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antriebstechnik 5/2019

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SOFTSTARTER 40 JAHRE

SOFTSTARTER 40 JAHRE WACHENDORFF WIR WOLLEN IMPULSGEBER SEIN Vor 40 Jahren entstand im beschaulichen Rheingau, inmitten von Weinbergen und in einem privaten Wohnzimmer, die Firma Wachendorff. Heute ist sie ein wichtiger Hersteller von Drehgebern, Motorfeedback und Messsystemen für Serienanwendungen im Maschinen- und Anlagenbau. Dirk Schaar sprach mit dem geschäftsführenden Gesellschafter Robert Wachendorff über die wichtigsten Schritte in der Geschichte des Unternehmens und die Entwicklungen in Sachen Drehgeber – gestern, heute und morgen. Wachendorff hat gerade sein 40-jähriges Firmenjubiläum gefeiert. Was waren die Highlights in der langen Firmengeschichte? Mein Vater Rolf hat 1978 die Firma als Handelsunternehmen gegründet. Anfang der 90er Jahre haben wir uns dann entschieden, Produkte selbst zu entwickeln. Im ersten Schritt waren das optische Drehgeber, mit einer Qualität und Integration, die es bis dahin so nicht gab. Weil wir sehr früh am Markt waren, konnten wir die Vorteile optimal nutzen. Von den inkrementalen Drehgebern sind wir dann zu den absoluten Drehgebern gekommen. Vor ziemlich genau zehn Jahren konnten wir mit der Einführung der magnetischen Technologien auf Basis des Wiegand Drahtes eine bahnbrechende Entwicklung präsentieren, die wir EnDra-Multiturn-Technologie nennen. Die Vorteile, die sich für den Anwender ergeben, sind der Wegfall einer Batterie und des Getriebes, eine kleine Bauform, weniger Bauteile und ein geringerer Energieverbrauch. Im gleichen Zuge haben wir dann die compu­ tergesteuerte, papierlose Fertigung im One-Piece-Flow „LeanQ“, steht für Lean-Quadrat aufgebaut, mit der wir sehr effizient und wirtschaftlich in Deutschland produzieren können. Wir sind dadurch so flexibel, dass wir auf jeder Produktionslinie jeden unserer Drehgeber fertigen können. Wo konnten Sie Entwicklungen in den Märkten aktiv mitgestalten? Als wir vor fast 30 Jahren mit den ersten inkrementalen Drehgebern in den Markt gingen, waren wir eine ernst zu nehmende Alternative zu den bestehenden großen Anbietern. Da wir von Grund auf die Technologie des optischen Drehgebers neu und anders aufgebaut haben, waren unsere Geräte mit den neuesten und hochintegrierten Bauteilen ausgestattet und daher schon damals viel kompakter und robuster, als der Wettbewerb. Das ermöglichte den Maschinenbauern kompakter zu bauen und näher an den Prozess messen zu können. Mit besonders hohen Auflösungen und intelligentem Zubehör gelang es uns damals 10 antriebstechnik 2019/05 www.antriebstechnik.de

SOFTSTARTER 01 01 Produkte Made in Germany bietet Wachendorff international an – hier auf der Messe IAS in Shanghai 02 Die neuen Wachendorff Universal-IE-Dregeber 02 die Inline-Drucker und Qualitätssicherungsanwendungen genauer zu machen. Mit unserer EnDra-Multiturn-Technologie konnten wir vor zehn Jahren dann wieder mit dem Ansatz kompakter, weniger Gewicht und robuster besonders in der Windenergie oder bei mobilen Arbeitsmaschinen genaue Messungen von Winkel und Position für die Verbesserung der Windausbeute oder der Sicherung der Funktionen eines Kranes erleichtern. Pünktlich zum Jubiläum haben Sie einen neuen Absolutdrehgeber entwickelt. Was zeichnet diesen aus? Wir haben hierfür einen Ansatz aus einer anderen Branche gewählt. Im Grunde sollte die Konfiguration eines Drehgebers so einfach wie eine Nutzung eines Smartphones sein. Der Kunde kann bestimmen, welches Protokoll auf der leistungsfähigen Hardware genutzt wird, wobei die Installation so einfach ist, wie das Laden einer App auf das Handy. Bei uns erhält der Anwender seinen Drehgeber als Hardware-Plattform und entscheidet sich dann selbst, welche Bus-Schnittstelle und welche Parameter dazu er für seine Applikation benötigt. Diese Konfiguration erfolgt lokal über den drehgebereigenen Webserver, dessen Webseite man dazu direkt an einem PC über einen gängigen Webbrowser auf rufen kann. Wo sehen Sie die Einsatzgebiete? Ganz klar im Maschinenbau, aber auch in Regalbediengeräten, fahrerlosen Transportsystemen und in der Windenergie oder im Anlagenbau. Die Kompaktheit ermöglicht unserem Kunden wieder seine Anlage oder Maschine kleiner zu designen. Wie wollen Sie sich denn vom großen Markt an Drehgebern abheben? Immer technologisch. Mit innovativen Technologien wie EnDra oder auch QuattroMag bieten wir technologische Vorteile, die uns weltweit differenzieren und dem Kunden klare Nutzen geben. Bei den programmierbaren Produkten weisen wir große Unterschiede zu den anderen Herstellern auf, die solche Technologie nicht liefern können. Gegenüber den großen deutschen und europäi- WELTWEIT SIND ÜBER 3 000 VARIANTEN UNSERER DREH- GEBER-/MESSSYSTEMLÖSUNGEN IM EINSATZ schen Herstellern sind wir in den Abmessungen sehr gering, wir haben den weltweit kompaktesten Drehgeber mit Anschlusshaube. Bei immer kleiner werdenden Bauräumen – dem Trend der Maschinenminiaturisierung folgend – hat man mit diesem Produkt enorme Vorteile. Unsere Kunden kaufen bei uns, weil wir sie zusätzlich zu unserem Drehgeberangebot beraten haben, wie sie unser Produkt optimal in ihre Montage und Logistik integrieren können. Erst mit unserer großen Erfahrung von 100erten von Anwendungen bekommt der Kunde eine angepasste Lösung, die im System kosten- und funktionsoptimiert ist. Wie möchten Sie denn Ihr Unternehmen in den kommenden Jahren sehen? Ganz vorne steht „Designed and Made in Germany“, aber im weltweiten Einsatz. Bei der Entwicklung und Produktion setzen wir daher ganz auf Kundenorientierung und Präzision. Das gibt unseren Kunden die Sicherheit von absoluter Innovation und Qualität aus Deutschland – daher auch unsere fünf Jahre Garantie, weltweit! Und natürlich werden wir wachsen. Wir befinden uns in einer Wachstumsbranche und wir haben Wachstumsprodukte. Es reicht uns schon lange nicht mehr, lokal unterwegs zu sein. Wir bedienen das Umsatzpotenzial der Welt, um die Investitionen in Qualität und Präzision wieder einzuspielen. Die Welt der Automatisierung ist in Bewegung. Wir wollen dabei ein wichtiger Impulsgeber für die Drehgeber-Technologie von heute und morgen sein. Und auch dort haben wir bereits weiter gedacht, aber das werde ich erst in ein paar Jahren erzählen wollen. Fotos: Wachendorff Automation GmbH & Co. KG www.wachendorff-automation.de www.antriebstechnik.de antriebstechnik 2019/05 11

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