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antriebstechnik 3/2017

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MOTION, DRIVES AND

MOTION, DRIVES AND AUTOMATION I SPECIAL Doppeltes Duo zum Biegen So schützen Sicherheitsdämpfer Z-Achsen in Highspeed-Biegezellen Damit sich nur biegt, was auch wirklich gebogen werden soll, arbeiten zum Schutz der Z-Achsen in einer vollautomatischen Biegezelle robuste Sicherheitsdämpfer. Die Anlage, die auch kleine Stückzahlen wirtschaftlich produzieren kann, ist seit 2012 aufgrund ihres besonders dynamischen Antriebskonzeptes weltweit erfolgreich. Jedes Bauteil, das von der im oberösterreichischen Pasching nahe Linz ansässigen Trumpf Maschinen Austria GmbH + Co. KG in der Trubend Cell 7000 verwendet wird, muss strenge Qualitätskriterien erfüllen. In der vollautomatisierten Anlage, die minimale Kosten je Kantung, geringen Rüstaufwand und optimierten Materialfluss bietet, sind die Anforderungen an sichere Arbeitsabläufe besonders hoch. Die Konstrukteure der Highspeed-Biegezelle, die laut Herstellerangaben eine Produktivitätssteigerung um bis zu 300 % möglich macht und dabei die Energiekosten um bis zu 65 % senken kann, sind bei ihrer Arbeit auf „Nummer sicher“ gegangen. Für den Notstopp setzen sie bei der Ausrüstung des Fördersystems an beiden Enden des Förderbandes die Sicherheitsdämpfer von ACE aus der Tubus- Familie TC-S ein. Wie Rainer Horner aus dem technischen Einkauf von Trumpf sagt, haben sich diese Komponenten aufgrund der kleineren Baugröße und der höheren Energieaufnahme im Vergleich zu den von vielen anderen Herstellern verwendeten Gummipuffern durchgesetzt. Robert Timmerberg M. A., ist Fachjournalist in Düsseldorf Langlebig und kostengünstig Auch wenn Trumpf zur Erzielung der Prozess-Sicherheit dank einer kompletten 3D- Simulation mögliche Kollisionen in der Trubend Cell 7000 bereits im Vorfeld vermeidet, ist Vorsicht die Mutter der Porzellankiste. So sind die Sicherheitsdämpfer in den Endlagen der Biegezelle primär dafür vorgesehen, den Roboterarm zu schützen, der für das automatisierte Biegen der Kleinteile verantwortlich ist. Neben der reinen Schnelligkeit sticht bei dieser Anlage hervor, dass sie durch automatische Werkzeugwechsler eine besonders flexible Auftragsbearbeitung ermöglicht und durch die Offline-Programmierung fast keine Standzeiten kennt. Um dies dauerhaft zu gewähren, darf ihr Roboterarm – trotz aller simulierten Prozess-Sicherheit – nicht in die Endlagen verfahren, z. B. im Falle eines nicht vorhergesehenen Stromausfalls. Die Suche nach den für den entsprechenden Schutz geeigneten Maschinenelementen haben die Entwickler selbstständig in die Hand genommen. Dabei verfuhren sie nach dem Motto: Lieber genügend Zeit in die Recherche stecken, Die Sicherheitsdämpfer sind bei diesem Einsatz die ideale Lösung. Thorsten Kohnen, Produktmanager bei ACE in Langenfeld Zusätzlich zu den Standardprodukten der Tubus-Produktserie gibt es bei uns aber auf Anfrage noch eine Vielzahl an Spezialausführungen für kundenspezifische Einsatzfälle. Egal, ob als Anschlagdämpfer in Robotersystemen, Hubbegrenzer in Gabelstaplern, als Notstopper im allgemeinen Maschinen- und Anlagenbau oder in Fitnessgeräten eingesetzt, die Anwender profitieren zumeist auch noch von Schallreduktionen gegenüber vergleichbaren Lösungen. als sich mit einem minderwertigen Produkt zufrieden geben. Auf der Suche nach der Dämpfungslösung kam den Einkäufern und Konstrukteuren zugute, dass man 58 antriebstechnik 3/2017

