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antriebstechnik 5/2019

antriebstechnik 5/2019

LINEARTECHNIK 02

LINEARTECHNIK 02 Hauptziel ist die einfache Handhabbarkeit des Planarmotorsystems für den Anwender. Hierfür stellt TwinCAT die Planarmover als einfache Servoachsen dar – prinzipiell mit all ihren sechs Freiheitsgraden. Da aber in der Praxis nicht immer beziehungsweise nicht in allen Bereichen des XPlanar-Systems diese hohe Flexibilität eines 6-Achsers erforderlich ist, bietet TwinCAT die Möglichkeit, diese Komplexität zu reduzieren. Dafür stellt TwinCAT für den Anwender jeden Mover als eindimensionale Achse dar, die optional – zum Beispiel beim Erreichen von Bearbeitungsstationen – die Möglichkeit für Bewegungen in weiteren Dimensionen wie Heben, Kippen und Drehen bietet. Es reicht also zunächst die reine Definition der gewünschten Fahrstrecke – des Tracks – auf der XPlanar-Fläche aus, was die Handhabung deutlich vereinfacht. Welche Vorteile bietet der Aufbau der XPlanar-Fläche aus einzelnen Kacheln für den Anwender? 03 Aus den beliebig anreihbaren Kacheln lässt sich das XPlanar- System optimal entsprechend den jeweiligen Applikationsanforderungen auslegen – beliebig hinsichtlich der Flächenform und sogar für eine Wand- oder Deckenmontage. So kann man zum Beispiel in der Fläche einfach passende Lücken für die Bearbeitungsstationen vorsehen oder eine Strecke in Bahnform um Anlagenteile herumführen. Auf diese Weise lässt sich das Transportsystem kostenoptimiert aufbauen und die Baugröße der Maschine minimieren. Zudem ist die nachträgliche Änderung des Planarmotorsystems einfach möglich. Für welche Maschinenbaubranchen beziehungsweise Anwendungsbereiche eignet sich XPlanar? 04 Für den Einsatz in Produktionsmaschinen und -anlagen gibt es nahezu keine Einschränkungen. Voraussetzung ist lediglich, dass das Produkt hinsichtlich Gewicht und Volumen vom Planarmover transportiert werden kann. Dann stehen alle Vorteile des hochflexiblen Positionierens offen. Besonders interessant ist dies für Bereiche, in denen erhöhte Anforderungen an Sauberkeit beziehungsweise Reinigbarkeit sowie an Emissionsfreiheit und Geräuscharmut gestellt werden. Dies betrifft die gesamte Lebensmittelund Pharmaindustrie, aber auch den Laborbereich sowie Vakuumanwen dungen zum Beispiel in der Halbleiterfertigung. XPlanar wurde im November 2018 erstmals gezeigt. Wie war das bisherige Feedback zu dieser Innovation? 02 Beim XPlanar-System schweben Planarmover frei beweglich über beliebig angeordneten Planarkacheln 03 Die Planarkacheln lassen sich nicht nur zu einer Rechteckfläche (rechts), sondern auch zu einer anwendungsspezifisch ausgelegten Struktur (links) anreihen 04 Die Planarmover können sich auf verschiedensten Bahnen über die XPlanar-Fläche bewegen und auch von einer auf eine andere Strecke wechseln Für eine einfache Handhabung ist auch die Software TwinCAT entscheidend. Welcher Aspekt steht hierbei im Vordergrund? Das Exponat hat auf der Messe SPS IPC Drives sehr großes Besucherinteresse geweckt und direkt viele potenzielle Anwendungen gefunden. Denn zahlreiche Anwender suchen schon seit Jahren nach einer entsprechend flexiblen Lösung für ihre Transportprobleme innerhalb der Fertigungsanlagen. Dazu ein Beispiel aus dem Lebensmittelbereich: Bei der Produktion von hochwertigen Süßwaren gibt es immer leichte Abweichungen zum Beispiel hinsichtlich der Farbe des Schokoüberzugs. Das ist an sich nicht problematisch, insofern kein Unterschied in der einzelnen Packung auftaucht. Bei einer Produktion von 100 Pralinen pro Minute ist es allerdings nicht einfach, auf konventionelle Weise jeweils zehn gleichfarbige Produkte für jede Packung auszuwählen. Dazu müssten zahlreiche Pick-&-Place-Roboter alle Pralinen prüfen und passend sortieren, was allerdings viel Zeit, Stellfläche und Durchsatzgeschwindigkeit kosten würde. Mit den auf einer Fläche individuell steuerbaren Planarmovern lässt sich dies viel effizienter lösen. So können sich die eine Praline transportierenden Mover am Ende der Produktionsanlage einfach entsprechend der passenden Farbnuance sortieren. Oder im Fall eines für den Transport ganzer Schachteln konzipierten Movers wird für die Produktaufnahme automatisch immer der Ausstoßpunkt der Anlage mit der passenden Schokoladenfarbe angesteuert. Beides ist deutlich schneller und vor allem platzsparender realisierbar als zum Beispiel die erwähnte Roboterlösung. Fotos: Beckhoff Automation GmbH & Co. KG www.beckhoff.de/xplanar 28 antriebstechnik 2019/05 www.antriebstechnik.de

