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antriebstechnik 9/2019

antriebstechnik 9/2019

SENSORIK UND MESSTECHNIK

SENSORIK UND MESSTECHNIK TACHOGENERATOR FÜR ZUGSPITZBAHN PRÄZISE UND ZUVERLÄSSIG ZUM GIPFEL Tachogeneratoren für Antriebe von Bergbahnen und Skiliften sind enormen Belastungen ausgesetzt. Dennoch müssen sie die Geschwindigkeit präzise und zuverlässig messen können. Deshalb setzen Hersteller auf Heavy-Duty- Lösungen von Baumer Hübner. Was muss ein Tachogenerator mitbringen, um den rauen Bedingungen auf verschneiten Bergen trotzen zu können? Stefan Haberstroh ist Produkt Manager Heavy Duty bei der Baumer Hübner GmbH in Berlin 54 antriebstechnik 2019/09 www.antriebstechnik.de

SENSORIK UND MESSTECHNIK Über viele Jahre hinweg verbindet eine Seilbahn die Tiroler Seite der Alpen mit dem Gipfel der Zugspitze und bringt täglich hunderte von Menschen auf 2 964 Höhenmeter. Mit einer Geschwindigkeit von 10 m/s dauert eine Fahrt etwa siebeneinhalb Minuten, zwei 500 kW starke Elektromotoren liefern dafür den Antrieb. Die Steuerung der unterschiedlichen Fahrzustände der Kabinen – langsam, stationär, vorwärts, rückwärts, Beschleunigen, Hochgeschwindigkeit und Bremsen – erfordert dabei eine hohe Genauigkeit und Zuverlässigkeit des Drehzahlregelsystems. Schließlich steht der Komfort und die Sicherheit der Fahrgäste im Vordergrund. Dabei sind die Komponenten der Seilbahn jedoch schwierigen Bedingungen ausgesetzt: Wind, Regen und Schnee prägen die Umweltbedingungen, die Temperaturen reichen von zweistelligen Minusgraden im Winter bis zu Plusgraden im Sommer. Ein Paradebeispiel für den Einsatz von Heavy-Duty- Tachogeneratoren von Baumer Hübner, in diesem Fall der Analog-Tachogenerator TDP 0,2 LT, ein robuster und zugleich präziser Vertreter rotatorischer Drehzahlgeber. UMFASSENDES LEISTUNGSVERSPRECHEN Heavy-Duty-Komponenten stehen für „hochbelastbar“. Das bedeutet für Baumer Hübner aber mehr als nur dicke Gehäusewände und Schutz gegen Rost. Die Heavy-Duty-Serie gibt das umfassende Leistungsversprechen, dass die Drehgeber und Tachogeneratoren ihre Arbeit zuverlässig über viele Jahre hinweg verrichten und die Betreiber dabei nie im Stich lassen. Gerade für den Einsatz in Bergbahnen eine wichtige Voraussetzung. Dafür müssen einige Kriterien erfüllt sein. Ein ganz zentraler Faktor ist dabei natürlich die mechanische Robustheit. Tachogeneratoren für die Antriebe von Seilbahnen müssen Stößen, Vibrationen oder anderen Kräften auf die Drehwelle über lange Zeiträume widerstehen können, ohne dabei an Funktionsfähigkeit zu verlieren. Ein Austausch kann schließlich teuer werden, nicht etwa, weil der Tachogenerator teuer ist, sondern weil er oft an schwer zugänglichen Stellen montiert ist und die Anlage während des Austauschs stillsteht. Ein robustes Gehäuse mit soliden Wänden ist da ein guter Anfang, so besteht das Gehäuse des TDP 0,2 LT aus Aluminium-Druckguss und die Welle aus Edelstahl. Aber auch das Innere muss schock- und vibrationsfest ausgelegt sein. Eine zweiseitige Lagerung des Ankers resultiert beim TDP 0,2 LT in einer hohen radialen und axialen Belastbarkeit der Welle. Auch Staub, Schmutz und Feuchtigkeit darf einem Heavy-Duty-Tachogenerator nichts anhaben, daher muss für ein ausreichendes Maß an Dichtheit gesorgt sein. Gerade an den neuralgischen Stellen – der Welle und dem elektrischen Anschluss – ist das Heavy-Duty-Gehäuse daher gut abgedichtet. Zusätzlich sorgen geeignete Materialien und Beschichtungen für Korrosionsschutz gegen die Einflüsse etwa von Salzwasser oder Chemikalien. 01 02 01 Tachogeneratoren in LongLife-Technik basieren auf einer in den Kommutator eingebetteten Silberspur 02 Der Tachogenerator mit der in den Kommutator eingebetteten, patentierten Silberspur, ist für anspruchsvolle Antriebsaufgaben prädestiniert

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