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antriebstechnik 3/2017

antriebstechnik 3/2017

KOMPONENTEN UND SOFTWARE

KOMPONENTEN UND SOFTWARE Hybrid for Speed Steckverbinder überträgt Signale, Daten und Leistung über eine einzelne Leitung Maschinen und Anlagen mit jeweils eigenen Leitungen für Signale, Daten und Leistung zu versorgen, ist zeitaufwändig und kostenintensiv. Je komplexer die Regelungs- oder Steuerungsaufgaben, desto größer wird der Verkabelungsaufwand. Bei der Verkabelung von Servomotoren bieten Hybridsteckverbinder einen Ausweg – sie übertragen Signale, Daten und Leistung über nur eine einzige Leitung. Lesen Sie mehr. Die vielseitigen Hybridsteckverbinder sind mehr als die Summe ihrer Teile: Sie bieten eine neue Flexibilität in der Verkabelung hochautomatisierter Anlagen. Neben der etablierten Anwendung zur Verkabelung von Servomotoren eignen sich Hybridsteckverbinder für eine Vielzahl anspruchsvoller Aufgaben. Speziell für die serielle Verkabelung von Feldgeräten bietet Phoenix Contact robuste Hybridsteckverbinder in den Baugrößen M23 und jetzt auch M40. Hybridsteckverbinder für die serielle Verkabelung Bei frequenzgeregelten Antriebslösungen ist heute noch die sternförmige Verteilung vom Schaltschrank zum Motor üblich. Die Dipl.-Ing. (FH) Gerhard Liewer ist Produktmanager bei Phoenix Contact Connector Technology GmbH in Herrenberg serielle Verkabelung wurde bisher fast ausschließlich mithilfe von Bussystemen gelöst. Mit dem neuen M40-Hybridsteckverbinder und geeigneten Hybrid-Servo-Leitungen ist jetzt eine serielle Versorgung und Ansteuerung der Verbraucher mit Signalen, Daten und Leistung möglich. Dazu wird jedes Gerät in der Versorgungskette mit zwei Gerätesteckverbindern ausgestattet, von denen je einer mit Stift- und einer mit Buchsenkontakten bestückt wird. Die Steckverbinder basieren auf dem bekannten Servomotor- Steckverbinder und kombinieren entsprechende Kontakte zur Übertragung von Signalen, Daten und Leistung in einem Gehäuse. Damit eignet sich der M40-Hybridsteckverbinder für hohe Spannungen bis 630/850 Volt AC/DC sowie Ströme bis 70 A. Höhere Anlagenverfügbarkeit, geringere Kosten Die hybride Anschlusstechnik reduziert nicht nur den Platzbedarf am Gerät oder im Schaltschrank. Auch die Maschinen- und Anlagenverkabelung wird übersichtlicher, da nur noch eine einzige Leitung verlegt werden muss. Die daraus resultierenden schlankeren Kabelwege reduzieren zudem die Kosten für Trasse und Kabelkanal. Ein weiterer Vorteil der hybriden Anlagenverkabelung: Da bis zu zwei Drittel weniger Anschlüsse erforderlich sind, können Geräte, Maschinen und Anlagenteile einfacher in Betrieb genommen und gewartet werden. Viele Anlagen- und Maschinenbauer führen z. B. Vor-Inbetriebnahmen in der eigenen Fertigung durch. Nach erfolgreichem Abschluss dieser Tests müssen die Anlagen schnell und sicher abgebaut, verpackt, versandt und beim Endkunden wieder in Betrieb genommen werden. Hier profitieren Hersteller und Anwender besonders vom Schnellverriegelungssystem vom Typ Speedcon. Mit einer halben Drehung verriegelt das System den Kabelsteckverbinder zuverlässig mit seinem Gegenstück. So lassen sich Geräte mit nur zwei Handgriffen schnell und sicher anschließen. Der Einsatzbereich des neuen M40-Hybridsteckverbinders ist breit gefächert. Anwender können die einfache Drehstrom- 50 antriebstechnik 3/2017