SMARTER SENSOR FÜR ERHÖHTE AUSFALLSICHERHEIT Um frühzeitig den Verschleiß von Lineargleitlagerfolien erkennen zu können, hat Igus einen neuen Sensor für seine Drylin Linearsysteme entwickelt. Er misst die individuell festgelegte Grenze und schlägt Alarm, wenn diese erreicht ist. Wartungseinsätze lassen sich somit vorab planen und Anlagenstillstände verhindern. Um eine Verschleißmessung in sämtliche Richtungen zu ermöglichen, hat Igus den Sensor in das Lager inte griert. Die gewonnenen Informationen werden an das Kommunikationsmodul Icom gesendet, das die Daten aller Plastics Sensoren aufbereitet und weiter leitet. Bei anstehendem Lagerwechsel muss die Linearachse oder das Mehrachsportal mit Zahnriemenantrieb nicht mehr aufwändig auseinander gebaut werden, denn der Austausch findet direkt auf der Schiene statt. Ähnlich einem Boxenstopp in der Formel 1 soll sich das Lineargleitlager mit nur wenigen Handgriffen blitzschnell wechseln lassen, sodass die Anlage innerhalb weniger Minuten erneut in Betrieb genommen werden kann. www.igus.de HOCHPRÄZISE KUGELGEWINDETRIEBE FÜR DIE AEROSPACE-INDUSTRIE Kugelgewindetriebe, die den Anforderungen der Luft- und Raumfahrt in Bezug auf Präzision und Robustheit genügen, bietet Steinmeyer an. Das Produktspektrum umfasst Kugelgewindetriebe für elektromechanische Aktuatoren sowie für Bremssystem- und Flap-Aktuatoren. Die Kugelgewindetriebe für Flap-Aktuatoren bietet der Hersteller in Ausführungen mit sphärischer Aufhängung, kardanischer Aufhängung oder als Lösung im Baukasten-System an. Kugelgewindetriebe für elektromechanische Aktuatoren kommen u. a. in Türen und in Klima-Anlagen von Flugzeugen zum Einsatz. In der Raumfahrt kommen vorrangig Kugelgewindetriebe aus Titan zum Einsatz, z. B. für Ventilsteuerungen an Raketen oder in unbemannten Flugkörpern. Die Produkte für Bremssysteme werden auf einem Teststand Belastungen von bis zu 400 kN ausgesetzt. Der Hersteller hat zudem ein Labor, in dem Messungen der Mikrohärte nach den einschlägigen AMS-Normen durchgeführt werden. www.steinmeyer.com [ ] ... was man kaum sieht AKTUATOR-BAUREIHE JETZT BIS 178 KN Das Modell FTX215 ist die vierte Baugröße der Aktuator- Baureihe FTX von Exlar und erreicht Kräfte bis 178 kN. Die elektrischen Linearaktuatoren sind für Anwendungen mit hohen Kräften bei gleichzeitig hoher Beanspruchung konzipiert. Durch ihren Rollengewindetrieb sind sie nicht nur kompakt, sondern auch langlebig. Der flexible Motoranbau erhöht die Verfügbarkeit. www.curtisswright.com www.exlar.de

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