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antriebstechnik 7/2017

antriebstechnik 7/2017

DRIVES IN LOGISTICS I

DRIVES IN LOGISTICS I SPECIAL Deutlicher Mehrwert für den Anwender Dürr-Fördertechnik setzt auf Hybrid-Motorstarter von Phoenix Contact Neben Transportsystemen für die Lackier- und Montagetechnik werden in der Niederlassung im polnischen Radom auch Schaltschränke produziert Das Unternehmen Dürr Systems liefert weltweit Fördertechnik, die zum Transport von Automobilkarossen während der Lackierung und Endmontage genutzt wird. Mit den vernetzbaren Hybrid-Motorstartern von Phoenix Contact stehen die relevanten Informationen der dort verbauten Motoren nun sofort und weltweit zur Verfügung. Dr. Guido Mertens ist Manager Product Marketing Contactron bei der Phoenix Contact Electronics GmbH in Bad Pyrmont In allen halb- oder vollautomatisierten Fertigungsprozessen geht es um Bewegung: Entweder in eine Richtung oder mit ständigem Richtungswechsel, zur Positionierung der zu bearbeitenden Produkte sowie zum Zu- oder Abfördern von Komponenten oder deren Weiterleitung an andere Bearbeitungsstationen in der Anlage. Viele der genannten Aufgaben werden von drehzahlgeregelten Antrieben oder Servoantrieben übernommen. Für weniger anspruchsvolle Fördertätigkeiten kommen jedoch weiterhin einfache Motorstarter oder entsprechende Kombinationen ohne Drehzahlregelung – bspw. Schütze, Halbleiterstarter oder Hybrid-Motorstarter – zum Einsatz. Auch Dürr Systems verwendet diese Varianten zur Motoransteuerung. Das Unternehmen mit seiner Hauptverwaltung in Bietigheim-Bissingen verfügt über eine hohe Fachkompetenz im Bereich der Automatisierung. Produkte, Systeme und Dienstleistungen von Dürr sorgen in unterschiedlichen Branchen für effiziente Produktionsprozesse. Zu den Kunden der Dürr-Gruppe zählen neben Automobilherstellern und -zulieferern der Maschinenbau sowie die Chemie-, Pharma- und holzverarbeitende Industrie. Die Division „Paint and Final Assembly Systems“ (PFS), die schwerpunktmäßig Lackiertechnik für Automobilkarossen anbietet, stellt in ihrem Segment international die Nummer Eins dar. Erarbeitung neuer Steuerungssystem-Lösungen Eine der weltweiten Produktions- und Montagestätten von Dürr befindet sich im polnischen Radom, das rund 100 km südlich von Warschau liegt. Dort werden u. a. Lösungen zum Transport der Automobilkarosserien während der Lackierung und Endmontage gefertigt. Zudem stellen die Mitarbeiter technische, mechanische und elektronische Dokumentation sowie Software und Visualisierungslösungen für Fördersysteme her, beaufsichtigen deren Montage und betreuen sowie schulen Mitarbeiter des jeweiligen Kunden. Um die Fortschritte im Bereich der Steuerungstechnologien sowie die wachsende Bedeutung der IT für die Automatisierung und Visualisierung moderner Anlagen um- 44 antriebstechnik 7/2017

