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antriebstechnik 9/2019

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05 Klaus Findling ist

05 Klaus Findling ist bereit für das Gipfeltreffen Drehzahlen, Umgebungsbedingungen und können genau formulieren‚ welche Anforderung kritisch für die Anwendung ist. In solchen Fällen können wir recht schnell sagen, welches Produkt passt. Aber ich glaube, dass das zukünftig nicht mehr so einfach ist, da wir immer wieder feststellen, dass es Anfragen von Firmen gibt, die veraltete Anlagen ohne Dokumentation im Werk haben. In diese Wissenslücken wollen wir künftig stoßen und unsere Kunden beratend unterstützen. Wir stehen auf dem Gipfel des Turmbergs, blicken in die Ferne. Wagen wir einen Blick in die Zukunft: Wie will Findling noch besser werden? Wie wird sich das Business transformieren? Ich glaube, dass sich viele auf die Digitalisierung stürzen werden und die Mechanik auslagern werden. Da stellt sich dann die Frage: Wer springt auf den Zug der Mechanik auf? Wer bietet die Dienstleistung an, wer bietet die Beratung an? Das ist der Weg, den wir im Auge haben – ohne unser klassisches Produktgeschäft zu vergessen. Wir werden die Defizite, die bei den Kunden entstehen, auffangen und uns noch mehr in die Entwicklungsprozesse einbringen. Dazu müssen wir konsequent unser Angebot entlang der Wertschöpfungskette ausweiten. 80 bis 85 Prozent der Kunden wissen ganz genau was sie brauchen. Sie kennen ihre Belastung, Es wird eine permanente Auseinandersetzung mit der Frage sein, wie machen wir unser Unternehmen noch wettbewerbsfähiger und attraktiver für die Kundschaft. Wir müssen das Ohr ganz nah am Markt haben und schauen, welche Angebote attraktiv für unsere Kunden sind. Zudem sind wir im Moment auf dem Sprung in die weite Welt. Obwohl wir ein relativ kleines Unternehmen sind, müssen wir international verfügbar sein. Es reicht eben nicht mehr, dass wir Ware von Deutschland nach Indien, nach China, Taiwan, nach Frankreich oder Kanada schicken, dieser Prozess ist zu langwierig und teuer. Ergo ist die Vision die, dass wir den Schritt mit unseren Kunden ins Ausland gehen. Denn diese brauchen unsere Expertise vor Ort, was die Leistungsklassen betrifft und die Schulungen und das Engineering. Das ist der nächste Schritt, den die Firma Findling gehen muss. Wir sind schon in Polen und der nächste Schritt wird ein eigener Standort in China sein. Fotos: Redaktion antriebstechnik www.findling.com KLAUS FINDLING ABSEITS DES BUSINESS Herr Findling, was machen Sie, um zu entspannen und den Kopf freizubekommen? Im Sommer tauche ich sehr gerne, die Stille unter Wasser entspannt mich enorm. Im Winter fahre ich gerne Ski, in jüngeren Jahren war ich zudem auf dem Snowboard unterwegs. Woher beziehen Sie die Inspiration für neue Ideen? Die bekomme ich meist nach Feierabend, wenn ich entspanne. Oder auch aus Gesprächen mit Freunden oder Unternehmerkollegen, mit denen ich mich beispielsweise im Groß- und Einzelhandelsausschuss der IHK Karlsruhe austausche. Ich versuche bewusst, mich branchenübergreifend inspirieren zu lassen. Sie haben die Firma sehr früh von Ihrem Vater übernommen. Wann wollen Sie an die nächste Generation übergeben? Und wie schwer wird es loszulassen? Ich glaube, dass es mir leichtfallen wird, loszulassen. Ich habe mit meinem Vater ein positives Beispiel dafür, wie es sein kann, wenn man wirklich loslässt. Man muss nur ehrlich damit umgehen. Ich habe das Unternehmen damals käuflich von meinem Vater erworben und damit auch das komplette Risiko übernommen. Sollte ich mich entscheiden, dies anders zu handhaben, dann muss ich es wie ein Geschenk behandeln. Man darf an ein Geschenk keine Erwartungen knüpfen. Wenn die nächste Generation es dann gut macht, freue ich mich. Wenn es nicht so gut läuft, muss man das auch akzeptieren und wertfrei beurteilen. Aber meine Frau und ich haben versucht, die Grundlage für den künftigen Unternehmenserfolg schon früh zu legen, indem wir unseren Kindern unsere Werte vorgelebt haben. Und je früher ich den Ruhestand genießen kann, umso besser. Auch ich schätze meine Freizeit. Sollte eines meiner Kinder sehr früh einsteigen wollen, könnte ich mir auch vorstellen, noch einmal etwas ganz anderes zu machen. Jetzt beschleunigen wir die Fragerunde. Fünf schnelle Fragen, fünf schnelle Antworten: 1. Eule oder Lerche? Lerche 2. Sommer oder Winter? Hauptsache nicht Herbst 3. Vollgas oder Effizient? Effizient 4. West oder Ost? Fernost 5. Steak oder Salat? Steak 36 antriebstechnik 2019/09 www.antriebstechnik.de

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