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antriebstechnik 3/2017

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LINEARTECHNIK Heben,

LINEARTECHNIK Heben, Senken, Fördern Zuverlässige Getriebe und Lineartechnik für leistungsstarke Hubsenkförderer Wie kommen Karosserien exakt von einem Fertigungspunkt zum nächsten? Um diese Frage zu beantworten, hat die Leantechnik AG in Kooperation mit der Firma Bleichert Automation einen Hubsenkförderer speziell für den Automobilbau entwickelt. Mit der flexiblen wie kompakten Konstruktion bringen die Unternehmen eine funktionsfähige Produktionseinheit aus Hubelementen, Antrieb, Stahlbau sowie Skid-Förderer auf den Markt. Sven Schürmann ist Mitarbeiter im Marketing bei der Leantechnik AG in Oberhausen 01 Um Karosserien so effizient wie möglich zu transportieren, wird beim Hubsenkförderer ein Skidsystem mit zwei Hubsäulen kombiniert 02 Der schlanke Stahlbau vom Hubsenkförderer ist flexibel auslegbar, spart Platz ein und verfährt schwere Lasten in Sekundenschnelle Eine der größten Herausforderungen im Karosseriebau ist die Handhabe und das Zusammenstellen der Bauteile am laufenden Band. Damit es während der Just-in-Sequence-Fertigung zu keinen Ausfällen auf der Montagestrecke kommt, sind schnelle wie robuste Systeme erforderlich – ausgestattet mit hoher Traglast und ausreichender Steifigkeit. Sollen dann noch größere Hubhöhen erreicht werden, bedarf es einer Konstruktion, die den in der Automobilfertigung auftretenden Kräften widersteht. „Denn davon hängt die Genauigkeit der Arbeit ab“, weiß Reinhard Meltsch, Konstruktionsleiter bei der Leantechnik AG in Oberhausen. Das Unternehmen bietet nicht nur die passenden Hubelemente, sondern löst gemeinsam mit seinen Kunden die anspruchsvollen Aufgaben, die sich bei Montage- und Handlingsprozessen inner- 22 antriebstechnik 3/2017

