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antriebstechnik 8/2017

Antriebstechnik 8/2017

MAGAZIN I INTERVIEW

MAGAZIN I INTERVIEW „Wir wollen Komplettanbieter sein“ Watt Drive Geschäftsführer Klaus Sirrenberg über seine Aufgaben und Trends bei Getrieben Im November 2016 übernahm Klaus Sirrenberg innerhalb der WEG- Gruppe die Leitung für die Getriebe- und Getriebemotorensparte. Damit verbunden war nicht nur die Rückkehr an eine alte Wirkungsstätte, sondern jede Menge neuer Aufgaben. Chefredakteur Dirk Schaar sprach mit ihm über die aktuellen Projekte und die Zukunft der Getriebetechnik. 01 Chefredakteur Dirk Schaar traf Klaus Sirrenberg (rechts) am Standort der WEG Germany in Kerpen Herr Sirrenberg, seit knapp 10 Monaten sind Sie nun Geschäftsführer von Watt Drive, der Getriebesparte der WEG-Gruppe. Wie läuft’s? Getriebe waren ja nicht neu für mich. Ich bin nun nach vier Jahren als Verantwortlicher für die Low-Voltage-Produkte von WEG Germany zurück zu den Wurzeln gekehrt. Es macht mir sehr viel Spaß, vor allem auch wegen unseres neuen Getriebeprogramms bei Watt Drive in Österreich. Auch dort war ich bereits tätig. Zum Getriebegeschäft gehören dann noch die Watt Drive GmbH in Unna und die Württembergischen Elektromotoren GmbH in Balingen. Wir haben in den vergangenen Monaten Synergien zwischen den Häusern geschaffen, sowie die Produktpaletten und die Fertigungsprozesse aufeinander abgestimmt. Diese Aufgaben gehen natürlich weiter und darauf freue ich mich. Schließt sich für Sie hier nun der Kreis? Ich habe 2002 als Geschäftsführer Deutschland bei Watt Drive in Unna angefangen und war das auch weiterhin parallel zu meiner Tätigkeit als Director des Low-Voltage-Bereichs der WEG Germany in Kerpen. Daher habe ich Unna nie komplett verlassen. Mein heutiger Stammsitz ist bei der Watt Drive im österreichischen Markt Piesting. So reise ich heute verstärkt durch die WEG-Welt und von Standort zu Standort, um die Menschen zusammenzubringen und das Potenzial des Unternehmens auszuschöpfen. Hierzu gehört dann letztlich auch der Getriebemotoren-Hersteller Cestari aus Brasilien, der 2013 in die WEG-Gruppe eingegliedert wurde. Sie waren zuvor Leiter des Low-Voltage- Bereichs. Welche Aufgaben kamen nun für Sie hinzu? Einige! Bei WEG Germany war ich ausschließlich für den Vertrieb und dessen Umstrukturierung verantwortlich. So war eine meiner Aufgaben, die Watt Drive Deutschland in die WEG Germany zu integrieren. Nun habe ich die Verantwortung für zwei komplette Produktionsstandorte in Österreich und Balingen. Das bringt viele neue Aufgaben mit. Aber da ich die Mitarbeiter und Prozesse in Österreich schon teilweise gut kannte, fiel mir der Umstieg nicht schwer. Welche Ziele haben Sie sich für Ihre neuen Aufgaben gesteckt? Mein Hauptziel ist, die Produktion zu optimieren und damit unsere neue Getriebebaureihe WG20 sukzessive in den Markt einzuführen. Wir können aktuell Getriebe bis 1 550 Nm liefern, die Reihe wird aber bis zu 18 000 Nm ausgebaut. Wir haben 02 03 12 antriebstechnik 8/2017

uns sehr viel vorgenommen für das neue Produkt und möchten damit deutlich Marktanteile gewinnen. Das WG20 ist von den Abmessungen kompatibel zu den gängigen Marktstandards. Somit haben wir ein absolut austauschbares Produkt zum Wettbewerb geschaffen. Und diesem stellen wir uns. Unsere Aufgabe ist es nun, das Thema mit engagiertem Personal in den Markt zu tragen. Hinzu kommt noch der Aufbau neuer Montagewerke in Asien, Mexiko und USA. Das sind für uns wichtige Meilensteine. Wie kommt die neue Baureihe denn im Markt an? Wir konnten nach der Markteinführung bereits erste tolle Erfolge erzielen. Aber im Getriebemarkt geht alles nicht ganz so schnell. Wir befinden uns aber aktuell bei einigen großen Kunden in der Bemusterungsphase oder haben die Testphasen bereits abgeschlossen. Die Erwartungen wurden auf jeden Fall übertroffen. Ein Vorteil in diesem Zusammenhang ist sicherlich das große Produktportfolio, das wir bei WEG nun anbieten können – vom Getriebemotor bis hin in die Automatisierung. Wir sind also sehr gut aufgestellt. Wodurch zeichnet sich WG20 besonders aus? Wir haben bei der Entwicklung des WG20 viel Wert auf die Energieeffizienz, beziehungsweise den Wirkungsgrad des Getriebes gelegt. Es ist uns durch entsprechende Radsatzpaarungen gelungen, die Umfangsgeschwindigkeiten gerade an der schnelllaufenden Stufe relativ klein zu halten. So konnten wir über die gesamte Bandbreite sehr gute Wirkungsgrade im Getriebe erzielen. Der zweite wichtige Aspekt ist die bereits erwähnte Austauschbarkeit mit der wir den Markt erobern wollen. Wo sehen Sie die wichtigsten Einsatzgebiete? Grundsätzlich ist die Baureihe überall einsetzbar, im Bereich der klassischen Industrieautomation, Fördertechnik oder auch Umwelttechnik. Auch im Foodund Beverage-Bereich, wo Wert auf glatte Oberflächen gelegt wird, sind unsere Produkte einsetzbar. Mehr Effizienz, höhere Flexibilität und geringere Kosten – sind das die Herausforderungen, die ein Getriebehersteller aktuell zu bewältigen hat? Gibt es für WEG aktuell weitere? Absolut! Bisher hatte Watt Drive spezielle Produkte für einzelne Branchen und Anwendungsbereiche im Angebot. Hier sind die technischen Anforderungen und das Applikations-Know-how deutlich höher als bei Serienprodukten. Mit WG20 rückt für uns nun ein anderes Kundenklientel in den Vordergrund. Diese Herausforderung gilt es zu meistern. Wohin führt uns denn letztlich die Getriebeentwicklung in den kommenden Jahren? Welche Technologien dürfen wir von der WEG-Gruppe erwarten? Bei Getrieben lassen sich Wirkungsgrade, Verzahnungen und Versetzungsaufteilung noch optimieren, allerdings sind hier keine Quantensprünge in der Technik zu erwarten. Anders sieht das bei den Motoren aus. Ich bin sicher, dass die Synchrontechnologie einiges an Bedeutung gewinnen wird. Vor allem Energieeffizienz spielt eine [ ] ... was man kaum sieht 04 02 Die Getriebemotoren WG20 sind nun auch mit höheren Nenndrehmomenten bis 1 550 Nm erhältlich 03 Das Ritzel-Konzept dieser Getriebemotoren sorgt für die Abdeckung einer großen Bandbreite an Anwendungen in zweistufiger Ausführung 04 Die mit der FE-Methode entwickelten robusten Aluminium-Druckgussgehäuse sind leichter und haben eine höhere Wärmeleitfähigkeit als vergleichbare Grauguss-Modelle

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