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antriebstechnik 11/2016

antriebstechnik 11/2016

DAS HIGHLIGHT DES JAHRES

DAS HIGHLIGHT DES JAHRES SUMMERof 2016 SUMMER OF ENGINEERING ZU GAST BEI SCHNEIDER ELECTRIC VIDEO Was Industrie 4.0 für Schneider Electric bedeutet, erfahren Sie auch in unserem Video: http://bit.ly/SOE2016_schneider INNOVATION-SCOUTS AUF DER SPUR VON INDUSTRIE 4.0 Im Sommer 2016 ging unsere Redaktion auf Deutschland- Tour, um mehr über die vernetzte Produktion zu erfahren. Eine Station dieser Roadshow führte uns zum global Player Schneider Electric in Marktheidenfeld. Tauchen Sie mit uns ein in die Welt von Energiemanagement und Automation. SUMMER of ENGINEERING ist aber noch viel mehr. In unserem Blog und in unseren Social-MediaKanälen berichten wir über Ideen, Visionen und Umsetzungen in Sachen Industrie 4.0. Was sagen Experten? Welche Umsetzungen gibt es bereits? Was verstehen verschiedene Berufsgruppen unter diesem Thema? Wie wird sich die Arbeitswelt verändern? Welche konkreten Aufgaben sind zukünftig zu lösen? Lassen Sie sich von den Artikeln und Videos überraschen und inspirieren. Gerne dürfen Sie auch Ihren Kommentar hinterlassen oder uns einfach nur liken, posten und empfehlen. www.summer-of-engineering.de DIE DENKWEISE DES AUTOMATISIERERS ABLEGEN So hilft Schneider Electric Kunden bei der Umsetzung von Industrie 4.0 SUMMER OF ENGINEERING Dirk Schaar Schneider Electric ist globaler Spezialist für Energiemanagement und Automation – und damit auch für Industrie 4.0? Das wollte ich herausfinden und bin nach Marktheidenfeld gefahren. Wie also kann das Unternehmen seine Kunden konkret bei der Planung industrieller Anlagen unterstützen und die vernetzte Produktion Realität werden lassen? Die Digitalisierung ist in vollem Gange und die Industrie macht sich mehr und mehr die Vernetzung von Maschinen zu Nutze. Intelligente Kommunikationsbausteine bieten heute bereits neue Möglichkeiten der Datenerfassung und -auswertung, um Prozesse zu optimieren und Kosten zu sparen. Dies beinhaltet die gesamte Automatisierungstechnik, ebenso wie auch den digitalen Wandel in der Energieverteilung. Bei Schneider Electric kommt gleich beides zusammen, vereint man doch alle Disziplinen unter einem Dach. Marktheidenfeld, hier am Schneider Electric-Standort bin ich unterwegs auf den Spuren von Industrie 4.0. Denn auch hier verbindet sich in idealer Weise die Automatisierungstechnik mit den Themen aus der Energieverteilung, ist doch mitten im Spessart das internationale Headquarter für den Bereich Machine Solutions zuhause. Um herauszufinden, wie Industrie 4.0 schon im Unternehmen angekommen ist, treffe ich Jürgen Siefert, Vice President Industry OEM: „Wir haben schon im Jahr 1997 damit begonnen, erste Industrie-4.0-ready-Lösungen zu realisieren. So konnten wir damals mit dem Modbus TCP die Basis legen. Der offene Standard hat sich bis heute zu dem weltweit am meisten genutzten Ethernet- Protokoll entwickelt.“ Zur Jahrtausendwende besaßen also die SPSen bereits die ersten Ethernet-Module, über die Anlageninformationen in relationalen Datenbanken erfasst wurden. So war man einer der ersten Hersteller, der seine Steuerungen mit integrierten Web-Servern versehen hat. 2013 konnte mit der Markteinführung der Steuerung Modicon M580 ePAC Embedded Ethernet sogar bis in die Backplane erweitert werden. Auch befasst sich Schneider Electric seit fast 20 Jahren mit intelligenten, vernetzten Schaltanlagen 128 antriebstechnik 11/2016