SPECIAL I MOTION, DRIVES AND AUTOMATION 01 02 03 01 Trubend Cell 7000 ist ein kompaktes System für hoch dynamisches und wirtschaftliches Biegen von Kleinteilen Strukturkörper 02 Die TC-S-Baureihe der Tubus überzeugt durch Energieaufnahme in Bereichen zwischen 450 Nm bis zu 12 720 Nm 03 In der Bauform TC-S weisen die Strukturdämpfer das Dual-Konzept auf Befestigungsschraube sich in Zeiten des Internets schnell einen guten Überblick über vorliegende Produktangebote verschaffen kann. Aus der Fülle von Anbietern stach die ACE Stoßdämpfer GmbH heraus. Die Mitarbeiter von Trumpf waren angenehm überrascht über die Vielzahl der angebotenen Dämpfungsmöglichkeiten auf der ACE Homepage und die Möglichkeit, diese vorab zu berechnen. „Das half uns, zum einen unsere Strategie einer Entwicklung ohne viel Öffentlichkeit aufrechtzuerhalten. Zum anderen bestärkten uns die vielfältigen Lösungen und Produkte von ACE in dem Bewusstsein, auf der richtigen Fährte bezüglich eines optimalen Produktes zu sein“, so Einkäufer Rainer Horner aus Pasching. Wohl wissend, dass Industriestoßdämpfer zum Einsatz kommen sollten, wenn Massen schnell und punktgenau gebremst werden müssen, fiel die Entscheidung auf Tubus Sicherheitsdämpfer. Diese Maschinenelemente aus Co-Polyester Elastomer sind in der Lage, die gleichen Kräfte wie Industriestoßdämpfer von ACE abzubauen. Dabei wird allerdings ein Teil der auftretenden Energie im Gegensatz zu den Industriestoßdämpfern sofort abgebaut, während der andere Teil durch die Rückstellung des Körpers in seine Ursprungslage wieder abgegeben wird. Also weisen diese Sicherheitselemente zwar geringe Rückstellkräfte auf, helfen aber im direkten Vergleich, über 70 % der Anschaffungskosten von Industriestoßdämpfern einzusparen. Weitere Vorteile: Sie übertreffen die Lebensdauern von anderen Dämpfungen aus Urethan und die von Stahlfedern um ein Vielfaches, da z. B. ein Federbruch ausgeschlossen ist. Dual-Konzept wirkt gegen Verbiegen In diesem Fall entschied man sich aus den acht vorliegenden Bauarten der verschiedenen Tubus-Familien für die Typen mit der Bezeichnung TC74-76-S. Dabei handelt es sich um Sicherheitsdämpfer, die zuerst für Krananlagen entwickelt wurden und die mittlerweile in vielen anderen Bereichen auch Einsatz finden. Die für Krananlagen geforderte Federrate mit hoher Rückstellkraft wurde erreicht, weil ACE bei den genannten Tubus-Typen das sogenannte Dual-Konzept einsetzt. Dieses beschreibt die Konstruktion der Dämpferkörper, die aus zwei Bälgen bestehen und mit denen es gelingt, einen weichen und konstanten Kraftanstieg bei einem langen Hub zu erreichen. Dadurch lässt sich eine weitgehend konstante Federrate erzielen, ein Verhalten, das man mit einem einbalgigen Dämpfer nicht verzeichnen wird. Hinzu kommt, dass Kunden von dem verhältnismäßig langen Hub bei einer möglichst geringen Bauhöhe der Maschinenelemente profitieren. Das macht diese Lösung besonders vielseitig einsetzbar. So ermöglicht es die kleine, leichte Bauform der TC74-76-S, den 150 kg schweren und mit einer Schnelligkeit von 4 m/s bewegten Roboterarm der Trubend Cell 7000 im Fall der Fälle so abzufangen, dass keine Schäden an ihm oder der Gesamtkonstruktion entstehen. Im Gegensatz zu pneumatischen Brems- oder Dämpfungslösungen fallen bei den ACE Produkten zudem im laufenden Betrieb keine weiteren Kosten an, da sie weder Luft noch Strom verbrauchen. Auch das ist ein Grund, warum sich die Recherche von Trumpf gelohnt hat. Fotos: Aufmacher und 01: Trumpf Maschinen Austria GmbH + Co. KG; 02 + 03: ACE Stoßdämpfer GmbH www.ace-ace.com antriebstechnik 3/2017 59

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