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antriebstechnik 9/2019

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WÄLZ- UND GLEITLAGER 04

WÄLZ- UND GLEITLAGER 04 Making of: Immer schön lächeln und bereit machen fürs Fotoshooting in der Regel so, dass die Hersteller mit ihrem Markennamen glänzen können. Im Eco- und Easyroll-Segment ist das anders. Dort führen wir Marken, die auf dem Weltmarkt noch keine große Rolle spielen. Durch unsere Kategorisierung helfen wir den Herstellern, sich im Markt zu positionieren. Man erhält so eine gewisse Vergleichbarkeit und kann versuchen sich innerhalb seines Segments zu verbessern, ohne in Konkurrenz zu nicht vergleichbaren Produkten zu treten. Und wenn sich jemand verbessern will, von Eco nach Supra aufsteigen möchte, muss er uns diesen Qualitätssprung nachweisen. Dieser Mechanismus funktioniert übrigens auch in die andere Richtung. Wenn sich ein Produkt qualitativ verschlechtert, merkt das der Kunde erst mal nicht, da er ja weiterhin sein ihm bekanntes Produkt unter einem gewissen Markennamen kauft. Wir kontrollieren kontinuierlich die Qualität der Produkte, die wir führen, und werten Produkte auch ab. Darauf können sich unsere Kunden verlassen. Was ist für Sie das Geheimnis des Erfolgs bei Findling Wälzlager? Das ist der Wille zur Präzision, sowohl in Bezug auf unsere Produkte, als auch in unseren Arbeitsprozessen. Im ernst haften Umgang mit unseren Kunden. Dass wir unseren Job absolut perfekt machen wollen. Wenn der Kunde sagt, ich brauche ein Produkt mit einer gewissen Lebensdauer, dann stellen wir den Kunden vor die Wahl: Dieses Produkt hat diese definierte Betriebsstundenzahl, die Alternative leistet bis zu 2 000 Betriebsstunden mehr. Und dieser Sicherheitspuffer kostet dich einen gewissen Betrag. Die Transparenz ist das große Plus. Wir wollen für unsere Kunden Mehrwerte schaffen. Das lässt sich auch an unserer neuesten Dienstleistung ablesen, der Sonderbefettung. Die Sonderbefettung haben wir aufgegriffen, weil ein Kunde einen extrem komplexen Fall hatte. Er brauchte ein ganz spezielles Fett in einer Menge mit sehr engen Toleranzen – bei zu starkem Fetteintrag lief das Lager zu schwer, wird zu wenig Fett genutzt, reduziert sich wiederum die Lebensdauer sehr stark. Wir mussten die Oberflächen komplett ölfrei bekommen, da reichte nicht nur eine normale Entfettung oder Entölung auf Wasserbasis. Wir mussten einen Prozess entwickeln, einen Auditierungprozess bestehen und unsere Lösung von einem großen Konzern freigeben lassen. Wir hatten nach dem ersten Audit 92 Prozent der geforderten Punkte. Wir haben uns den Prozess sehr genau angeschaut. Dieser Wille zur Perfektion ist es, der uns auszeichnet. Das gilt auch für unsere Auftragsabwicklung: Wir haben nur 0,8 Fehler pro 1 Mio. Euro Umsatz in der Logistik und 1,6 Fehler pro 1 Mio. Euro Umsatz in der Verwaltung. Der Prozess von der Beratung bis zur Auftragsannahme hinweg, bis zur Auslieferung ist bei uns über 100 Jahre optimiert worden. Wir versuchen, aus jedem Fehler zu lernen. Unsere Präzision und Perfektion ist Anspruch eines jeden Mitarbeiters und spiegelt sich in jedem Auftrag wieder. Welche Rolle spielt es Ihrer Meinung nach, dass Findling ein Familienunternehmen ist, bezogen auf den Unternehmenserfolg? Das ist intern betrachtet ein wichtiger Punkt, wenn man es mit unseren Mitarbeitern in Relation setzt. Man nimmt uns als Geschäftsführung ernst. Unsere Mitarbeiter haben das Vertrauen, dass das was wir heute sagen auch noch morgen gilt und kein Marketing-Geschwätz ist. Das gilt gerade auch für schwierige Zeiten, in denen wir Sicherheit und Bodenständigkeit ausstrahlen. Das klassische deutsche mittelständische Familienunternehmen ist auf nachhaltiges Wachstum ausgerichtet und muss keine Quartalsziele an der Börse erreichen. Das wissen und schätzen die Mitarbeiter und identifizieren sich somit auch stark mit ihrem Arbeitgeber. Davon profitieren wir hinsichtlich Qualität und Gewissenhaftigkeit, was wiederum dem Unternehmenserfolg zugutekommt. Momentan macht die Konjunktur eine kleine Verschnaufpause. Wie nehmen Sie diese wahr? Ich setzte dies in Verbindung mit der großen Krise von 2009. Diese wirkt meiner Meinung nach bis heute nach. Obwohl wir die letzten Jahre eine sehr gute konjunkturelle Lage hatten, merkt 34 antriebstechnik 2019/09 www.antriebstechnik.de

