Aufrufe
vor 2 Monaten

antriebstechnik 9/2017

antriebstechnik 9/2017

MAGAZIN I INTERVIEW

MAGAZIN I INTERVIEW „Digitalisierung als eigenständiges Lösungsfeld“ So setzt Sensor-Technik Wiedemann (STW) als Mittelständler Industrie 4.0 um Digitalisierung und Industrie 4.0 spielen bei großen Unternehmen schon längst eine wichtige Rolle – aber auch im Mittelstand? Wie weit das Kaufbeurer Unternehmen Sensor-Technik Wiedemann (STW) GmbH schon in der Umsetzung ist, welche Lösung bereits angeboten werden und welche Hürden noch zu nehmen sind, konnte Chefredakteur Dirk Schaar von Geschäftsführerin Sonja Wiedemann erfahren. Frau Wiedemann, Industrie 4.0 trifft nicht nur große Unternehmen, sondern auch den Mittelstand. Wie gehen Sie heute schon damit um? Die Digitalisierung haben wir sowohl in unseren Produkten als auch in unserem Dienstleistungsangebot berücksichtigt. Bestandprodukte haben wir „Industrie-4.0-kompatibel“ gemacht. Neue Produkte, sowie darauf basierende Dienstleistungen müssen diesen Ansprüchen genügen. Seit über einem Jahr betreiben wir eine Cloud und bieten Cloud-basierte Dienstleistungen an. Wir haben die Entwicklungen und Anforderungen von Industrie 4.0 genutzt, um uns vom Komponenten- zum Lösungsanbieter zu entwickeln. Sensor-Technik Wiedemann ist einerseits in der Mess- und Automatisierungstechnik unterwegs, andererseits auch in der Elektrifizierung des Antriebsstrangs von Fahrzeugen. Wo begegnen Sie der Digitalisierung häufiger? Digitalisierung mit allen technologischen Aspekten ist für uns ein eigenständiges Lösungsfeld. Gesamtlösungen beim Kunden funktionieren nur, wenn man alle Anforderungen, also die der Automatisierung, Elektrifizierung und die Datenerfassung und -verarbeitung berücksichtigt. Der Mehrwert, den wir bieten können, ist eine integrierte Lösung zu schaffen. Wir bewegen uns genau im Spannungsfeld dieser drei Themen und können deshalb Gesamtlösungen bieten. 14 antriebstechnik 9/2017

INTERVIEW I MAGAZIN Ist das Thema eher vom Kunden getrieben, oder müssen Sie als Unternehmen dort vorpreschen und dem Anwender Produkte und Lösungen präsentieren? Der grundsätzliche Bedarf ist vom Kunden getrieben. Unser Mehrwert ist, dass wir diesen zum Teil sehr unkonkreten Bedarf konkretisieren. So bieten wir mittlerweile immer mehr Beratungsdienstleistungen an, um konkrete Lösungen bereitstellen zu können. Cloud-Lösungen wie z. B. der Sensor in der Cloud rücken in den Vordergrund. Ist der heute schon Realität bei Ihnen? Wir bieten heute schon Lösungen an, um Sensor daten in die Cloud zu bringen. Aufgrund der Eigenschaften von mobilen Maschinen favorisieren wir aktuell einen zentralen Netzzugang, das heißt aktuell werden die Sensordaten konsolidiert und in die Cloud gespielt. Mit zunehmender Verbreitung von Funk-Infrastruktur wird auch bei uns der Sensor in der Cloud an Relevanz zunehmen. Grundsätzlich ist der Bedarf nach Industrie 4.0 vom Kunden getrieben Sonja Wiedemann, Geschäftsführerin, Sensor-Technik Wiedemann GmbH Welche Produkte haben Sie hierbei speziell für den Bereich Antriebstechnik im Programm? Unser komplettes Portfolio kann für Anwendungen in der Antriebstechnik genutzt werden. Hierzu zählen sowohl die entsprechenden Module als auch die Onboard-, Remote- und Cloud- Software. Sicherheitsaspekte spielen dabei eine wichtige Rolle. Können Sie den Anwender beruhigen? Security ist ein zentrales Thema, speziell auch bei der Nutzer- Akzeptanz. Aus diesem Grund setzen wir bei unseren Cloud- 01 Mit dem Konnektivitäts- und Datenmanagementmodul TC1 werden Daten gesammelt und auf Wunsch vorverarbeitet Lösungen im Kern auf ein kommerzielles Produkt, was den höchsten Sicherheitsanforderungen genügt und nicht nur aktuell, sondern auch zukünftig diesen Standard gewährleisten kann. Wie möchten Sie sich denn hier schon heute und in Zukunft vom Wettbewerb abheben? Wir setzen uns schon heute vom Wettbewerb ab, in dem wir die drei erwähnten Themengebiete Automatisierung, Digitalisierung und Elektrifizierung verbinden. Wir sind in diesem Bereich für unsere Kunden ein zentraler Ansprechpartner und bieten auch ein integriertes Produktportfolio mit Lösungen in allen Bereichen. Ist es denn für einen Mittelständler überhaupt sinnvoll und machbar, die geforderten Themen der Digitalisierung alleine anzugehen, oder brauchen Sie dafür Partner? Solche Themen sind prinzipiell und umfassend nur durch Partnerschaften zu realisieren. Wie könnte eine solche Partnerschaft aussehen? Durch unsere Erfahrung und unser Angebotsspektrum rund um die Digitalisierung können wir helfen, die digitale Transformation bei unseren Kunden zu unterstützen und voranzutreiben. Partnerschaften können daher unterschiedlich aussehen – von Workshops, über ein „rapid prototyping“ bis hin zur Kommerzialisierung der Lösung. www.sensor-technik.de 02 Mit ihrem Kunden HJS Emission Technology hat STW eine Lösung für das Remote Condition Monitoring von Abgasnachbehandlungen für den Londoner Nahverkehr umgesetzt

Aktuelle Ausgabe