SPECIAL I DRIVES IN LOGISTICS gehend in eigene Konzepte einfließen zu lassen, erarbeiten die polnischen Kollegen gemeinsam mit den Experten in Bietigheim neue Steuerungssystem-Lösungen im Umfeld der Fördertechnik und implementieren sie bei den entsprechenden Kunden. Auf diese Weise lassen sich die Hardund Softwarestandards von Dürr kontinuierlich optimieren. Einsparung von Eingängen und Parallelverdrahtung Die Marktpräsenz von Dürr resultiert aus dem hohen Qualitätsanspruch sowie Innovationen des Konzerns. Um seinen Kunden stets Lösungen auf dem neuesten Stand der Technik zur Verfügung zu stellen, eruiert der Maschinen- und Anlagenbauer ebenfalls den Komponentenmarkt nach interessanten Neuheiten. Sind passende Geräte identifiziert worden, werden sie geprüft und bei einem positiven Ergebnis in den weltweiten Dürr-Standard überführt, sofern sie einen deutlichen Mehrwert für den Kunden schaffen. In der Vergangenheit setzte Dürr für einfache Fördertechnik-Aufgaben Schütze sowie bereits die kompakten, digital ansteuerbaren Hybrid-Motorstarter von Phoenix Contact ein. Die neue vernetzbare Gerätevariante bietet nun weitergehende Möglichkeiten. Die vernetzbaren Hybrid-Motorstarter sind dazu über ein Gateway, das bspw. für Profinet, Profibus, Modbus TCP, Ethernet/IP oder CANopen erhältlich ist, an eine Steuerung angebunden. Dabei lassen sich mehrere Contactron-Geräte über einen Tragschienen-Busverbinder (T-Bus) an das jeweilige Gateway ankoppeln. Die Ansteuerung der Motorstarter erfolgt direkt über die Busleitung, sodass digitale Ausgänge sowie die aufwändige Parallelverdrahtung eingespart werden können. Darüber hinaus umfassen die Gateways acht frei parametrierbare digitale Eingänge und vier digitale 24-V-Ausgänge, weshalb insbesondere bei dezentralen Anwendungen keine zusätzlichen Remote-I/Os notwendig sind. Bereitstellung aller relevanten Daten Kombination verschiedener Funktionen 01 Bis zu 32 vernetzbare Hybrid- Motorstarter lassen sich über ein IFS-Gateway an die gängigen Bussysteme anbinden Die Hybrid-Motorstarter Contactron von Phoenix Contact vereinen bis zu vier Funktionen in einem Gerät: Motorstart- und Wendefunktion bis 3 kW, Motorschutz gegen Überlast und einen Not-Halt bis Performance Level PL e. Neben Standardgeräten für die Parallelverdrahtung sind vernetzbare Varianten erhältlich, die sich in Feldbusumgebungen integrieren lassen. Die Vernetzung erfolgt über das Interface- System (IFS), welches aus Teilnehmern besteht, die sich über den Tragschienen-Busverbinder (T-Bus) verbinden lassen. 02 Die Automobilkarossen befinden sich auf einer Transportvorrichtung, die von vernetzbaren Hybrid-Motorstartern angesteuert wird Die vernetzbaren Contactron-Geräte eröffnen zudem einen weiteren Vorteil: Bei Bedarf erhält der Anwender eindeutige Zustandsmeldungen der Motorstarter, z. B. die Information über den Ausfall einer oder mehrerer Phasen, eine Überlastwarnung und -meldung, Unterlastmeldung, die Anzahl der Schaltspiele oder den aktuell fließenden Motorstrom. Es handelt sich also um eine multifunktionale Komponente, die Motorstarter und Motorstrommessung in einem Gehäuse vereint. Im Rahmen von digital@Dürr, der Industrie-4.0-Strategie des Anlagenbauers, ist das ein großer Schritt im Hinblick auf die sofortige Bereitstellung aller relevanten Daten. So können die Informationen über die in den vernetzten Anlagen verbauten Motoren weltweit zugänglich gemacht werden. Das bringt einen deutlichen Nutzen bei der Wartung, und die viel Platz benötigende Messtechnik entfällt. Dürr setzt in puncto Kommunikationsprotokolle auf Profinet sowie Ethernet/IP. Aufgrund der entsprechend verfügbaren Gateways kamen die Vorteile der vernetzbaren Hybrid-Motorstarter daher umgehend zum Tragen. Üblicherweise werden die elektrischen Schaltanlagen dezentral aufgebaut. Die Motorstarter sind somit in direkter Umgebung der Motoren in unterhalb der Rollenbahnen angebrachten kleinen Schaltschränken installiert. Die Schränke beinhalten neben Reihenklemmen und Sicherungsautomaten ein Profinet-Gateway und vier Hybrid-Motorstarter. Das Gateway übernimmt dabei nicht nur die Aufgabe des Buskopplers, sondern dient außerdem als digitales Eingangsmodul, das mit seinen acht frei nutzbaren digitalen Eingängen die Signale der in der Anlage befindlichen Näherungsschalter einsammelt. Seit April 2016 kann Phoenix Contact auch einer weiteren Anforderung von Dürr entsprechen. Um noch kompakter zu bauen, wird Dürr zukünftig acht Hybrid- Motorstarter an einen Profinet-Buskoppler anschließen. Diese Variante erfordert ein weiteres I/O-Modul in dieser Bauform. Phoenix Contact stellt dafür ein digitales Erweiterungsmodul in den passenden Gehäuseabmessungen mit acht digitalen 24-V- Eingängen und vier digitalen 24-V-Ausgängen zur Verfügung. www.phoenixcontact.de antriebstechnik 7/2017 45

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