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antriebstechnik 12/2018

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NEUE GESCHÄFTE MIT

NEUE GESCHÄFTE MIT ANTRIEB I SPECIAL „Kein Mainstream erkennbar“ Die vielen unterschiedlichen Branchen mit zum Teil sehr spezifischen Anforderungen lassen hinsichtlich der Geschäftsmodelle zurzeit noch keinen Mainstream erkennen. Aus unserer Sicht stellt die automatisierte Datendiagnose – Schaeffler ConditionAnalyzer genannt – einen Schlüssel für den breiten Einstieg in die Digitalisierung dar. Durch die entfallende manuelle Datendiagnose werden im Vergleich zu bisherigen Lösungen die Kosten der Überwachungslösung soweit reduziert, dass auch die Fernwartung von einfacheren Maschinen- und Aggregattypen wirtschaftlich sehr attraktiv wird. Maschinenbetreiber aber auch Instandhalter nutzen den Condition Analyzer in ihren Geschäftsmodellen als Ferndiagnose-Tool, um eine größere Vorwarnzeit, kürzere Ausfallzeiten und geringere Kosten zu realisieren. Der Trend auch in einfacheren Maschinen und Aggregaten Sensoren einzusetzen kommt diesem digitalen Service sehr entgegen. So bietet Schaeffler die betriebsfertige Überwachungslösung SmartQB, in der die automatisierte Datendiagnose inklusive Handlungsempfehlungen ebenfalls enthalten ist, für Elektromotoren, Pumpen und Lüfter an. Typische Einsatzgebiete finden sich bei diesen Antriebsaggregaten vor allem in der Fertigungs-, Zement-, Papier- und Stahlindustrie und der Wasserwirtschaft. Ein weiteres Geschäftsmodell besteht darin, die automatisierte Datendiagnose in eine Cloud-to-Cloud-Lösung zu integrieren, wie wir dies in Zusammenarbeit mit ZF Friedrichshafen für Windkraftgetriebe demonstrieren. Dort stellen wir für die ZF-Software zur Zustandsüberwachung der Windgetriebe vollautomatisiert berechnete Zustandsdiagnosen der Wälzlager auf Basis real gemessener Zustands- und Lastdaten zur Verfügung. Sascha Kellerhaus, Leiter Business Development im Geschäftsfeld Industrie 4.0, Schaeffler Technologies AG & Co. KG „Clevere Softwaretools für nützliche Infos“ Wo auch immer Antriebstechnik zum Einsatz kommt, sind besondere Anforderungen an den Service gestellt. Ein Beispiel aus der Praxis: Tritt ein Servicefall ein, weil es zu unvorhergesehenen Störungen oder im schlimmsten Fall sogar zum Totalausfall eines Motors oder eines kompletten Pumpensystems kommt, eröffnet sich dem Service-Team ein komplexes Szenario. Was ist passiert? Liegt es am Antrieb? Falls ja, wo ist dieser installiert? Wie lässt sich das Problem beheben? Habe ich die richtigen Ersatzteile dabei? So kann ein nicht betriebs fähiger Frequenzumrichter für das Wartungsteam zum extrem aufwändigen Ärgernis werden. Allein die Anreise zum fehlerhaften Gerät schlägt mit bis zu 50 % der Instandsetzungszeit zu Buche. Soweit muss es aber nicht kommen. Ist der Frequenzrumrichter als vernetztes Gerät in eine ganzheitliche IIoT-fähige Lösungsarchitektur wie EcoStruxure eingebettet, lassen sich aus den gewonnenen Felddaten mit Unterstützung cleverer Softwaretools nützliche Infos ableiten, per Ferndiagnose und Zustandsüberwachung Anomalien im Betrieb frühzeitig erkennen und auf Basis intelligent aufbereiteter Produktionsdaten gezieltere und proaktive Wartungs- und Geschäftsentscheidungen treffen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Die Anlagen-Performance wird dadurch langfristig deutlich gesteigert, was die Produktivität erhöht und die Betriebskosten senkt. Mit einem cloudbasierten Servicemodell hat der Hersteller, bzw. der Betreiber, immer den Status seines Antriebs im Blick und kann sich im Falle eines Ereignisses per SMS oder E-Mail mit Nennung der Antriebs-ID und -Lokalisierung benachrichtigen lassen. Ist der Fehler identifiziert bzw. die Fehlernummer bekannt, wird zur FAQ-Datenbank verlinkt, sodass sich das Problem mit kontextueller Hilfe schnell und komfortabel beheben lässt. Das Serviceteam muss nicht mehr zwingend vor Ort sein, um sich einen Überblick über die Vitalität und Performance des Antriebs zu verschaffen. Besuche und Instandhaltungsmaßnahmen lassen sich aus der Ferne planen. Niels Wessel, Product Manager Process Drives DACH, Schneider Electric GmbH 42 antriebstechnik 12/2018

IM NÄCHSTEN HEFT: 1-2/2019 ERSCHEINUNGSTERMIN: 05. 02. 2019 • ANZEIGENSCHLUSS: 21. 01. 2019 01 02 03 04 01 Das Beste aus Elektromechanik und Hydraulik in einer kompakten Einheit für den Tiefsee-Einsatz: Bosch Rexroth hat ein neues Konzept für Tiefsee-Aktuatoren, Subsea Valve Actuators (SVA) entwickelt, das SIL3 Sicherheit bietet und bis zu 75 % weniger Energie verbraucht. 02 Koyo liefert ein Großwälzlager mit 7,7 m Durchmesser für einen der größten Tunnel-Schildbohrmaschinen Japans. Selbst mit 7,7 m Durchmesser liegt die Rundlaufgenauigkeit bei nur 0,1 mm. Der direkte Weg im Internet: www.antriebstechnik.de als E-Paper: www.engineering-news.net Redaktion: d.schaar@vfmz.de WORLD OF INDUSTRIES: www.en.engineering-news.net 03 Dezentrale Servoantriebe vereinfachen den Aufbau komplexer Anlagen. Werden viele verteilte Einheiten aus Motor und Leistungsteil über ein Hybridkabel angesteuert, spart dies jede Menge Einzelleitungen. Ein Paradebeispiel sind Hautfeldnietanlagen für Flugzeugteile. 04 In der europäischen Maschinenrichtlinie 2006/42/EG ist der grundlegende Anspruch festgeschrieben, Personen vor Gefährdungen zu schützen, die von den beweglichen Teilen einer Maschine ausgehen können. Durch die Integration moderner Sicherheitstechnik lässt sich dieser Anspruch erfüllen. (Änderungen aus aktuellem Anlass vorbehalten) antriebstechnik 12/2018 43

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