WÄLZ- UND GLEITLAGER man, dass angesichts der schlechteren Prognosen momentan große Vorsicht waltet. Die Kunden haben aus der Krise vor zehn Jahren gelernt. Wir sind aktuell in einer sehr heißen Phase, in der die Stimmung ganz extrem kippen könnte. Die Zyklen scheinen kürzer zu werden, alles wird schnelllebiger. So ist es. Das werden sehr spannende Monate, die jetzt auf den Maschinenbau zukommen. Aber nicht nur in der Industrie ist momentan vieles kaum vorhersehbar. Ich habe das Gefühl, dass wir vor einer Zeitenwende stehen: CO 2 -Steuer, mehr Umweltschutz, Ausbau der E-Mobilität. Es passiert momentan sehr viel in sehr kurzer Zeit. Aber die geforderte Schnelllebigkeit, das Radikale, das überfordert auch manche Menschen. Der Mensch ist ja in der Regel erst einmal auf Kontinuität ausgelegt, auf Familie, auf langfristige Planung. Viele hadern momentan mit unserer Gesellschaft, wir haben einen Zwiespalt, weil wir mit unserer Mentalität nicht richtig hineinpassen. Es gibt natürlich auch andere Kulturen: Heute so, morgen so, ist egal, dann wechsle ich, ziehe um, verkaufe, kaufe etwas Neues oder gehe zur Miete und bin mobil und flexibel. Aber so sind wir Mitteleuropäer nicht, erst recht nicht wir Deutschen. Das kann in der aktuellen Situation ein Nachteil, auf lange Sicht aber auch ein Vorteil sein, weil wir uns nicht von jedem Trend treiben lassen. Apropos Trends: Inzwischen gibt es mehr und mehr „intelligente“ Lager, die mit Zustandsüberwachung oder sogar mit Ausfallprognosen punkten wollen. Nehmen Sie diese ebenfalls ins Sortiment auf? Ich sehe das nicht unbedingt als ein massentaugliches Produkt. Sensorlager sind verhältnis mäßig teuer. Der Massenmarkt funktioniert nach anderen Kriterien. Da muss das Produkt wirtschaftlich und lieferfähig sein, da muss Stabilität sein. Sensorik für Lager könnte ich mir als Zubehörprodukt vorstellen, als Plug-and- Play- Lösung für beliebige Lager. Dann hat es eine Chance neue Standards zu setzen. Aber davon sind wir aktuell noch sehr weit entfernt. Dennoch macht die Digitalisierung auch vor Ihrem Geschäft nicht halt, schätze ich. Alle Welt spricht von den neuen Geschäftsmodellen dank I4.0. Wie tragen Sie dieser Entwicklung Rechnung? Bei unserer Unternehmensgröße ist das eine Führungsaufgabe. Ich habe das Glück, dass ich Wirtschaftsingenieur bin mit der Fachrichtung Automatic Operations Research. D. h. ich habe „die Digitalisierung“ von der Pike auf gelernt. Ich kann selbst programmieren. Alles was im IT- Bereich diskutiert wird, kann ich für unsere Firma abschätzen und managen. Die Grenzen beginnen dort, wo die Kommunikation über die Unternehmensgrenzen hinausgehen. Und die große Schwierigkeit ist, dass die passende Lösung für die eigene Vision in der Regel nicht am Markt verfügbar ist, weil man zwei bis drei Schritte voraus ist. Aber: Wir, die Firma Findling, werden unsere digitalen Angebote weiter ausbauen. Wir haben erste Schritte mit dem Online-Chat und dem klassischen Support-Ticket-System aus der IT-Welt gemacht. Noch inte ressanter wird die interne Digitalisierung des Unternehmens sein: Kommissionier-Techniken, Verpackungsroboter, autonome Transportsysteme. Leider sind viele Digitalisierungsprojekte unserer Kunden Effizienzkiller der Zusammenarbeit. Procurement- Portale sind nur für die „Auftraggeber“ optimiert und die Zulieferer lässt man im Regen stehen. UNSERE GETRIEBE- LÖSUNGEN: SO INDIVIDUELL WIEIHR AGV. 07.bis 10.10.2019 ---------------------------------------- Halle8 ---------------------------------------- Stand8410 Unser kompaktesund hoch belastbares NGV: die ideale Basis, um das perfekte Getriebe für Ihr AGV zu finden. Welche Anforderungen Sie auch stellen, wir bieten Ihnen die ideale Getriebelösung –obals Standard- oder Sondergetriebe. + Ideal bei hohen Radiallasten + Extrem platzsparend + Über 95%Wirkungsgrad + Ab Losgröße 1 + TopPreis-Leistung Wasbrauchen Sie? 07825 847-0 Jetzt mehr erfahren: neugart.com

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