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antriebstechnik 7/2016

antriebstechnik 7/2016

Mit Mut zur Innovation

Mit Mut zur Innovation Komplettbaukasten für den Sondermaschinenbau Gunthart Mau Die ersten Aluminiumprofile wurden Anfang der 1990er Jahre hergestellt. Bald darauf entwickelte ein Hersteller für Aluminiumprofile einen Profilverbinder, der zwei Profile zusammenhält – ganz ohne mechanische Bearbeitung. Da die Nuten immer gleich sind lassen sich so beliebige Profile miteinander kombinieren, egal welchen Querschnitt sie haben. Alle Teile des Baukastens passen zusammen. Von einer kleinen Vertriebsgesellschaft für Linearführungen zum global agierenden Mittelständler – das ist die Geschichte von Minitec. Heute ist die Firma Komplettanbieter von Profil- und Linearsystemen, Transferanlagen und Montagesystemen. Dabei vertraut das Unternehmen auf Antriebslösungen von SEW-Eurodrive – und SEW vertraut auf Montage-, Transport- und Prüfeinrichtungen von Minitec. „Das Fundament ist immer unser Baukastensystem“, so Andreas Böhnlein, Geschäftsführer Technik der Minitec GmbH & Co. KG. Die Firma mit Sitz in Schönenberg-Kübelberg fertigt unterschiedliche Lösungen für Komponenten im Grammbereich bis zur Transportlösung mit 400 kg Tragfähigkeit. Zielbranchen sind u. a. Gunthart Mau ist Referent Fachpresse bei SEW-Eurodrive in Bruchsal. die Elektroindustrie, der allgemeine Maschinenbau, die Lebensmittel- und Verpackungsindustrie sowie Transport- und Prüfeinrichtungen. Die 1986 gegründete Firma lieferte anfangs Kugelbüchsen bis 10 mm Durchmesser, kleine Linearkomponenten, die sich z. B. in Plottern oder medi zinischen Geräten einsetzen lassen. Schon bald wurden gemäß den Anforderungen der zukünftigen Betreiber nicht nur Komponenten, sondern komplette Lösungen mit Antrieb gefertigt. Heute ist das Unternehmen ein Full-Service-Partner für seine Kunden. Das Lineartechnik-Baukastensystem wurde bereits Anfang der 1990er Jahre entwickelt. Seither wächst es mit den Anwendungen. Viele Ideen kommen direkt aus Projekten und durch Anforderungen der zukünftigen Betreiber. Die ersten Aluminiumprofile wurden Anfang der 1990er Jahre hergestellt. Bald darauf entwickelte Minitec seinen patentierten Profilverbinder, der zwei Profile zusammenhält – ganz ohne mechanische Bearbeitung. Man dreht lediglich eine selbstfurchende Schraube ein. Die 01 Die Nuten bei Standard-Profilen sind immer gleich. Dadurch lassen sich beliebige Profile miteinander kombinieren, egal welchen Querschnitt sie haben 16 antriebstechnik 7/2016