01 Jürgen Siefert: „Schon seit 1997 haben wir Industrie-4.0-ready-Produkte.“ 02 Antonin Guez: „Für uns ist die enge Zusammenarbeit mit dem Kunden wichtig.“ 03 Thomas Matschke: „Easy-to-use heißt die Zukunft.“ 04 Michael Kuhnert: „Software wird in Zukunft das wichtigstes Industrie-4.0-Produkt sein.“ und dem Energiemonitoring. „Für uns ist nur der Begriff Industrie 4.0 neu. Und wenn man auf die Entwicklungen der vergangenen Jahre schaut, dann ist dieser aktuelle Trend für uns keine Revolution, sondern eine Evolution, die uns noch viele Jahre beschäftigen wird“, erklärt Antonin Guez, Vice President Partner Projects & Buildings und Kollege von Jürgen Siefert. MEHRWERTE SCHAFFEN Neben den schon lange realisierten Ethernet-basierten Lösungen steht für Schneider Electric vor allem die Vernetzung von Modulen, Produkten und Anlagen im Fokus. So soll der Anwender die Möglichkeit bekommen, wesentlich effizienter zu produzieren, aber auch Störungen und Probleme in seinen Prozessen früher zu erkennen. „Ziel ist es, mit Industrie-4.0-Ansätzen für den Kunde einen Mehrwert zu schaffen und es ihm in Zukunft zu ermöglichen, Vorgänge auszuwerten, die im bisher verwehrt blieben“, erklärt Jürgen Siefert. Um das zu erreichen, muss es zu einem kompletten Umdenken in den Unternehmen kommen. Nur so lässt sich Industrie 4.0 effizient machen und ein deutlicher Kostenvorteil erzielen. „Wir haben das bereits heute bei einigen Kunden realisiert. Ein gutes Beispiel stellt hier die Firma Mangelberger dar“, berichtet mir Michael Kuhnert, Director Sales & Marketing Industrie bei Schneider Electric. Die Mangelberger Elektrotechnik GmbH mit Sitz in Roth bei Nürnberg ist ein Lösungsanbieter für Gebäudeautomation mit Schwerpunkt in den Segmenten Retailer, Discounter und Fast-Food-Ketten. Eine Alleinstellung hat sich das Unternehmen insbesondere durch seine Dienstleistungen auf Basis selbst entwickelter Technologien für Internet-gestützte Fernwartung, Fernsteuerung, Energie- Management und Smartmetering erarbeitet. Der Elektro- und Schaltanlagenbau ist eine tragende Säule bei Mangelberger. Für das dezentrale Sammeln von Daten in einer Cloud und deren weitere Verwendung wird jede Schaltanlage mit einer in Eigenregie entwickelten Kommunikationstechnologie ausgestattet, welche die Verbrauchs-, Referenzierungs- und Zustandsdaten aus dem Schaltschrank im Feld im XML-Format an eine Cloud liefert. Von dort kann Mangelberger weltweit online z. B. Strom-Messwerte und andere Messgrößen für einzelne, in einem Objekt befindliche Verbraucher abrufen. Mehr als 5 000 mit der Technologie ausgerüstete Schaltanlagen-Systeme befinden sich bereits weltweit im Feld. „Zum Verteilen und Schalten von Energie kam nun Schneider Electric ins Spiel. In diesem Pilotprojekt möchten wir das Potenzial einer Industrie-4.0-Strategie in noch größerem Umfang ausschöpfen: Unser Ziel ist die automatisierte, robotergestützte Bestückung kompletter Schaltanlagen. Den Automatisierungs-Part übernehmen wir mit unserem umfassenden Programm für die Automatisierung kompletter Maschinen und Anlagen sowie mit unseren eigenen Engineering-Spezialisten“, berichtet Michael Kuhnert über das Projekt. Während bei Mangelberger eine Betrachtung der Gesamtstrategie von hoher Bedeutung ist, fangen viele Unternehmen an, zunächst nur in Teilbereichen ihrer Produktion zu optimieren. Auch das ist letztlich ein gangbarer Weg, denn eine fertige Industrie-4.0-Lösung erwartet heute noch kein Kunde vom Hersteller oder Zulieferer. Eher gehen die Erwartungen in die Richtung, dass beide Seiten die anstehenden Aufgaben gemeinsam im Angriff nehmen. Und so war es auch in Roth. „Bei Mangelberger hat man erkannt, dass Industrie 4.0 kein Selbstzweck ist, sondern notwendig, um auch in Zukunft wettbewerbsfähig zu bleiben“, weiß Michael Kuhnert. ALLIANZEN BILDEN Betrachtet man eine Studie der KfW, so wird man feststellen, dass erst 30 % der Unternehmen überhaupt in den Kinderschuhen von Industrie 4.0 angekommen sind. Daher steht es für Schneider Electric außer Frage, sich so früh wie möglich mit den zukünftigen Technologien auseinander zu setzen und mit Kunden oder auch Hochschulen Allianzen zu schließen. „Die Schlagzahl der Innovationen nimmt aber exponentiell zu. Mit Start-ups und kreativen antriebstechnik 11/2016 129

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