LINEARTECHNIK halb einer Produktion stellen. Auf Basis lineargeführter Zahnstangengetriebe konstruieren Reinhard Meltsch und sein Entwicklungsteam maßgeschneiderte Anlagen, die Horizontal- und Vertikalhübe auf mechanischer Basis miteinander kombinieren. „Als hochspezialisierter Anbieter gehen wir oftmals neue und bislang unbekannte Wege“, so Meltsch. Die jüngste Innovation in der Produktsparte Leantranspo ist ein Hubsenkförderer, bei dem die Karosserien auf einem Skid-System der Firma Bleichert Automation hochpräzise durch die Montage gefördert werden. Hubtisch trifft Skid-Förderer Für Reinhard Meltsch hat der Einsatz der Skidfördertechnik entscheidende Vorteile: „Der Skid, ein Schlitten aus Stahl, gewährleistet eine gleichmäßige Verteilung der Last und stellt eine sichere Verbindung zwischen der Karosserie und der Rollenbahn her.“ Aus diesem Grund hat sich die robuste Technik bereits in vielen industriellen Anwendungen beim Transport von schweren Werkstücken oder Baugruppen bewährt. Mit dem neuen Hubsenkförderer gehen Leantechnik und Bleichert Automation noch einen Schritt weiter. „Durch die Kombination mit unserem Hubsystem haben wir die optimale Lösung für den Transfer zwischen den einzelnen Arbeitsstationen geschaffen. Das System senkt, hebt und fördert“, erläutert Meltsch das Prinzip, das sich hinter der Konstruktion verbirgt. Zwei synchronisierte Hubsäulen bringen den Transportrahmen taktgenau zusammen mit der Karosserie in die erforderliche Position. „Die Bauteile wandern in perfekt abge- 03 Ausgestattet mit einer linear geführten Präzisionszahnstange sind die Lifgo 5-Getriebe die richtige Wahl für Anwendungen, die eine hohe Querkraftaufnahme und/oder eine hohe Positioniergenauigkeit erfordern stimmter Harmonie von einem Fertigungstakt zum nächsten“, wie der Konstruktionsleiter betont. Hubsenkförderer für mehr Präzision Der Hubsenkförderer verfährt die schweren Lasten in Sekundenschnelle. Für die präzise Positionierung der beladenen Skids sorgen zwei 5.3 Lifgo-Getriebe. Meltsch: „Diese Baugröße ist speziell für Anwendungen mit hohen Lasten konzipiert worden, wie sie bei Anlagen im Automobilbau auftreten. Durch die Vierfach-Rollenführung sowie die linear geführte Zahnstange hebt jedes Getriebe die Lasten auf ein hundertstel Millimeter genau.“ Damit ist gewährleistet, dass sich die Karosseriebauteile selbst bei hohen Geschwindigkeiten und auftretenden Querkräften mit hoher Positioniergenauigkeit verfahren lassen. Die drehsteife, formschlüssige und synchrone Verbindung zwischen den Getrieben wird durch das Einschieben einer Profilwelle hergestellt. Der Antrieb über einen Zentralmotor sorgt für den perfekten Parallellauf bei dem Zahnstangengetriebe und des gesamten Hubsenkförderers. Eine weitere Möglichkeit ist der Antrieb über eine Master-Slave-Lösung mit zwei Getriebemotoren. „Die Art der Steuerung ist wie die Baulänge und -höhe flexibel auslegbar“, sagt Meltsch. „Beides wird von uns an die jeweilige Anwendung und Platzverhältnisse angepasst“, so der Konstruktionsleiter. Anlagen nach Maß Individuell konstruierte Anlagen führt Leantechnik unter dem Namen Leantranspo. Den Kern jeder Entwicklung bilden die robusten Lifgosowie die für einfachere synchrone Hubbewegungen ausgelegten Lean SL-Getriebe. Mit den beiden Serien steht ein Baukastensystem mit insgesamt 18 belastbaren und langlebigen Getrieben in je drei Baugrößen zur Verfügung, die sich für variable Aufgaben innerhalb einer Applikation kombinieren lassen. Beide Varianten arbeiten mit einer lineargeführten Zahnstange. Lifgo 5 ist in vier Varianten erhältlich: Lifgo, Lifgo linear, Lifgo Doppel und Lifgo Linear Doppel. Diese stehen in den Baugrößen 5.0, 5.1 und 5.3 teilweise auch als Excenter-Version zur Verfügung und bilden eine Serie von Als hochspezialisierter Anbieter gehen wir oftmals neue und bislang unbekannte Wege. Reinhard Meltsch, Konstruktionsleiter, Leantechnik AG Unter dem Produktnamen Leantranspo bieten wir teilund funktionsfertige Anlagen für unterschiedliche Positionieraufgaben an. Den Kern jeder Anlage stellen unsere lineargeführten Zahnstangengetriebe Lifgo und Lean SL dar. Mit den beiden Serien bieten wir ein Baukastensystem mit insgesamt 18 belastbaren und langlebigen Getrieben. Die Getriebe stehen in je drei Baugrößen zur Verfügung und lassen sich für variable Aufgaben innerhalb einer Applikation kombinieren. zwölf Getrieben. Speziell für schwere Lasten konzipiert, ist die Getriebebaugröße 5.4. „Wie alle Lifgo-Getriebe wird sie höchsten Ansprüchen an Hubkraft, Geschwindigkeit und Präzision gerecht. Dank dem kompakten Gehäuse, allseitig geschlossen und unempfindlich gegenüber äußeren Einflüssen, ist den Getrieben zudem eine lange Lebensdauer garantiert“, weiß Meltsch. Faktoren, die auch bei dem Hubsenkförderer eine zentrale Rolle spielten. Da die Anlage sich sowohl schnell als auch flexibel bewegen soll, müssen alle Komponenten kompakt sein. „Dies macht das System zur idealen Lösung für Einsatzgebiete, wo Bauteile auf kleinen Bauraum bearbeitet werden müssen“, fasst Meltsch zusammen. Mit der Neuentwicklung ebnet Leantechnik Kunden aus dem Automobilbau den Weg für eine effizientere und prozessoptimierte Produktionsstraße. Gleichzeitig birgt der Hubsenkförderer das Potenzial für viele weitere Einsatzgebiete in der Elektronikindustrie, Lebensmittelverarbeitung oder Verpackungstechnik. www.leantechnik.de antriebstechnik 3/2017 23

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