Aufrufe
vor 5 Monaten

antriebstechnik 4/2017

antriebstechnik 4/2017

WÄLZ- UND GLEITLAGER 04

WÄLZ- UND GLEITLAGER 04 Bruch des geteilten Gehäuses 05 Finite-Elemente-Analyse des geteilten Gehäuses geben. Ein Computer zeichnete die Belastungsdosen während des gesamten Tests auf, sodass sich die maximalen Belastungswerte bestimmen ließen. In jeder Belastungsrichtung wurden Wiederholungstests mit mehreren Prüflingen vorgenommen. Die Testergebnisse ergaben variable Ergebnisse sowohl in der Belastungshöhe als auch in der Position der Bruchstelle. So wies z. B. ein Gehäuse mit vier Schrauben drei verschiedene Versagenspositionen auf, wenn die Belastung in 180°-Richtung erfolgte. Die Befestigungsschrauben durch den Flansch des Unterteils mussten bei jedem Test unterstützt werden, um ihren Bruch zu vermeiden und stattdessen einen Bruch des Gehäuses zu forcieren. Selbst bei Verwendung von hochwertigen Schrauben der Festigkeitsstufe 9 war dies erforderlich. Die Methodik zur Analyse und Prüfung geteilter Gehäuse war ähnlich wie die für ungeteilte Gehäuse. Die Prüfungen zeigten, dass Gehäuse aus Gusseisen einen spröderen Versagensmodus mit geringer Deformierung vor dem eigentlichen Bruch aufwiesen. Die Bruchlasten waren aufgrund der unterschiedlichen Materialfestigkeit niedriger als bei Stahlguss. Sphärogussgehäuse zeigten eine größere Dehnung beim Bruch als Gehäuse aus Grauguss, die aber nicht so groß war wie bei Bauteilen aus Stahlguss. Testergebnisse für die Gehäusefestigkeit Die Methode zur Bestimmung der Gehäusebruchfestigkeit unterstützt Maschinenkonstrukteure und Endanwender bei der Entscheidungsfindung eines je Anwendungsanforderung adäquaten Timken-Gehäuses. Zudem konnte Timken mit dem Prüfverfahren neben der Festigkeit seiner Werkstoffe auch die besonderen Anwendungen, in denen die montierten Wälzlager und Gehäuse optimal arbeiten, bestimmen. Schätzwerte für die Gehäusefestigkeit konnten durch schlüssige Daten gestützt werden. Die Ausfallmodi können je nach Gussteilgeometrie, Gussteilwerkstoff und Gehäuseschraubengröße und -qualität variieren. Geteilte Gehäuse lassen sich leichter montieren und können die Gesamtkosten für die Montage reduzieren. Sie bieten jedoch nicht dieselbe Festigkeit wie vergleichbare einteilige ungeteilte Gehäuse. Die Festigkeitswerte ungeteilter Gehäuse aus Stahlguss übertreffen die Traglast der verbauten Lager, unabhängig von der Belastungsrichtung. Den Werten für die Gehäusefestigkeit ungeteilter Lager wurden minimale Materialeigenschaften zugrunde gelegt. Grauguss weist bei wechselnden Ausrichtungen eine geringere Lasttragfähigkeit auf als Sphäroguss. Gleichwohl Grauguss kostengünstiger als Gusseisen mit Kugelgraphit sein kann, stellt er für anspruchsvollere Anwendungen mit nicht-horizontal wirkenden Belastungen mitunter nicht die beste Lösung dar. Für geteilte Timken-Gehäuse wurden einfach anzuwendende Richtlinien bei sicheren Lasten entwickelt – wenn die Last nicht direkt auf das Unterteil einwirkt oder das Unterteil nicht unterstützt wird. Die sichere Last ist die empfohlene Maximallast, die ungeachtet der Belastungsrichtung auf das Gehäuse aufgebracht werden kann. In den Richtlinien für sichere Lasten für geteilte Gehäuse sind die Bruchfestigkeiten von Gehäuse und Gehäuseschrauben berücksichtigt. Für die Material-Bruchfestigkeit geteilter Gehäuse wird der Sicherheitsfaktor 5, für die Bruchfestigkeit der Gehäuseschrauben der Sicherheitsfaktor 3 verwendet. Für sicherheitskritische Anwendungen können zusätzliche Sicherheitsfaktoren angewandt werden. Die Werte für sichere Lasten gelten nur dann, wenn das Gehäuse ordnungsgemäß mit der Unterstruktur verbunden wurde und die Gehäuseschrauben mit dem korrekten Drehmoment angezogen wurden. Leicht verwertbare Daten Durch die Verwendung von FEA-Ergebnissen und solchen aus Praxis-Tests hat Timken eine Methodik zur Vorhersage der Gehäusefestigkeit geschaffen, ohne dass jede einzelne Einheit selbst getestet werden muss. Durch die Kombination aus hochentwickelter Modellierung und praktischer Erfahrung kann Timken Aussagen zur Gehäusefestigkeit seines Stehlager-Sortiments in Form von Richtwerten treffen – und damit leicht zugängliche und verwertbare Daten für die zunehmend anspruchsvolleren Anforderungen in der Schwerindustrie liefern. www.timken.de 28 antriebstechnik 4/2017

