Aufrufe
vor 1 Jahr

antriebstechnik 5/2015

antriebstechnik 5/2015

KETTEN, RIEMEN & CO. I

KETTEN, RIEMEN & CO. I SPECIAL Zuverlässig, wartungsarm und flexibel Zahnriemen sorgen für optimale Beförderung bei der induktiven Wärmebehandlung Rolf Marwede Die Vergütung von Stahlrohren mittels Induktion ist im Vergleich zur Wärmebehandlung in Öfen in mehrfacher Hinsicht vorteilhaft. Der Beförderung des Materials kommt dabei eine wichtige Rolle zu. Bei den Wärmebehandlungsanlagen von KBD Engineering kommen hierbei Zahnriemen der Contitech Power Transmission Group zum Einsatz. Rolf Marwede ist Segmentleiter Polyurethan- Riemen bei der ContiTech Power Transmission Group am Standort Dannenberg B ei der Wärmebehandlung werden Stahlrohre erhitzt und anschließend abgekühlt, um das Materialgefüge zu verändern. So können Härte, Zugfestigkeit und Zähigkeit beeinflusst werden, um je nach Einsatzgebiet – zum Beispiel Öl- oder Gasleitungen – optimale Werkstoffeigenschaften zu erreichen. Die abschließende Abschreckung, also das Herunterkühlen des Materials, sorgt dafür, dass die bei der Erhitzung entstandene Veränderung des Gefüges erhalten bleibt und sich über die komplette Länge des Werkstücks verteilt. Bei diesem Verfahren muss eine Vielzahl an Prozessparametern eingehalten werden, 62 antriebstechnik 5/2015

SPECIAL I KETTEN, RIEMEN & CO. Zahnriemen für die sichere Übertragung hoher Drehmomente bei niedrigen Drehzahlen was sich mit herkömmlichen Methoden wie gasbeheizten Öfen nur bedingt erzielen lässt. Anders verhält es sich bei der Wärmebehandlung durch Induktion: Die Rohre werden elektromagnetischen Wechselfeldern ausgesetzt, wobei elektrischer Strom induziert wird. Allein der Stromfluss bewirkt, dass sich das Metall erhitzt, eine Wärmeübertragung von außen findet nicht statt. Da diese Methode nicht nur genauer, sondern auch wesentlich energieeffizienter ist, hat sie die Wärmebehandlung in Öfen nahezu vollständig abgelöst. Flexibel und wartungsarm Wärmebehandlungsanlagen bestehen aus mehreren Bestandteilen, vom Beladesystem über die Härtestrecken bis hin zum Kühlbett. Sogenannte Rollgänge sorgen dabei für die Beförderung der Rohre, hierzu wird durch eine Generalwelle eine Vielzahl von Rollen angetrieben – die genaue Rollenanzahl hängt von der jeweiligen Anlage ab. Die Übersetzung erfolgt beispielsweise über Winkelgetriebe, bei denen konische Zahnräder zum Einsatz kommen. Die schräge Anordnung der Rollen bewirkt, dass nicht nur eine Förderbewegung stattfindet, sondern die Rohre dabei auch rotieren. Bei den Wärmebehandlungsanlagen von KBD Engineering, Köln, sind Generalwelle und Rollen über Contitech-Zahnrie men der Serie Synchrochain miteinander verbunden. Durch den Zahnriemenantrieb ergeben sich mehrere Vorteile: Die Winkel zwischen Welle und Rollen sind individuell einstellbar, dadurch lässt sich das Verhältnis von Förderbewegung und Rotation besser beeinflussen – im Gegensatz zum oben beschriebenen Prinzip, bei dem dieses Verhältnis stets gleich bleibt. Zudem minimiert sich der Wartungsaufwand, da keine Schmierung notwendig ist. Dadurch, dass Generalwelle und Rollen nicht unmittelbar, sondern über Zahnriemen miteinander verbunden sind, sinkt auch die Störanfälligkeit: Selbst, wenn ein Riemen ausfallen sollte, liefe die Anlage weiter – denn das Drehmoment der Welle wird nicht auf die Rolle übertragen. Belastung von 30 Tonnen pro Stunde Diese moderne Antriebslösung stellt hohe Anforderungen an die eingesetzten Zahnriemen. Die Wärmebehandlungsanlagen von KBD Engineering sind auf eine Kapazität von bis zu 30 Tonnen pro Stunde ausgelegt – das verdeutlicht, dass der Antrieb der Rollgänge hohe Kräfte erfordert, die von den Zahnriemen zuverlässig übertragen werden müssen. Da bei der Wärmebehandlung mittels Induktion Strom eingesetzt wird, dürfen sie darüber hinaus nicht leitfähig sein. „Wir haben KBD Engineering daher den Einsatz der Conti Synchrochain Zahnriemen empfohlen“, sagt Hans Plaßmann, der als Verkaufsleiter bei der Walter Rothermundt GmbH & Co. KG für Vertrieb und technische Kundenberatung verantwortlich zeichnet. „Die Zahnriemen aus Polyurethan erfüllen alle Anforderungen: Sie sind drehmomentstark, übertragen höchste Kräfte und leiten dank Aramidzugstrang keinen Strom“, fügt Plaßmann hinzu. „Diese Eigenschaften waren für uns entscheidend“ erklärt Alexander Demidko, Geschäftsführer von KBD Engineering. „Zudem haben uns die hohe Lebensdauer und die Wartungsfreiheit der Contitech-Zahnriemen überzeugt.“ Fotos: Aufmacher KBD Engineering, Bild Contitech www.contitech.de antriebstechnik 5/2015 63 Rotor-Clip.indd 1 06.02.2014 09:15:14

Aktuelle Ausgabe