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antriebstechnik 6/2018

antriebstechnik 6/2018

GETRIEBE UND

GETRIEBE UND GETRIEBEMOTOREN Die Bewässerung von Kulturen auf dem Feld findet üblicherweise durch Beregnungsanlagen statt, die große Flächen befeuchten. Die Effizienz dieser Anlagen ist jedoch gering, denn nur ein geringer Teil des Wassers wird von den Pflanzen aufgenommen. Der größte Teil verdunstet oder versickert im Boden und wird an den Wurzeln der Pflanzen nicht wirksam. Eine Möglichkeit, die Effizienz der Bewässerung zu steigern, ist die Verwendung von Schläuchen oder flexiblen Rohren, die in den Boden eingebracht werden. Die Rohre sind in regelmäßigen Abständen mit Tropfelementen versehen, durch die das Wasser entweicht und in größeren Mengen als bei einer Beregnung direkt an die Pflanzen gelangt. Effiziente Verlegung von Bewässerungsschläuchen Tröpfchen für Tröpfchen So bewähren sich Rollringgetriebe in der Agrarwirtschaft Die Vielseitigkeit seiner Einsatzmöglichkeiten stellt das Uhing-Rollringgetriebe bereits seit Jahrzehnten unter Beweis. Und noch immer finden sich neue Anwendungsbereiche. So hat sich der lineare Antrieb nun in der Agrarwirtschaft als nützlich erwiesen – in Geräten für das Verlegen und Bergen von Schläuchen oder flexiblen Rohren zur Tropfrohrbewässerung. Wolfgang Weber ist Geschäftsführer der Joachim Uhing GmbH & Co. KG in Flintbek Das Einbringen und Bergen der Schläuche oder Rohre ist jedoch arbeitsintensiv. Ein vom Bundesamt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) gefördertes Projekt sollte nach einer praktikableren Lösung suchen. In Zusammenarbeit von Bayerischer Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL), Schöpstal Maschinenbau GmbH und Agrargenossenschaft e.G. Zodel startete im Jahr 2013 das Projekt mit dem Titel „Weiterentwicklung, Bau und Erprobung optimierter Technik für die Verlegung und Bergung der Tropfschläuche im Kartoffelanbau“. Durch die Zusammenarbeit dieser Partner war sichergestellt, dass von den theoretischen Grundlagen über die Fertigung der Prototypen bis hin zur Felderprobung alles realisiert werden konnte. Äußere Einflüsse und Bedienbarkeit Im ersten Schritt wurden die kritischen Parameter ermittelt, die für die Entwicklung eines Prototyps zur Tropfrohraufnahme benötigt wurden. Dazu zählten die Eigenschaften der Tropfrohre, der Einfluss der Feldbedingungen wie Feuchtigkeit, Bodenbeschaffenheit, Pflanzenrückstände auf die Anlage sowie die Robustheit angesichts des erforderlichen Zusammenspiels der Gerätekomponenten. Auch Faktoren, die die ergonomische Bedienung betrafen, wurden berücksichtigt. Die verschiedenen Kulturen erfordern einen unterschiedlich großen Abstand zwischen den einzelnen Pflanzen und jede Pflanzenart benötigt eine andere Menge 26 antriebstechnik 6/2018

GETRIEBE UND GETRIEBEMOTOREN an Wasser. Folglich mussten unterschiedlich große Spulen zur Aufnahme der Schläuche zum Einsatz kommen. Daher war die Frage von Interesse, wie bedienerfreundlich sich das Verstellen der Wickelbreite gestalten würde. In dem Prototyp wurden zunächst die marktüblichen Systeme getestet. Beim Einsatz der Gewindespindel erwies sich als Nachteil, dass diese in der Steigung nicht mechanisch veränderbar ist. Verschmutzungen der Gewinde führen zum Stillstand der Maschinen. Zudem waren ein gesonderter Antrieb für die Spindel und der Einsatz von Steuerungstechnik erforderlich. Rollringgetriebe als optimale Lösung „Bei der Internetrecherche nach der optimalen Lösung für die Bergetechnik wurden die Projektverantwortlichen der Firma Schöpstal auf das Uhing-Rollringgetriebe aufmerksam“, erzählt Uhing-Geschäftsführer Wolfgang Weber, wie es zum Kontakt mit dem schleswig-holsteinischen Unternehmen kam. „Sie setzten sich mit unserem technischen Berater in der Region, in der das Projekt realisiert wurde, in Verbindung. Bald darauf kam ein Uhing- Rollringgetriebe in dem entwickelten Prototyp zum Einsatz. Es erwies sich als optimale Lösung für diesen Zweck.“ Blick in das Tropfrohr-Bergegerät mit dem eingebauten Rollringgetriebe Da eine mechanische Kopplung des Uhing-Rollringgetriebes mit der Spulenwelle möglich ist, entfiel der Einsatz eines separaten Antriebs. Die Spulen und die Antriebswelle des Getriebes werden zwangsweise synchronisiert. Bei gleicher Spulengeschwindigkeit können die Steigung sowie die Drehzahl verändert werden; so lassen sich unterschiedlich breite Materialien auf einfache Weise wickeln. Der Hub wird durch manuell verstellbare mechanische Endanschläge eingestellt. Zudem ist das Uhing-Rollringgetriebe gegen Schmutz unempfindlicher als die anderen geprüften Lösungsansätze, da es auf einer glatten Welle arbeitet und über Abstreifer und Dichtungen verfügt. „Das robuste Uhing-Rollringgetriebe hat die Projektverantwortlichen durch seine einfache Bedienbarkeit und die Möglichkeit der flexiblen Anpassung an die jeweilige Aufgabe überzeugt“, berichtet Weber. „Der Versuch mit dem Prototyp verlief so erfolgreich, dass unser System nun in die Tropfrohr-Bergegeräte eingebaut wird.“ www.uhing.com PRECISION GEARS Seit 50 Jahren führend in hochpräzisen Verzahnungen Zahnräder und verzahnte Wellen 100 – 2.000 mm Alle Fertigungsschritte im Haus 28.000 m² Produktionsfläche Eigene Härterei ZWP Zahnradwerk Pritzwalk GmbH Freyensteiner Chaussee 15 www.zahnradwerk.com D-16928 Pritzwalk

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