Vielfältige Lösungen mit Linearführungen Das umfangreiche Lieferprogramm von IBC hält für den Bereich Antriebstechnik viele Lösungen mit Linearführungen parat. Bei laufrollengeführten Systemen werden montagefreundliche Kombinationen von abgedichteten Laufwagen mit speziell profilierten Fest- und Loslager-Führungsschienen angeboten. Die Führungsschienen, die an ihren Enden aufeinander abgestimmt sind, können quasi in beliebigen Längen bezogen werden. Ein vielfältiges Programm an Teleskopführungsschienen erlaubt einerseits kompakte Lösungen mit kurzen Anschraublängen, andererseits auch Schwerlastauszüge von etwa 2 m Länge. Sicherung in der Endposition ist über federnde, einrastende Elemente optional möglich. Im Bereich Automation werden Kugelgewindetriebe für Verstellbewegungen eingesetzt. Der Hersteller bietet hierzu ein umfangreiches Programm von abgedichteten Einzellagern bis zu anschraubbaren Lösungen in Flansch- oder Stehlagerversion an. Insbesondere die kompakte Flanschversion mit Schraubenlöchern der Serie BSDF ist gefragt. www.ibc-waelzlager.com Kegelrollenlager im Fokus Das Unternehmen Timken präsentiert Ergänzungen seines Sortiments an Kegelrollenlagern. Neue Modelle gibt es z. B. bei den einreihigen Kegelrollenlagern und Lagerbausätzen in metrischen Größen. Optimierte Materialien, Oberflächen, Geometrien und Designs stehen für gute Laufruhe, höhere Tragzahlen, eine längere Lebensdauer und verbesserte Lagerkennzahlen. Auch das Angebot an Pendelrollenlagern und Wälzlager-Gehäuseeinheiten wurde erweitert. Die Revolvo-Quick-Fit-Serie mit Rollenlagern z. B. erleichtert den Einbau von geteilten Gehäuseeinheiten bei Anwendungen mit begrenztem Zugang. Das Design mit 45°-Teilung reduziert Montagezeiten deutlich. Ein neuer Schwerpunkt im Programm sind außerdem Elastomerkupplungen: Das Quick-Flex-System wurde für anspruchsvolle Aufgaben entwickelt. Die Kupplungen lassen sich einfach installieren und benötigen keine Schmierung. Der Polyurethaneinsatz kann ohne Demontage weiterer Teile ersetzt werden. www.timken.com [ ] ... was man kaum sieht Wälzlager mit vergrößerter, radialer Lagerluft Zusätzlich zu den verschiedensten Wälzlagern in Standardausführung hat Mädler jetzt auch Kugel- und Rollenlager in Ausführung C3 mit vergrößerter Lagerluft im Sortiment. Die Größe der Lagerluft ist keine Frage der Qualität, sondern muss zum Einsatzfall passen. Die meistverwendeten Wälzlager haben die normale Lagerluft. Wälzlager in Ausführung C3 haben eine größere radiale Lagerluft. Dadurch ergibt sich je nach Bauart des Lagers auch ein größeres axiales Lagerspiel. Das vergrößerte Radialspiel dient zum Ausgleich von großen Temperaturunterschieden zwischen Innen- und Außenring oder von Verformungen Anzeige C+M GmbH Vorster Heidweg 4 47661 Issum MULTI-SLIDE, SEVELUB +OERMOGREASE synth. Schmierfette + Spezialöle(mit u. ohne PTFE) Produkte rund um das Thema Wartung / Instandhaltung + nachhaltige Pflege Bei Bedarf auch spez. auf Ihre Maschinen abgestimmt Bei Fragen steht Ihnen unser Team gerne zur Verfügung Kontakt unter: +49(0)2835/95738 / info@cmgmbh.de bei großem Passungsübermaß. Das vergrößerte Axialspiel kann zum Ausgleich großer Toleranzen der umliegenden Bauteile genutzt werden. Damit können die Toleranzen von Einbauräumen, Lagersitzbreiten und Distanzbuchsen gröber gewählt und diese Bauteile kostengünstiger hergestellt werden. www.maedler.de C+M.indd 1 09.12.2016 10:19:08

Aktuelle Ausgabe