KOMPONENTEN UND SOFTWARE 01 02 03 01 Schnellverriegelungssystem: verriegelt Kabel- und Gerätesteckverbinder mit nur einer halben Drehung 02 Platzvorteil: Runde Hybridsteckverbinder bauen kompakt und sparen damit viel Platz 03 Übertragung auf kleinstem Raum: Mit je vier Kontakten für Signale (oben links und rechts), Daten (Mitte) sowie Leistung (unten) und + PE (oben) ist der Hybridsteckverbinder flexibel einsetzbar Versorgung mit L1-L3, N, PE, Signalen und Daten bei 630 VAC ebenso realisieren wie die Gleichstrom-Versorgungen mit bis zu 850 VDC – z. B. für dezentrale Servoantriebe. Ein Fehlstecken wird verhindert – mechanisch durch vier verschiedene Kodierungen und optisch durch Gehäusemarkierungen mit Farbringen. Die standardisierte Baugröße M40 bietet bei gleicher Leistungsdichte signifikante Platzvorteile gegenüber den am Markt erhältlichen Rechtecksteckverbindern. Ob M23 oder M40 – unabhängig von der Baugröße kommen bei den robusten Hybridsteckverbindern von Phoenix Contact vierpolige Cat5-Elemente zur Datenübertragung zum Einsatz. Hiermit können nahezu alle gängigen Bussysteme sowie kundenspezifischen Datenschnittstellen verkabelt werden. Der integrierte Datenstecker ist mit 0,8-mm-Kontakten ausgeführt. Diese sind gegenüber den am Markt vorhandenen 0,6-mm-Kontakten nicht nur robuster – sie erlauben zudem eine einfache und sichere Konfektionierung. Ausführungen für zahlreiche Anwendungen Bei Anwendungen, die keine geschirmte Datenschnittstelle erfordern, kann das Cat5- Daten-Element durch ein 4-poliges ungeschirmtes Signal-Element ersetzt werden. Damit steht – bei ansonsten gleichen Leistungsmerkmalen der Leistungskontakte – ein Steckverbinder mit acht 1-mm-Signalkontakten zur Verfügung. Mit Strömen bis 8 A pro Kontakt und einem Aderquerschnitt bis 1,5 mm 2 lässt sich z. B. eine Steuerelektronik – bis hin zu Hardware-Abschaltungen – realisieren. Die Besonderheit der Signalkontakte: Aufgrund geeigneter Luft- und Kriechstrecken können selbst Versorgungsspannungen bis 500 VAC bereitgestellt werden. Sowohl auf der Kabel- als auch auf der Geräteseite stehen zahlreiche unterschied- liche Gehäusebauformen zur Verfügung. Auch applikationsspezifische Konfektionen bis hin zur kompletten Systemverkabelung sind jederzeit möglich. Die Anwender erhalten ab Werk geprüfte Leitungen selbst für hohe Leistungen und Datenraten. Die Automatisierungstechnik schreitet – gerade im Hinblick auf Industrie 4.0 – in schnellen Schritten voran. Dabei setzen alle großen Unternehmen der Automatisierungsbranche auf eine durchgängige Vernetzung ihrer Produkte auf der Steuerungsund Kommunikationsebene. Industrielle Anwendungen, Maschinen und Anlagen werden künftig immer häufiger mit intelligenten Steuereinheiten und Schnittstellen ausgestattet sein. Weil dies nahezu alle Bereiche der Automatisierung betrifft, eröffnet sich hier ein Anwendungsspektrum für die Hybridsteckverbinder der Größen M23 und M40. www.phoenixcontact.de M40-Hybridsteckverbinder – technische Daten n Polbilder: 4+4+4+PE sowie 8+4+PE n Betriebstemperatur: – 40 bis + 130 °C n Schirmung: 360° Außenschirmung sowie unabhängige Schirmung des Cat5-Daten-Elements n Verriegelung: Schnellverriegelung mit Speedcon n Vibrationsfestigkeit: bis 25 g n Schutzarten: IP66, IP67 und IP68, optional IP69k n Zubehör: Schutzkappen aus Metall und Kunststoff, Farbringe zur optischen Markierung n Approbationen: cUL in Vorbereitung n 2 × 2 Daten: 50 VAC/VDC, 3,6 A, 0,5 mm 2 , optional 4 × Signal: 50 VAC/VDC, 8 A, 1,0 mm 2 n 4 × Signal: 500 VAC/VDC, 8 A, 1,5 mm 2 n 4 × Leistung + PE: 630 VAC/850 VDC, 70 A, 16,0 mm 2 n Berührungsschutz auf der Buchsenseite n Alle Gehäuse können wahlweise mit Stift- oder Buchseneinsätzen bestückt werden antriebstechnik 3/2017 51

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