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antriebstechnik 3/2020

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antriebstechnik 3/2020

GETRIEBE UND

GETRIEBE UND GETRIEBEMOTOREN GETRIEBEREPARATUR SERVICE IN EISIGER HÖHE Der sichere und fortlaufende Betrieb der Liftanlagen ist für eine Skiregion von zentraler Bedeutung. Droht der Ausfall eines Skilifts durch einen technischen Defekt, muss rasch gehandelt werden. So geschehen im vergangenen Winter im Skigebiet Nendaz-Veysonnaz. Durch die schnelle Reparatur eines defekten Getriebes sorgte der Partner des Getriebeherstellers für die zügige Wiederaufnahme des Liftbetriebs. Andrea Balser ist Referentin Fachpresse bei der SEW-Eurodrive GmbH & Co KG in Bruchsal Nendaz-Veysonnaz gehört zum bekannten Wintersportgebiet 4 Vallées rund um den Mont-Fort im Kanton Wallis, südöstlich des Genfersees. Es ist das größte der Schweiz und bietet 412 km Pistenvergnügen für Ski- und Snowboardfahrer auf einer Höhe zwischen 821 und 3 300 m. Die Saison beginnt im Dezember und dauert – je nach Schneelage – bis April/Mai. Auf den 2 700 m hohen Greppon Blanc führen zwei Schlepplifte: der „Greppon Blanc 2“ ist ein Ankerlift, der „Greppon Blanc 1“ ein Tellerlift. In der Talstation dieses Liftes gab es im März 2019 einen technischen Defekt. ANALYSE IM SKIGEBIET Die Verantwortlichen der Betreibergesellschaft Nendaz-Veysonnaz Bergbahnen AG bemerkten am Abend un gewöhnliche Laufgeräusche sowie eine erhöhte Temperatur am Getriebe und informierten die Firma Baco AG aus Steffisburg bei Thun, die für den Service der Skilifte zuständig ist. Weil man weder die Sicherheit der Skifahrer noch eine längere Unterbrechung des Betriebs riskieren wollte, wurde die Alfred Imhof AG um eine rasche Analyse und Diagnose gebeten. Das Unternehmen vertritt in der Schweiz Produkte und Lösungen von SEW-Eurodrive und ist dort erster Ansprechpartner in Sachen Antriebstechnik. Bereits am nächsten Morgen trafen sich Spezialisten der Alfred Imhof AG zu einer Sitzung. Schnell war klar, dass vor Ort eine Schwingungsmessung, eine Ölanalyse, eine Thermografie und eine Endoskopie not wendig waren, um eine aussagekräftige Diagnose zu erstellen. Nachdem der Kunde die vorgeschlagenen Condition-Monitoring-Maßnahmen genehmigt hatte, machten sich zwei Servicetechniker noch am selben Tag auf den Weg nach Nendaz. Von dort wurden sie per Allradfahrzeug, Gondel und Snowmobil zu ihrem 16 antriebstechnik 2020/3 www.antriebstechnik.de

01 Die Techniker nahmen direkt vor Ort mehrere Prüfungen vor: Schwingungsmessung, Ölanalyse, Thermografie und Endoskopie DIE IDEE Einsatzort gebracht. Im Gepäck: spezielle Arbeitskleidung mit Kälteschutz und acht Koffer mit Spezialwerkzeug. Die beiden erfahrenen Techniker führten eine genaue Problem analyse durch. Der Befund lautete: Am Kegelritzel waren mehrere Zähne gebrochen und an der zweiten Verzahnungsstufe mehrere Zähne defekt. Aus Sicherheitsgründen durfte der Skilift seinen Betrieb vorerst nur noch eingeschränkt fortführen. UNTERSTÜTZUNG AUS DER LUFT Für die schnelle Behebung des Schadens gab es nur eine mögliche Lösung: die Reparatur mit Austausch der defekten Teile. Umgehend wurden die benötigten Ersatzteile in Finnland bestellt. Dort betreibt SEW-Eurodrive ein eigenes Werk für Industriegetriebe. Die Lieferung erfolgte aufgrund des hohen Zeitdrucks per Luftfracht. Aus logistischen und organisatorischen Gründen wurde die Reparatur bei der Alfred Imhof AG in Münchenstein bei Basel durchgeführt. Nach der fachgerechten Entsorgung von 99 l Getriebeöl baute der Kunde das 1,3 t schwere Getriebe gemeinsam mit dem Servicepartner des Seilbahnherstellers aus und flog es mit dem Helikopter zur Talstation in Siviez, einer Ortschaft der Gemeinde Nendaz. Von dort aus wurde das komplette Getriebe per Jeep und Anhänger zur Imhof AG nach Münchenstein transportiert. Die Reparatur erfolgte an den beiden darauffolgenden Tagen. Anschließend wurde das Getriebe zum Schutz vor Korrosion neu lackiert. Es folgten noch einige Funktionstests vor dem Rücktransport ins Skigebiet. Dort wurde das Getriebe wiederum per Helikopter zurück zum Skilift geflogen, wo es von NVRM-Mitarbeitern und den zwei Service- „Wenn der Begriff Service fällt, denkt man meistens an Reparatur- oder Wartungsarbeiten. Mit den Life Cycle Services bietet SEW-Eurodrive seinen Kunden jedoch ein breites Service- Portfolio für jede Phase im Anlagenlebenszyklus. Bei dem ausgefallenen Skilift kamen Condition-Monitoring- Leistungen innerhalb der Nutzungsphase zum tragen. Weitere Phasen der Life Cycle Services sind Orientierung, Planung & Engineering, Beschaffung & Lieferung, Installation & Inbetriebnahme und Modernisierung.“ Andrea Balser, Referentin Fachpresse, SEW-Eurodrive GmbH & Co KG VIDEO Ein Video zu diesem Serviceeinsatz finden Sie auf unserer Webseite unter: www.antriebstechnik.de/sew_0320

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