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antriebstechnik 9/2017

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LINEARTECHNIK Mehr Platz

LINEARTECHNIK Mehr Platz für die wesentlichen Dinge Schwerlastauszüge von Rollon sorgen für Effizienzsteigerung in der Chip-Produktion Bestückungsautomaten in der Elektronik-Fertigung werden von der Seite beladen und blockieren so Platz für andere Anlagen. Die Firma IC-Automation hat jetzt für den Schaltkreis-Hersteller IC-Haus ein Modell entwickelt, das von vorne befüllt wird. Auf diese Weise kann das Unternehmen eine größere Anzahl nachgelagerter Bearbeitungsmaschinen aufstellen als bisher. Möglich wurde die Konstruktion durch spezielle Schwerlastauszüge von Rollon. Klaus Hermes ist Marketingleiter bei der Rollon GmbH in Düsseldorf Hochstapler heißt der neue Automat, der für mehr Effizienz in der Produktion von Elektronik-Komponenten sorgen soll. Der Name ist treffend: Die Anlage, die Bearbeitungsstationen für die Herstellung mikroelektronischer Bauelemente mit Platinen versorgt, kann bis zu 42 übereinandergestapelte Kassetten mit den Bauteilen aufnehmen. Dank dieser Konstruktion ist es möglich, den Automaten im Dauerbetrieb zu fahren, ohne dass ein Mitarbeiter ihn ständig neu befüllen muss. Hightech für die Auto- und Medizintechnik- Industrie Die Front-Bedienung des Hochstaplers war eine Vorgabe von IC- Haus. Das Unternehmen aus Bodenheim fertigt integrierte Schaltkreise und mikroelektronische Bauelemente nach Kundenvorgabe. IC-Haus wollte die Freifläche, die man bisher für die Beladung der alten, seitlich zu bestückenden Automaten benötigte, effizienter nutzen. „In diesen Bereichen sollten eigentlich Maschinen stehen, denn das ist teurer Platz im Reinraum“, erläutert Andreas Friesenecker von IC-Automation die Hintergründe. Durch den Einsatz des Hochstaplers konnte der Kunde zusätzliche Bearbeitungsstationen aufstellen und so seine Produktivität erhöhen. Zu den Produkten von IC-Haus gehören neben Opto-Gehäusen und mikroelektromechanischen Systemen (MEMS) auch Multi- Chip-Module und komplexe Mikrosysteme sowie Schaltkreise mit optischen und magnetischen Sensoren. Abnehmer dieser Bauelemente sind Hersteller von Automatisierungsanlagen und Haushalts- bzw. Medizintechnik-Geräten sowie Automobil-Produzenten. Diese setzen MEMS bspw. in Airbags oder den ABSund ESP-Systemen von Pkw ein, wo sie das Verhalten des Fahrers genau registrieren und bei Auffälligkeiten entsprechend elektronisch gegensteuern. Produktionssteigerung dank neuem Bestückungsautomat Seine Schaltkreise entwickelt IC-Haus mithilfe eigener Zellbibliotheken sowie CMOS-, Bipolar- und BCD-Technologie. Die Bodenheimer nutzen moderne Fertigungsverfahren und sind in der Lage, auf einem Silizium-Chip tausende Funktionseinheiten unterzubringen. Produziert werden die ICs u. a. per Flip-Chip-, SMT-, Moldingoder Drahtbonding-Verfahren, die Assemblierung der Schaltkreise erfolgt in der Chip-on-Board- bzw. Chip-on-Flex-Technik. Mit dem neuen Bestückungsautomaten kann IC-Haus die Produktionszahlen erhöhen und die steigende Nachfrage nach integrierten Schaltkreisen besser bedienen. Für die Konstruktion der Anlage war IC-Automation der richtige Partner, denn das Unternehmen wurde 2000 aus der Automatisierungsabteilung von IC-Haus aus gegründet. Andreas Friesenecker und seine Kollegen kannten also die Fertigungslinien in Bodenheim und konnten den Automaten exakt anpassen. Der enge Kontakt der Unternehmen war aber nur ein Grund für die Zusammenarbeit. Mindestens ebenso wichtig war das Know-how von IC-Automation in der Fertigung von Mess-, Steuerungs- und Handlinganlagen. Sie kommen nicht nur in der Halbleiter-, sondern auch in der Glasindustrie zum Einsatz, wo sie z. B. zur Bestimmung der optischen Dicke verwendet werden. Konstruktion sorgt für hohe Stabilität Als Lieferanten für die Komponenten seiner Anlagen wählt IC-Automation verschiedene Firmen aus Deutschland. Bei den Führungen für die Kassetten-Schubladen des Bestückungsautomaten entschied man sich aufgrund ihrer Stabilität für die Schwerlastauszüge HGT 050-1100 der Hegra-Rail-Produktfamilie von Rollon: „Sie halten selbst einer Belastung von über 100 kg stand“, berichtet Andreas 36 antriebstechnik 9/2017

