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antriebstechnik 11/2015

antriebstechnik 11/2015

ANTRIEBE 4.0 I SPECIAL

ANTRIEBE 4.0 I SPECIAL „Die Digitalisierung beeinflusst die Antriebstechnik merklich“ Inwiefern integrierte Antriebslösungen einen deutlichen Mehrwert für Anwender bieten Damit Unternehmen ihren gesamten Wertschöpfungsprozess digital unterstützen können, hat Siemens die Digital Enterprise Software Suite entwickelt. Im Interview spricht Achim Peltz, Leiter des Geschäftssegments General Motion Control bei der Siemens AG in Nürnberg, über die Wichtigkeit der Digitalisierung und erläutert, welchen Einfluss sie auf Antriebe 4.0 hat. Seit über zwei Jahren sprechen wir von Industrie 4.0. Was hat sich denn seitdem auf dem Markt getan? Die Diskussion um Industrie 4.0 hat in der Branche das Bewusstsein dafür geschärft, dass wir uns sowohl auf Seiten der Anwender als auch auf Seite der Anbieter mit der Digitalisierung auseinander setzen müssen. Das zeigt sich bspw. daran, dass uns Kunden zunehmend auf unsere Digital Enterprise Software Suite ansprechen. Insgesamt ist zu erkennen, dass die Diskussion konkreter wird. Die Unternehmen wollen genau wissen, wie sie ihre Time-to-Market verkürzen oder die Flexibilität und Effizienz ihrer Fertigung erhöhen können. Und was hat sich bei Thema Industrie 4.0 speziell bei Siemens getan? Wir haben mit der Digital Enterprise Software Suite ein umfassendes Angebot zusammengestellt, mit dem Unternehmen den Herausforderungen der Digitalisierung begegnen können. Diese ermöglicht es unseren Kunden u. a., ihren gesamten Wertschöpfungsprozess digital zu unterstützen. Mithilfe unserer leistungsstarken PLM-Software können die Unternehmen etwa neue Produkte komplett virtuell entwickeln und optimieren. Für den Bereich der realen Fertigungswelt haben wir in den letzten zwei Jahrzehnten sukzessiv das Konzept von Totally Integrated Automation (TIA) weiter für das effiziente Zusammenwirken aller Automatisierungskom ponenten auf- und ausgebaut. Das TIA Portal z. B. ermöglicht so bereits im Engineering signifikante Zeit- und Kosteneinsparungen. Aber auch bei industriellen Kommunikationsnetzwerken, Sicherheit in der Automati sierung und geschäftsspezifischen indu striellen Services sind wir engagiert und bieten zahlreiche Produkte und Dienstleistungen an. Betrifft das auch schon konkrete Produkte oder sind das noch grobe Planungen für die Zukunft? Das Digital Enterprise ist für uns längst keine Vision mehr. Mit unserem Portfolio zur Digitalisierung bieten wir unseren Kunden konkrete Produkte und Lösungen. Selbstverständlich werden wir unser Angebot weiterentwickeln. Die Digitalisierung ist eines der zentralen Handlungs- und Wachstumsfelder von Siemens. Wie sieht die Thematik denn beim Kunden aus. Fragt er bereits aktiv danach? Viele Kunden – übrigens nicht nur in Deutschland, sondern auch international – haben die Digitalisierung als Handlungsfeld erkannt. Wir sind mit vielen unserer Kunden in konkreten Gesprächen, wie man etwa das Potenzial von PLM-Software besser nutzen oder durchgängige digitale Prozessketten mithilfe unserer integrierten Lösungen realisieren kann. Kommen wir zu den Antrieben und Industrie 4.0. Wie sieht denn der Antrieb 4.0 konkret aus? Welchen Ansatz wählt Siemens hier auf technologischer Seite? Die Digitalisierung beeinflusst auch traditionelle Hardware-Themen der Antriebstechnik – wie etwa Frequenzumrichter – merklich. So spielen seit geraumer Zeit Soft- und Firmware eine zentrale Rolle bei der Entwicklung von Antriebskomponenten und deren Einsatz in der Praxis. Ein wesent licher Treiber ist der Trend zu immer spezifischeren Eigenschaften, die gezielt auf die Anforderungen von einzelnen Applikationen eingehen. Die Anwender 120 antriebstechnik 11/2015

