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antriebstechnik 4/2019

antriebstechnik 4/2019

ELEKTROMOTOREN MICHAEL

ELEKTROMOTOREN MICHAEL BURGHARDT Leiter des Europäischen Produktmarketings bei Danfoss Drives in Offenbach In den heute verfügbaren elektronischen Motortypenschildern liegen die elektrischen und mechanischen Daten des Motors oft nur in proprietären Formaten vor. Ein offenes elektronisches Motortypenschild sollte jedoch eine autonome Kommunikation zwischen Motor und dem angeschlossenen Regler unabhängig von Herstellern ermöglichen. So kennt der Regler für die Inbetriebnahme bereits die Kerndaten des Motors und kann die Abstimmung automatisiert vornehmen. Besonders im Servicefall werden die Vorteile einer solchen Kommunikation sichtbar. Muss ein Motor getauscht werden, kann der Regler selbstständig prüfen, ob der neue Antrieb für die Anwendung geeignet ist. Hierbei können auch mechanische Aspekte, wie beispielsweise Getriebeübersetzungen, geprüft werden. Die Bereitstellung aller elektrischen und mechanischen Motordaten im offenen Typenschild, ermöglicht dem Anwender also eine herstellerunabhängige, automatisierte Inbetriebnahme. Das spart Zeit sowie Kosten und reduziert mögliche Fehlerquellen auf ein Minimum. MOTORTYPENSCHILD KONKRET NACHGEFRAGT FEHLERQUELLEN MINIMIEREN Damit einzelne Geräte im Netzwerkverbund optimal kommunizieren können und diese gleichzeitig schnell zu identifizieren sind, benötigt es bestimmter Standardisierungen und Kennzeichnungen. Welchen Nutzen hat daher ein offenes elektronisches Motortypenschild für den Maschinenbauer? HERSTELLER­ ÜBERGREIFENDE KOMMUNIKATION PROF. DR. JENS ONNO KRAH Laborleiter Regelungstechnik am Institut für Automatisierungstechnik (IA) an der TH Köln, Campus Deutz Schon länger besteht Einigkeit darin, dass Industrie 4.0 auch für die nächsten Jahre ein wichtiges Thema in der Automatisierung bleiben wird. Zumindest was die Kommunikation angeht, wird die Automatisierungspyramide interoperabel – unabhängig von den Herstellern der einzelnen Komponenten. In der Informationstechnik wird schon lange erwartet, dass Schnittstellen wie zum Beispiel USB oder die Kommunikation über Ethernet herstellerübergreifend funktionieren. Der Wettbewerb bei den einzelnen Komponenten sorgt für eine bessere Produktqualität bei gleichzeitig höherer Innovationsgeschwindigkeit. Entsprechend kann durch das offene elektronische Motortypenschild ein Maschinenbauer viel einfacher den in seiner Applikation optimalen Motor mit dem im Anwendungsfall optimalen Frequenzumrichter kombinieren. Unzureichend konfigurierte Antriebe erreichen in der Regel nicht den optimalen Wirkungsgrad, wodurch unnötig Energie verbraucht wird. Bezogen auf Industrie 4.0 kann über einen vernetzten Antrieb das Typenschild des physikalisch angeschlossenen Motors online ausgelesen werden. Darüber hinaus ist im Servicefall ein Experte, um die Parameter des Umrichters anzupassen, nicht mehr notwendig. 52 antriebstechnik 2019/04 www.antriebstechnik.de

vorne 1.13.0??.2XX 41×61mm 1.13.0??.4XX 41 × 83 mm hinten iStock © Wenjie Dong fast forward solutions DR. FLORIAN DREHER Entwicklung Motoren bei der Stöber Antriebstechnik GmbH & Co. KG in Pforzheim Im PC-Umfeld sind es die Anwender längst gewohnt, Produkte beliebiger Hersteller über standardisierte Schnittstellen schnell und unkompliziert zu verbinden. Sei es USB, Bluetooth usw. Ein offenes elektronisches Motortypenschild würde die Möglichkeit schaffen, Motoren beliebiger Hersteller schnell und unkompliziert an Antriebsreglern diverser Fabrikate in Betrieb zu nehmen. Damit erhält der Maschinenbauer eine neue Flexibilität in der Zusammenstellung seines Antriebssystems. Es gäbe nicht länger nur den Systembaukasten eines Anbieters, sondern eine riesige Auswahl an kompatiblen Komponenten sehr vieler Hersteller. Im Endeffekt bringt dies den Maschinenbauer näher an die beste Lösung für genau sein Problem. Weiterhin bekäme jeder Motor sein eigenes „Gedächtnis“, das sowohl beschrieben als auch gelesen werden könnte. Anwenderspezifische Daten könnten hinterlegt werden. Plötzlich hätte jeder Antrieb seinen individuellen digitalen Fingerabdruck, den der Anwender zum Beispiel zur Zuordnung, Wartung und Logistik seiner Systeme nutzen könnte. Aus Sicht der Firma Stöber bietet das offene elektronische Motortypenschild daher einen Mehrwert für den Kunden. Modular Mechatronic Drive Solutions | Unzählige vordefi nierte Varianten | Lösungen wie maßgeschneidert NÄHER ZUR BESTEN LÖSUNG Modulares System: | DC Motoren | Getriebe | Bremsen | Encoder bMotion Modular Mechatronic Drive Solutions www.buehlermotor.com

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