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antriebstechnik 9/2019

antriebstechnik 9/2019

03 Mit einem modernen

03 Mit einem modernen Maschinenpark und einer hoch spezialisierten Fertigung und Montage stärkt ZAE die eigene Innovationskraft Meyer: Richtig. Wir müssen uns nicht vierteljährlich mit Zahlen rechtfertigen, wie börsennotierte Unternehmen. Dementsprechend müssen wir nicht ständig den nächsten Großabschluss erjagen, sondern können kontinuierlich ohne den ganz großen externen Druck agieren. Was versteht ZAE unter dem Begriff Systemanbieter? Hedder: Wir definieren ein System einerseits als Individuallösung aus möglichst vielen Standardkomponenten, im Sinne eines kundenspezifischen Systems. Andererseits haben wir inzwischen auch ein großes Know-how im vor- und nachgelagerten Antriebsstrang aufgebaut und können dort mit unseren entsprechenden Lieferanten Komplettlösungen liefern. Wir haben beispielsweise eine Kooperation mit einem Servomotorenhersteller mit dessen Produkten wir gemeinsam Lösungen anbieten können. Wie kundenspezifisch kann es werden? Haben Sie ein Beispiel, wie speziell die Anforderungen werden, die sie umsetzen? Hedder: Wir hatten einmal eine sehr exotische Anwendung, auch in einer Branche, die absolut nicht zu unseren typischen Abnehmermärkten gehört. Dabei ging es um die Ausstattung eines Torpedos mit einer GPS-Antenne. Wir sollten das System entwickeln, das die Antenne aus- und wieder einfährt. Diese Lösung musste beispielsweise sehr leicht ausfallen und zudem an den sehr beengten Bauraum angepasst werden. Und mir fällt noch ein Beispiel ein bei dem wir zwar letztlich nicht erfolgreich waren, das aber trotzdem zur Kundenbindung beigetragen hat. Wir hatten einmal einen Auftrag im Bereich Pick-and- MEILENSTEINE DER UNTERNEHMENS GESCHICHTE 1919: Gründung als Zahnradfabrik Altona-Elbe 1953: Krones setzt auf Schneckengetriebe von ZAE; nach wie vor einer der größten Kunden des Unternehmens 1965: Deutz erteilt Großauftrag für Massenausgleichsgetriebe; läuft 2019 aus 1966: Entwicklung des Blockgehäuses durch Heinz Sassen und Markteinführung in den Folgejahren 1970: Umstellung von Lohnfertigung auf Getriebeproduktion 1982: Akquise des benachbarten Krupp Eisenlagers, deutliche Vergrößerung der Unternehmensfläche 1989: Umfirmierung zu ZAE-AntriebsSysteme 2002: Einführung der Holding-Struktur unter dem Dach der Altonaer Technologie Holding (ATH) Place-Roboter. Die Rahmenbedingungen waren sehr anspruchsvoll, die abzufahrende Fläche war groß, die Taktzeiten niedrig, das Werkzeuggewicht wiederum hoch. Das Getriebe sollte sehr spielarm sein und ein hohes Drehmoment haben. Letztlich haben wir ganz eng mit dem Kunden kooperiert und debattiert, welche Lösungen in Frage kämen und haben mehrere Varianten entwickelt, mit verschiedenen Werkstoffen und Getriebetechnologien. Durch die Tiefe der Diskussion haben wir beim Kunden nachhaltig einen positiven Eindruck hinterlassen. Die Anforderungen konnten wir durch das Pflichtenheft dann letztlich nicht bedienen, aber wir haben sehr viel gelernt und den Kunden trotzdem enger an uns gebunden. Haase-Camper: Hier hilft uns unser eigenes Prüflabor und unsere sehr gut ausgestattete Fertigung. Wir können Dinge schnell anpassen und im Haus testen. Das macht uns flexibel und glaubwürdig. ZAE-AntriebsSysteme teilt sich das Firmengelände mit der Schwesterfirma Kroenert. Welche Synergieeffekte ergeben sich hieraus? Meyer: Zunächst einmal ergeben sich natürlich ganz offensichtlich positive Effekte hinsichtlich der Verwaltung. ZAE und Kroenert teilen sich Verwaltung, Buchhaltung, IT, usw. Aber auch technologisch hat die Koexistenz auf demselben Gelände große Vorteile für die ZAE. Mit Kroenert sitzt quasi ein Endanwender im selben Haus. Wir können bei Kroenert sehr viele Produkte im realen Betrieb testen. Das ist natürlich ein riesiger Vorteil für die Entwicklungsabteilung von ZAE. Welche Trends haben Sie in der Antriebstechnik identifiziert? Hedder: Die Automatisierung wird uns sicherlich weiterhin in den nächsten Jahren begleiten. Energieeffizienz war vor einigen Jahren ein Riesenthema, das momentan nicht mehr ganz so groß gespielt wird, aber sicherlich immer noch wichtig ist. Die Digitalisierung wird weiter voranschreiten. Das verfolgen wir sehr stark. Haase-Camper: Nicht zu vergessen die Geschäftsmodell-Thematik. All diese Technologien und Möglichkeiten, die sich durch die Digitalisierung realisieren lassen, müssen letztlich auch zu einem Mehrwert führen. Das ist meiner Meinung nach eine große Herausforderung, die nahezu alle Industrieunternehmen haben. Vielen Dank für das Gespräch. Fotos: ZAE-AntriebsSysteme GmbH & Co KG www.zae.de 50 antriebstechnik 2019/09 www.antriebstechnik.de

