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antriebstechnik 8/2019

antriebstechnik 8/2019

STEUERN UND

STEUERN UND AUTOMATISIEREN FUNKTIONSMODULE FLEXIBEL UND MOBIL PER MODULARER STEUERUNG Je komplexer die Maschine, desto übersichtlicher der Schaltschrank? Tatsächlich benötigt ein modularer Schaltschrank dank innovativer Steuerungsmodule bis zu 90 % weniger Bauteile. Einen Schritt weiter gedacht, lassen sich Aggregate sogar völlig autark betreiben – dank cleverer Funktionsmodule. Bernd Mack ist Produktmanager bei der LQ Mechatronik-Systeme GmbH in Besigheim Wenn im Maschinenbau Kosten eingespart werden müssen, denken Projektleiter und Einkäufer zunächst an die Materialkosten. Sie tauschen einzelne Komponenten aus und verhandeln mit den Lieferanten. Ist der benötigte Invest dann unter dem Strich ein bisschen kleiner geworden und die Installation funktioniert trotzdem, wird ein Haken gesetzt. Jedoch wird die zeitintensive Kleinarbeit rund um den Schaltschrankbau allzu oft vernachlässigt. „Wer auf konventionelle Weise einzelne Adern verdrahtet, braucht Geduld und Fachwissen: Adern abisolieren, Aderendhülsen aufcrimpen und jede einzelne Ader auf die entsprechende Klemme auflegen. Der Verdrahtungsaufwand ist immens, erfordert elektrotechnisch geschultes Fachpersonal und ist zudem fehleranfällig“, erörtert André Kokot, Leiter der Steuerungstechnik bei LQ Mechatronik-Systeme. 38 antriebstechnik 2019/08 www.antriebstechnik.de

ORDNUNGSPRINZIP SPART ZEIT UND KOSTEN Obwohl Schaltschränke als Nervensystem aller Maschinen- und Anlagen gelten, sieht es dort häufig abenteuerlich aus. Undurchdringlicher Kabelsalat und wirre Verdrahtungen sind auch in Schaltschränken moderner Maschinen noch anzutreffen. Eine ordentliche, einfache und sichere Installation und Steuerung sieht sicherlich anders aus. Frei nach dem Motto: „Tür zu – niemand sieht’s!“ wird jede Funktion einzeln montiert und verdrahtet. Nicht erst im Servicefall erweist sich diese Vorgehensweise als zeitund kostenintensiv. Wer einmal aufwändig einen Fehler in der Schaltung gesucht hat, der weiß ein Lied davon zu singen. „Viel einfacher ist es, einzelne Bauteile zu funktionalen Baugruppen in IP54-Gehäusen zusammenzufassen und dort zu montieren, wo es für die Maschinentopologie am sinnvollsten ist“, erklärt Kokot. Erfahrungen aus der Praxis bestätigen: Nicht nur die Installation selbst wird einfacher, auch die Prozesssicherheit steigt und die Montagezeit sinkt auf ein Minimum. KONVENTIONELL VERSUS MODULAR Vieles spricht dafür, auf ein modulares System umzusteigen, denn Untersuchungen des Fraunhofer Institut IPA in Stuttgart zeigen, dass sich im modularen System die Bauteileanzahl um 90 %, die Nachrüstzeit im Service um bis zu 85 %, die Durchlaufzeit für die elektrische Ausrüstung um rund 70 % und die Gesamtmontagezeit um etwa 30 % reduziert. Auch der Betreuungsaufwand von Lieferanten sinkt um bis zu 60 %. Zudem brauchen LQ-Kunden keine Funktionsmodule mehr selbst zu entwickeln, so dass sich auch die Prozesskosten über die komplette Wertschöpfungskette erheblich reduzieren lassen. KOMPAKTE EINHEITEN IM SCHALTSCHRANK A-Tec Funktionsmodule von LQ Mechatronik-Systeme sind kompakte Einheiten, die diverse Funktionen – entweder im Schaltschrank oder direkt am Motor oder Aggregat – übernehmen. Ob Motorsteuerung, Energieverteiler oder Spannungswandler – Ziel ist es, dass die Stücklisten kürzer und die Schaltpläne übersichtlicher werden. Von der Planung über den Einkauf, die Logistik, die Fertigung und die Montage bis zur Inbetriebnahme ziehen sich die Vorteile eines durchgängigen Steuerungs- und Installationskonzepts unter Berücksichtigung vorgefertigter Funktionseinheiten. Die A-Tec Module [ ] ... was man kaum sieht Das zu Demonstrationszwecken aufgebaute, autark arbeitende Förderband ist dank modularer Ausrüstung komplett unabhängig vom Schaltschrank

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