SPECIAL I ANTRIEBE 4.0 möchten – mit anderen Worten – maßgeschneiderte Antriebslösungen. Unser Ansatz ist es, auf flexible Firmware zu setzen, um die Funktionalität der Hardware zu spezialisieren. Neben der Firmware gewinnt Software weiter an Bedeutung. Sie bestimmt zunehmend, wie Geräte applikationsspezifisch konfiguriert und im laufenden Betrieb gesteuert werden. Ein weiterer Aspekt ist, dass die Fertigungen der Kunden flexibler und smarter werden sollen. In den meisten Fällen heißt das, dass die Anforderungen an die Antriebstechnik steigen. Aus unserer Sicht erfordert diese Entwicklung eine stärkere Integration der Antriebstechnik, wie wir es z. B. mit unserem Integrated Drive Systems-Konzept verfolgen. Welche Rolle wird gerade die Antriebstechnik in diesem Kontext in Zukunft spielen – und warum? In der Produktion geht es in letzter Instanz immer um die Herstellung physikalischer Objekte. Am Ende jeder Prozesskette steht damit ein Bearbeitungs- oder Umformungsprozess. Die Antriebstechnik ist ebenso der Kern von immer benötigten Nebenprozessen wie etwa Pumpen, Lüftern oder fördertechnischen Anwendungen. Wir werden also immer auch Antriebstechnik in der Produktion benötigen. Dabei werden die Anwender zukünftig möglichst effiziente Komponenten verlangen. Die bereits beschriebene Verzahnung von Hardware mit Firmware und Software wird das ermöglichen und die Art, wie wir mit den Maschinen und Anlagen arbeiten, weiter verändern. Ihr System heißt IDS. Was kann es und welche Rolle möchten Sie damit im Markt spielen? Integrated Drive System (IDS) steht für eine größtmögliche Integration von Frequenzumrichtern, Motoren, Kupplungen und Getrieben sowie die Verknüpfung auf Kommunikations- und Informationsebene mit Totally Integrated Automation. Dabei behalten wir zudem stets den gesamten Lebenszyklus im Blick. Unser Ziel ist es, mit IDS Antriebskomponenten zu einem echten System zusammenzufügen, das einen deutlichen Mehrwert für die Anwender bietet. Konkret heißt das: Mit unseren integrierten Antriebslösungen können wir die Verfügbarkeit der Applikationen auf bis zu 99 % erhöhen und durch den Einsatz von Software und Services die Wartungskosten um bis zu 15 % reduzieren. Im Betrieb lassen sich zudem die Energieverbräuche spürbar verringern. In manchen Fällen konnten wir durch die Umstellung auf IDS die Energiekosten um rund ein Drittel senken. Durch die Projektierung der Antriebe mit unserem TIA-Portal lässt sich ferner die Engineering-Zeit verkürzen. Gerade vor dem Hintergrund der steigenden Komplexität der Anlagen und Applikationen sehen wir hier einen wichtigen Hebel. Aus Gesprächen mit unseren Kunden wissen wir, dass dieser nachweisbare Nutzen unseres IDS- Konzepts von den Anwendern als wich tiger Wettbewerbsvorteil wahrgenommen wird. Wir haben mit dem Fokus auf inte grierte Antriebssysteme eine richtige und wichtige Weichenstellung gesetzt, die im Markt als wegweisend gilt. www.siemens.com © creart.de Wir stellen aus: SPS | IPC | DRIVES 24. - 26.11.2015 Halle 1, Stand 210 Motoren nach Maß… Drehstrommotoren IP 55 IE 1, IE 2, IE 3 Permanentmagneterregte Drehstrommotoren Drehstrommotoren IP 23 Drehstrom- Schleifringläufermotoren Drehstrom-Servomotoren Frequenzregelbare Drehstrommotoren Wassergekühlte Drehstrommotoren Einphasenmotoren Fahr- und Hebezeugmotoren Flachmotoren Gleichstrommotoren IP 44/23s Positionierantriebe Reluktanzmotoren Schiffsmotoren Tauchmotoren Topfmotoren Außenläufermotoren EMOD Motoren GmbH · Elektromotorenfabrik Zur Kuppe 1 · 36364 Bad Salzschlirf · Germany Fon: +49664851-0 · Fax: +49664851-143 info@emod-motoren.de · www.emod-motoren.de …die treibende Kraft

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