TITEL I STEUERN UND AUTOMATISIEREN Nuten bei den Minitec-Standard-Profilen sind immer gleich. Dadurch lassen sich belie bige Profile miteinander kombinieren, egal welchen Querschnitt sie haben. Alle Teile des Baukastens passen zusammen. Das Raster ergibt sich aus Anforderung an den Bauraum und die geforderte Festigkeit. „Während andere Lieferanten ihren Kunden maximal bei der Auswahl der Komponenten helfen, übernimmt Minitec auch die Projektierung und baut eine Anlage schlüsselfertig auf – einschließlich möglicher Sonderabmessungen“, erläutert Thomas Wolf, Leiter der Elektroplanung/Programmierung bei Minitec. Prozesssicherheit durch Elektrozylinder „Unsere Kunden haben immer wieder neue, individuelle Anforderungen, zu deren Erfüllung man gewohnte Wege verlassen muss“, erklärt Böhnlein. „Das ist auch immer mit einer gewissen Risikobereitschaft verbunden. Das Gleiche erwartet Minitec auch von seinen Lieferanten.“ Ein gutes Beispiel dafür sind neue Projekte, z. B. die Einführung der ölbadgeschmierten Elektrozylinder von SEW-Eurodrive. Stefan Buchem, Konstrukteur bei Minitec, erläutert: „Unser Endkunde möchte sein Produkt in verschiedenen Dimensionen bauen. Dazu muss er seine Anlage verstellen können. Früher hatten wir dafür Pneumatikzylinder verwendet. Sie sind verlässlich, aber das Einrichten oder Umrüsten dauert lange: Kräfte müssen gemessen und Parameter eingestellt werden. Mit den jetzt verwendeten Elektrozylindern von SEW- Eurodrive erzielt man eine kürzere Umrüstzeit und höhere Produktqualität.“ Ein Einsatzgebiet der Elektrozylinder ist die Herstellung von Photovoltaikmodulen in der Solarindustrie. Aktuell beleben weltweite Drittmärkte die Solarbranche und bescheren ihr einen neuen Frühling. Der Technologieschub hierfür kommt aus Deutschland. „Wir haben eine ähnliche Situation wie vor 15 Jahren“, erinnert sich Wolf. „Neue Technologien tragen zu diesem Wachstum bei. Wie kann ich es besser, efzienter, preiswerter machen?“ Auch Minitec nimmt die Herausforderung an und entwickelt Montagelinien für kristalline Photovoltaikmodule. Zunächst bringt eine Förderstrecke die Module zur Endmontage. Sie wird durch einen 0,37-kW- Drehstrommotor angetrieben, der über einen Feldverteiler gespeist wird. Auch hier setzte man auf SEW. An drei Arbeitsstationen mit Zweihandbedienung finden verschiedene Arbeitsschritte statt. Hier wird z. B. die Anschlussdose aufgebracht und die Anschlüsse verlötet. Dazu hebt ein pneumatischer Hubzylinder die Module an und dreht sie. Rahmenfügevorrichtung für Photovoltaikmodule Das Herzstück der Anlage ist die Rahmenfügevorrichtung. Sie fügt das laminierte Glas in einen Aluminiumrahmen ein, der für den mechanischen Schutz des Moduls auf dem Dach sorgt. Zunächst werden die Alurahmenteile in die Maschine eingesetzt. Dann fährt das Rohmodul in die Maschine ein. Es wird ausgerichtet und der vormontierte Rahmen auf die Scheibe zentriert. Anschließend fügen vier Pressbalken den Rahmen zusammen. Sechs Elektrozylinder CMSB.. von SEW-Eurodrive führen diesen Pressvorgang an der Vorder- und Gegenseite sowie an den beiden Stirnseiten aus. Zum Teil fahren sie dabei synchron. Die Presskräfte werden mithilfe des Reglerstroms überwacht und für die Qualitätssicherung dokumentiert. „Minitec suchte eine Applikationslösung – am besten von einem Hersteller“, erinnert sich Bernhard Lang, Außendienstmitarbeiter bei SEW- Eurodrive. „Da war der SEW-Elektrozy linder perfekt, ein wartungsfreundliches Bauteil mit der gewohnten, einfachen Inbetriebnahme der Servoachsen.“ Wenn der Pressvorgang beendet ist, fährt das Modul durch die Anlage, wird an einem Inspektionsplatz über einen Scanner eingelesen und visuell begutachtet. Dabei inspiziert ein Mitarbeiter das Modul, reinigt es gegegebenfalls und scannt das Modul ein. Anschließend wird es zur Flasher-Station geschoben. Hier simuliert ein Lichtblitz den Sonnenschein. Dadurch kann man die Leistungsabgabe der Module messen und sie in Kategorien von A bis D klassifizieren. Die unterschiedlichen Leistungen resultieren aus Materialtoleranzen der Zellen. Je höher die abgegebene Leistung ist, desto höherer ist auch der erzielbare Verkaufspreis. An der nächsten Station findet auto matisiert die Grounded-Bound-Prüfung statt. Hier wird gemessen, ob alle verpressten Rahmenteile elektrisch untereinander leitend sind. Anschließend erfolgt ebenfalls automatisch die Sicherheits-Hochspannungsprüfung des Moduls. Dann werden die Module nochmals gescannt, die Daten abgelegt und an eine Sortiermaschine übergeben. Der Sorter legt die fertigen Module auf vier verschiedene Stapel von A bis D ab. www.sew-eurodrive.de 02 Sechs Elektrozylinder führen den Pressvorgang an der Vorderund Gegenseite sowie an den beiden Stirnseiten aus. Zum Teil fahren sie dabei synchron 03 Das Herzstück der Anlage ist die Rahmenfügevorrichtung. Sie fügt das laminierte Glas in einen Aluminiumrahmen ein, der für den mechanischen Schutz des Moduls auf dem Dach sorgt antriebstechnik 7/2016 17

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