MINIATURANTRIEBE FÜR DEN EINSATZ IM WELTRAUM Der Bedarf an weltraumtauglichen Antriebssystemen, die vor allem zuverlässig, langlebig, klein und leicht sein müssen, steigt. Vor 50 Jahren waren Präzisionskugellager der Faulhaber Tochter MPS in den Uhren der Astronauten beim ersten Schritt eines Menschen auf dem Mond dabei. Leichte und kompakte Faulhaber Miniaturantriebe haben seither bei vielen Raumfahrt- und Forschungsprojekten unter harten Weltraumbedingungen immer wieder ihre Zuverlässigkeit und Positioniergenauigkeit bewiesen. Die Antriebe sind vakuumtauglich und widerstehen höchsten mechanischen Belastungen. Ihre Komponenten sind optimal aufeinander abgestimmt und erreichen so eine sehr hohe Effizienz. Bei der nächsten Mars-Mission im Jahr 2020 sind Schrittmotoren in hochauflösenden Kamerasystemen verbaut. Die kleinen Antriebe mit nur 10 mm Durchmesser positionieren die Objektive für gestochen scharfe Aufnahmen der Marsoberfläche. Auch zukünftig werden die kompakten Miniaturantriebe zur Weiterentwicklung der Weltraumforschung und Raumfahrt beitragen. Foto: sodern / arbracam production numérique www.faulhaber.com ROLLRINGGETRIEBE WERDEN SMART Um das Aufwickeln von rund- und bandförmigem Material auf Spulen zu automatisieren, hat Joachim Uhing bereits 1952 die erste Version eines Rollgetriebes mit glatter Welle zur Marktreife gebracht. Diese Produkte bietet das Unternehmen nun auch mit integrierter Sensortechnik an. „Mit Uhing Motion- Drive entsprechen wir unseren Kundenwünschen nach Digitalisierbarkeit der mechanischen Automationsprozesse“, sagt Uhing-Geschäftsführer Wolfgang Weber. Zudem wurde eine gesonderte Website eingerichtet: www.uhing-rg.de. Dort können sich Interessierte mittels einer virtuellen Animation über das Potenzial des digitalisierten Rollringgetriebes informieren. Über die Wickeltechnik hinaus greift das Uhing-Prinzip auch in der Lineartechnik: Anstelle von Gewindestangen kommt eine glatte Welle zum Einsatz. Und statt der Mutter werden Gehäuse mit Rollringen verwendet, die mit veränderlichem Steigungswinkel auf der Wolle abrollen. www.uhing.com Auf der sicheren Seite. CONTI® V FO PIONEER Generation II. Kraftvolle Leistungsübertragung bei gleichzeitig hoher Laufruhe – das bietet der neue Hochleistungskeilriemen CONTI®V FO PIONEER, Generation II. Der Riemen ist gegenüber dem Vorgängermodell um mehr als 5 % leistungsstärker, temperaturbeständig von –40 °C bis +130°C, wartungsfrei und dank der abriebfesten Mischung besonders langlebig. www.continental-industry.com

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