LINEARTECHNIK 01 Die Schwerlastauszüge weisen eine geringe Durchbiegung sowie eine hohe Systemsteifigkeit auf und erreichen Hübe von 100 % der Teleskopschienenlänge 02 03 02 Da der Platz in der Reinraumproduktion teuer ist, sollten die Anlagen möglichst kompakt stehen. Der Hochstapler ermöglicht die optimale Ausnutzung der Fläche 03 Dank der Schwerlastauszüge finden in den Schubladen des Hochstaplers alle Rechner und Netzteile bequem Platz Friesenecker. Soviel Gewicht lastet z. B. auf den Schubladen, in denen die Rechner und Netzteile des Automaten untergebracht sind. „Man könnte sich zusätzlich draufstützen, und die Auszüge würden trotzdem nicht unter der Last zusammenbrechen“, so Friesenecker. Die Robustheit der Teleskopführungen ist der Konstruktion aus einem massiven, als Doppel-T ausgeführten Zwischenelement und zwei an die Form des Schwerlastauszuges angepassten Läufern zu verdanken. Aufgrund dieser Bauweise weisen die Teleskopführungen eine geringe Durchbiegung und eine hohe Systemsteifigkeit auf. Zu diesen Eigenschaften trägt auch das Material bei, aus dem Rollon die Auszüge fertigt: Kohlenstoffstähle, Edelstahl (V2A, V4A) oder Aluminium. Für die Oberflächenbeschichtung stehen eine Verzinkung und eine Zink-Nickel-Beschichtung zur Verfügung. Die Schwerlastauszüge sind in zwölf Bauformen mit unterschiedlichen Ausstattungsvarianten und in Längen von 250 bis 2 300 mm erhältlich. Ein weiteres Argument für die Auszüge war, dass es Vollauszüge sind. Sie erreichen Hübe von rund 100 % der Teleskopschienenlänge. Mit HGT 050-1100 lassen sich die Schubladen des Hochstaplers also bis zu einer Länge von 1 100 mm herausziehen – Platz genug, um so viele Platinen im Automaten unterzubringen, dass die Anlage die Nacht hindurch laufen kann, ohne nachgefüllt werden zu müssen. Immer mehr Sondermaschinen gehen in Serie Neben den optimalen Eigenschaften seiner Schwerlastauszüge war der Service von Rollon ausschlaggebend dafür, dass sich IC-Automation für die Düsseldorfer als Lieferanten entschied: „Im Sondermaschinenbau ist die Entwicklungszeit der bedeutendste Kostenfaktor, deshalb kommt es auf eine gute Kommunikation mit den Zulieferern und auf eine schnelle Lieferung der Bauteile an“, sagt Andreas Friesenecker. „Beides hat bei Rollon gut funktioniert.“ Wegen der Qualität der Produkte und der guten Zusammenarbeit setzt das Unternehmen Lineartechnik von Rollon nicht nur in seinem Bestückungsautomaten ein, sondern auch in sogenannten Nutzentrennern. Diese Anlagen vereinzeln komplexe elektronische Baugruppen mithilfe von Laserimpulsen – dank Uniline-Linearachsen von Rollon in hohen Taktzahlen und damit effizient. Ein Standbein der IC-Automation ist die Fertigung von Sondermaschinen. Weil diese Art des Anlagenbaus relativ teuer ist und sich immer mehr Kunden für die ursprünglich kundenspezifisch konstruierten Maschinen interessieren, produziert das Unternehmen diese inzwischen oft auch in Serie. Fotos: 01: Rollon; sonst.: IC-Automation www.rollon.de Ihr Spezialist für Teleskopschienen im Schwerlastbereich Technische Beratung unter: Tel. +49 (0)89 27399605 · info@profilscope.de Besuchen Sie uns auf der Motek Halle 4, Stand 4428 antriebstechnik 9/2017 37 Profilscope.indd 1 18.08.2017 11:08:55

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