskomponenten miteinander und mit der Steuerung über eine einzige Kommunikationslinie wird erstmals eine Präventivdiagnostik möglich. Auf diese Weise können abgenutzte Elemente ausgetauscht werden, bevor sie Defekte aufweisen und massiven Schäden entstehen können. Des Weiteren erfordert der Feldbus als „Plug & Play“-Stecker keine komplizierte Verdrahtung und damit für die Wartung, bzw. das Auslesen der Daten, keinen Elektronikexperten. Die Vernetzung der Komponenten über einen Feldbus bietet dabei die Möglichkeit, via Internet auf sie zuzugreifen und die Daten über ein Display im Aufzug anzeigen zu lassen. Auf diese Weise kann Überlast – sie zeigt sich an einem erhöhten Stromverbrauch aufgrund des zu hohen Passagiergewichts – diagnostiziert und Ermüdungserscheinungen an den Komponenten erkannt werden. Der Fehler wird quittiert und im Steuergerät hinterlegt. Über die Fernwartung lässt sich dann ermitteln ob ein Austausch der jeweiligen Komponente sofort oder in näherer Zukunft erforderlich ist. Außerdem geben die Daten Aufschluss darüber ob ggf. der Motor oder der Umrichter für den Einsatz grundsätzlich zu unterdimensioniert oder vielleicht über dimensioniert ist. Die Vernetzung der Aufzugskomponenten über Feldbus und die Anbindung an das Internet haben jedoch noch weitere, weniger naheliegenden Vorzüge: Über den Monitor im Aufzug können Sicherheitshinweise bzw. Verhaltensmaßregeln im Störfall bekannt gegeben werden. Warenhäuser können Werbung über das Display schalten und in großen Konzernen können die Moni tore zu allgemeinen Information der Mi tar beiter genutzt werden. All dies wird durch eine moderne Aktorik – kleinen, unscheinbaren, aber dennoch essentiellen Komponenten ermöglicht. www.gefran.com antriebstechnik 3/2016 29

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