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antriebstechnik 8/2019

antriebstechnik 8/2019

KOMPONENTEN UND SOFTWARE

KOMPONENTEN UND SOFTWARE GASZUGFEDERN AUTONOMES FAHREN IN RENNSERIE ABGESICHERT Autonomes Fahren ist im Kommen. Damit sich dies unfallfrei vollzieht, sind Lösungen gefragt, die in Bruchteilen einer Sekunde zum Stillstand der Fahrzeuge führen. Ein hochinteressantes Beispiel, wie der Notstopp mithilfe kompakter Gaszugfedern funktioniert, kommt aus einer besonders unter jungen Akademikern populären Rennserie. Robert Timmerberg, M. A., ist Fachjournalist bei der plus2 GmbH in Düsseldorf Die Formula Student ist nicht irgendeine Rennserie. Sie dient dem wissenschaftlichen Nachwuchs dazu, Motorsport und die Entwicklung von Zukunftstechnologien zu vereinen. Aus diesem Grund gibt es nicht nur Rennen mit Verbrennungs- und Elektromotoren, sondern auch eine Kategorie des autonomen Fahrens, den Driverless Event. Im Gegensatz zu herkömmlichen Rennserien gibt es noch einen weiteren Unterschied: Es gewinnt nicht das schnellste Team, sondern das beste Gesamtpaket aus Konstruktion und Rennperformance, Finanzplanung und Verkaufsargumenten. VON ANFANG AN DABEI Die ACE Stoßdämpfer GmbH unterstützt seit mehreren Jahren unterschiedliche Teams dieser Rennserie, indem sie im Rahmen von Sponsoringprojekten einzelne Lösungen aus den vier Produktbereichen des Unternehmens zur Verfügung stellt. Wie die Erfahrung zeigt, führt der Austausch mit Nachwuchswissenschaftlern zum einen nicht selten zu Weiterentwicklungen eigener Produkte. Zum anderen führt das Sponsoring den Konstrukteuren von morgen aber auch die Vorzüge der einzelnen Produkte aus Langenfeld im Praxiseinsatz vor Augen. Eine klassische Win-win-Situation also. Erstmals sind Produkte von ACE auf diese Weise über municH- Motorsport, das Formula Student Team der Hochschule München, auch beim Driverless Event vertreten, der seit 2017 ausgetragen wird. Die ca. 100 Studenten, die sich in einem eingetragenen Verein zusammengeschlossen haben, kommen aus den verschiedensten Studiengängen wie Fahrzeugtechnik, Maschinenbau, Wirtschaftsingenieurwesen, Informatik, Design und BWL. Für die Rennen im Driverless Event der Saison 2018 haben 20 dieser Nachwuchsakademiker ein gesondertes Team gebildet. Die übrigen 80 Vereinsmitglieder arbeiten unabhängig voneinander an dem Elektro- und an dem Verbrenner-Renner, mit denen die Hochschule München ebenfalls die Starterfelder bereichert. Für den Driverless Event hat das 20-köpfige Team den Elektrorenn- wagen ihrer Hochschule des Jahres 2017 um Sensorik, Aktorik und weitere Elektronik zu einem zu 100 % autonom fahrenden Boliden weiterentwickelt. Damit dieser Fortschritt auch wirklich gelang, profitierten sie nicht nur von der Qualität der Lösungen von ACE, sondern auch von der schnellen und kompetenten Beratung der Experten für Dämpfungs- und Schwingungstechnik, Geschwindigkeitsregulierung und Sicherheitsprodukte vor Ort in Bayern und in der Zentrale in Langenfeld im Rheinland. PROJEKT IN GEFAHR, DER RETTER NAHT Denn in diesem speziellen Fall verrichteten zuerst Gasfedern eines anderen Anbieters ihren Job. Allerdings arbeiteten sie nicht so, wie vorgesehen. Florian Fröhlich, Student der Fahrzeugtechnik an der Hochschule München im 7. Semester und seit September 2017 Teamleiter Aktorik des Driverless Fahrzeugs erzählt: „Unsere Konstruktion sah vor, dass wir ein intelligent gesteuertes, ohne Zufuhr von externer Energie auskommendes System verwenden, das im Notfall unser Rennauto blitzschnell stoppen kann.“ Diese erste Lösung mit vier Gaszugfedern eines skandinavischen Anbieters erwies sich aber als überhaupt nicht montierbar. „Das Hauptproblem waren streuende Toleranzen“, führt Florian Fröhlich weiter aus. „Denn damit unser System optimal funktioniert und sich nichts verkantet, müssen alle vier Gaszugfedern exakt gleiche Maße und Kräfte haben. Dies war bei der ersten Lösung nicht gegeben, weswegen die mechanische Anbindung unmöglich war.“ Zum Zeitpunkt, als diese Probleme beim Notstoppsystem auffielen, befanden sich Florian Fröhlich und seine Kommilitonen bereits in einer Phase des Projekts, die keine weiteren Verzögerungen zuließ. Damit nicht weitere kostbare Testtage verloren gingen, musste der Ersatz funktionieren und der Austausch schnell gehen. Die Kontaktaufnahme zu Robert Gehmeyr, dem Vertriebsingenieur von ACE in Bayern, erwies sich als Glücksgriff: „Die Gaszugfedern, die Herr Gehmeyr uns empfahl, haben von Anfang an gepasst und alle mechanischen Anforderungen, die wir zuvor ausgelegt hatten, 50 antriebstechnik 2019/08 www.antriebstechnik.de

KOMPONENTEN UND SOFTWARE 01 erfüllt. Und auch die Zuverlässigkeit war einwandfrei“, betont Fröhlich als Teamleiter Aktorik stellvertretend für das Team des Driverless-Fahrzeugs erleichtert. Zudem lobt er die Vielzahl von entsprechendem Zubehör und Anschlussteilen und freut sich über die kompakte Bauweise der kurzfristig gelieferten Gaszugfedern von ACE. „DIE PRESSE“ – LÖSUNG FÜR DIE BREMSE Das Ziel von municH-Motorsport war von Anfang an, ihr Driverless-Fahrzeug per Knopfdruck in möglichst kurzer Zeit abbremsen zu können. Ihrem Notfallbremssystem haben die Studenten wegen seines Aussehens liebevoll den Spitznamen „Die Presse“ verliehen. Diese ist über eine Fernbedienung oder 02 01 Die Zugkraft der ACE Gaszugfedern lässt sich nachträglich per Ventil anpassen 02 Das 20-köpfige Formula Student Team der Hochschule München trat im Driverless Event 2018 an 03 03 Das komplette Bremssystem mit vier Gaszugfedern von ACE vor Einbau in den Rennwagen www.antriebstechnik.de antriebstechnik 2019/08 51

Aktuelle Ausgabe

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