Aufrufe
vor 1 Jahr

antriebstechnik 10/2017

antriebstechnik 10/2017

Schneller zum fertigen

Schneller zum fertigen Brötchen Servoantriebssystem ermöglicht weniger mechanischen Aufwand und kürzere Taktzeiten bei der Teigverarbeitung Um Brötchen in großer Produktvielfalt herstellen zu können und die unterschiedlichen Kundenanforderungen abzudecken, ist Modularität bei der Anlagenentwicklung gefragt. Wichtig hierfür ist eine flexible Antriebstechnik, mit der sich dynamische Vorgänge wirtschaftlich, kompakt und robust umsetzen lassen. Für das Stüpfeln, also die Formgebung der Brötchenteiglinge mittels Stempel oder Spezialmaschine, hat Siemens ein Servoantriebssystem geliefert, das kompakt, robust und wirtschaftlich ist. Dipl.-Ing. Bernd Lehmann ist Senior-Vertriebs beauftragter bei der Siemens AG in Chemnitz „Fachspezifisches Know-how ist eine der wichtigsten Kernkompetenzen von Traditionsunternehmen hier in Deutschland“, betont André Schwolow, Geschäftsführer und Inhaber von Trima Triebeser Maschinenbau in Triebes, Thüringen. Das 1887 gegründete Unternehmen ist nach einer bewegten Firmengeschichte heute wieder ein Familienunternehmen, welches auf die Entwicklung sowie den Bau von Maschinen und Anlagen zur Teigverarbeitung spezialisiert ist. „Unser Expansionskurs ist nicht zuletzt auch das Resultat unseres technologischen Fortschrittdenkens“, berichtet der Geschäftsführer. Eine der zentralen Strategien, die konsequent umgesetzt werden, ist bspw. die modulare Bauweise kompletter Teigverarbeitungsanlagen. Gerade Exportmärkte, die zu einem Großteil für den Erfolg von Trima verantwortlich sind, lassen sich so individuell und wirtschaftlich bedienen. Viel Erfahrung und Fachwissen steckt allein in der sogenannten Kopfmaschine, eine leistungsstarke Teigteil- und Wirkmaschine. Dort werden die Teiglinge gewichtsgenau portioniert und rundgewirkt als Ausgangsprodukt für die folgenden Anlagenmodule ausgegeben. Einer der Wettbewerbsvorteile von Trima ist bspw., „dass auch weiche Teige verarbeitet 36 antriebstechnik 10/2017

ELEKTROMOTOREN werden können, was viel prozesstechnisches Geschick erfordert“ erläutert André Schwolow. Moderne Antriebstechnik unterstützt modulare Strategie Jede Arbeitsstation besitzt eine eigene Simatic S7-1200 Steuerung von Siemens, die als Kompaktlösung optimal in das modulare Anlagenkonzept passt. Die Kommunikation der einzelnen Produktionsmodule funktioniert per Profinet – ausgehend von der Kopfmaschine. André Schwolow erklärt: „Im Zuge unserer Modularisierungsstrategie suchen wir konsequent nach Detaillösungen, die robust, wirtschaftlich sowie flexibel einsetzbar sind und sich gleichzeitig optimal in unsere Steuerungstopologie integrieren lassen.“ Dazu gehört die moderne Servo-Antriebslösung von Siemens, bestehend aus dem Frequenzumrichter Sinamics V90 und dem Synchronmotor Simotics S-1FL6. Mit ihr werden die portionierten Teiglinge in der Stüpfeleinheit mit dem jeweiligen Muster geprägt und weitertransportiert. Gerhard Fleischer, verantwortlich für die technische Realisierung bei Trima, erläutert: „Diese Antriebslösung ist kompakt, robust und wirtschaftlich.“ Damit liefert er gleich drei Gründe, weshalb die bisherige Lösung, bestehend aus Frequenzumrichter und Asynchronmotor mit Schrittgetriebe, substituiert wurde. „Mit der Antriebslösung konnten wir den bisherigen hohen mechanischen Aufwand deutlich reduzieren“, bestätigt André Schwolow. Seit Ende 2016, als die erste Anlage mit dem Sinamics V90 ausgeliefert wurde, sind das Stüpfeln sowie der Weitertransport zudem noch flexibler einstellbar und schneller als früher. Einfache Gesamtlösung – auch mit Profinet-Kommunikation Was prädestiniert nun den Sinamics V90 gerade für diese Art von Maschinen? Darauf gibt es viele Antworten. Der Frequenzumrichter bildet mit dem Simotics S-1FL6-Motor eine optimal aufeinander abgestimmte Antriebseinheit, was eine einfache Plug-&-Play-Inbetriebnahme ermöglicht. Aufgrund ihrer technologischen Eigenschaften ist die Lösung robust und dynamisch. Durch den integrierten Absolutwertgeber ist neben der Drehzahlund Drehmomentregelung auch ein Positionierbetrieb möglich. Zwei unterschiedliche Antriebsvarianten sorgen für die wirtschaftliche Einsatzbreite, nämlich als Impulsfolge-Version sowie mit Profinet-Kommunikation. Bei Trima entschieden sich die Verantwortlichen für die Profinet-Version, die es seit der Hannover Messe 2016 gibt und die seit Ende 2016 mit einer integrierten Lageregelung (EPos) ausgestattet ist. Für die einfache Inbetriebnahme und Projektierung der Antriebe liefert Siemens das Projektierungstool Sinamics V-Assistant. Über den USB-Anschluss lassen sich die Daten der ausgewählten Geräte direkt in den Frequenzumrichter spielen. Per „One-Button- Tuning“ ist ebenfalls eine schnelle Motoroptimierung möglich (Auto Servo Tuning). Leichte Integration in das Engineering Framework Der Sinamics V90 wird über eine GSD-Datei in das Engineering Framework „TIA Portal“ von Siemens eingebunden. Das Engineering der gesamten Maschine – angefangen von der Antriebstechnik

Aktuelle Ausgabe

Aktuelle Ausgabe