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antriebstechnik 10/2017

antriebstechnik 10/2017

Spindeltausch lohnt sich

Spindeltausch lohnt sich Getriebespezialist setzt auf die geteilte Werkzeugaufnahme Die zur Spindeleinheit gehörenden Aufnahmen für Werkzeuge unterliegen Verschleiß und müssen daher in gewissen Abständen erneuert werden. Um die damit verbundenen Kosten zu senken, rüstet ein Systemlieferant für Getriebesysteme die Werkzeugmaschinen in seinem slowakischen Werk sukzessive um. Die bisher überwiegend eingesetzten Spindeleinheiten mit integrierten Werkzeugaufnahmen werden von Weiss Spindeltechnologie durch eine austauschbare Ausführung ersetzt. Doppelkupplungsgetriebe sind in der Automobilindustrie aufgrund ihrer hohen Kraftstoffeffizienz und der flexiblen Einsetzbarkeit innerhalb weniger Jahre zu einer festen Größe im Markt automatischer Getriebe geworden. Ein Systemlieferant hat dies früh erkannt und stellt in seinem zur Firmengruppe gehörenden slowakischen Werk deshalb vor allem diese Getriebeart her, die auf unterschiedliche Raumanforderungen angepasst werden kann. Um die hohen Jahresproduktionen bewältigen zu können, setzt das Werk etwa 120 Werkzeugmaschinen unterschiedlicher Art und Ausprägung ein. Insbesondere in den Fertigungsabteilungen zur Herstellung Peter Klingauf ist freier Fachjournalist und Geschäftsführer der K+K-PR GmbH in Augsburg von Getriebegehäusen und Aluminiumteilen, die mit Minimalmengenschmierung bearbeitet werden, finden derzeit noch viele Bearbeitungszentren mit einteiligen Spindeleinheiten Anwendung. Solange die Werkzeugaufnahme in Ordnung ist, gibt es damit auch keine Probleme. Gefahren bei der Werkzeugaufnahme Diese unterliegt jedoch einem betriebsbedingten Verschleiß und ist zudem bei jedem Werkzeugwechsel der latenten Gefahr ausgesetzt, beschädigt zu werden. Da in diesem Produktionsbereich je nach Produkt Werkzeugwechsel im Minutentakt stattfinden, erhöhen sich der Verschleiß und das Defektrisiko automatisch. Folglich treten relativ häufig ungeplante Maschinenstillstände auf. Darüber hinaus machen sich durchschnittlich nach 9 000 Betriebsstun- den Probleme durch die normale Abnutzung bemerkbar. Hintergrund: Bei jedem Werkzeugwechsel besteht die Gefahr, dass leichte Spanund Schmutzablagerungen an den Schnittstellen zur Spindeleinheit eingeklemmt werden – genauer an der Planfläche und am Werkzeugkegel. Auf diese Weise werden die Oberflächen allmählich abgenutzt. Sind zu viele oder tiefe Beschädigungen vorhanden, lässt sich ein hochpräziser und wiederholgenauer Einzug des Werkzeugs nicht mehr gewährleisten. Daraus könnten Rundlauffehler oder Unwucht resultieren, die wiederum Qualitätseinbußen am Werkstück zur Folge haben. Reparaturkosten deutlich reduzieren Spätestens zu diesem Zeitpunkt ist eine Reparatur der Spindeleinheit erforderlich, 28 antriebstechnik 10/2017

GETRIEBE UND GETRIEBEMOTOREN ZAHNRAD | GETRIEBE | HÄRTEREI 01 Ein wichtiger Arbeitsschritt: Die Planfläche zum Aufsetzen der geteilten Werkzeugaufnahme wird hochpräzise geschliffen 02 Bei der geteilten Welle ist die Werkzeugaufnahme demontierbar Hochwertige Materialien, modernste Technologien und optimale Arbeitsprozesse sind die Basis unserer Arbeit. Sensibilität und Erfahrung das Geheimnis unseres Erfolgs. 03 Eine Spindeleinheit vor und nach dem Retrofit durch Service-Experten von Weiss und damit wird auch der Nachteil der Einteiligkeit deutlich. Denn konstruktionsbedingt muss nicht nur die Werkzeugaufnahme, sondern die gesamte Welle erneuert werden. In vielen Fällen ist sogar der Rotor des Spindelmotors fest auf die Welle geschrumpft und kann aus Qualitäts- und wirtschaftlichen Gesichtspunkten nicht weiter verwendet werden. „Die Kosten für die Reparatur einer Spindeleinheit mit einteiliger Welle liegen somit deutlich über denen einer vom Schadensumfang her vergleichbaren Spindel mit geteilter Welle“, erläutert Christian Kleinhenz, Serviceleiter bei Weiss Spindeltechnologie. Dessen bewusst, und da die Verantwortlichen des slowakischen Werks in anderen Maschinen gute Erfahrungen mit Weiss Spindeleinheiten gemacht haben, wandten sie sich an Serviceleiter Christian Kleinhenz und freuten sich über das Ergebnis der von ihm veranlassten Machbarkeitsstudie: Es ist möglich, die einteilige Werkzeugaufnahme im Rahmen der nächstfälligen Reparaturen durch eine zweiteilige zu ersetzen. Im Mai 2013 erfolgte der erste Umbau und seither geht es sukzessive weiter. Der Austausch ist jeweils einmalig um lediglich 30 % teurer und dauert unwesentlich länger als die bisherigen Wechsel. Dafür bekommt der Getriebespezialist von Weiss eine hochwertige, zweiteilige Werkzeugaufnahme. Ergänzend können die Spindelspezialisten die Spindeleinheiten je nach Typ mit weiteren technischen Features ausrüsten, z. B. Fettlebensdauer- oder Fettnachschmierung der Lager. Auch Sensoren lassen sich gegebenenfalls integrieren, die eine erweiterte Analyse der Betriebszustände ermöglichen. So reduziert sich der künftige Wartungsaufwand, die ermittelten Daten können zu Wartungszwecken ausgewertet werden, die Zuverlässigkeit im Dauereinsatz steigt und Folgereparaturen können weitaus kostengünstiger ausgeführt werden. Ergo: Die Investition amortisiert sich schnell. Gute Performance und Haltbarkeit Inzwischen hat Weiss 16 Spindeleinheiten umgerüstet. Ein Austausch der neuen Werkzeugaufnahmen war noch nicht notwendig. Bisher laufen alle Spindeleinheiten problemlos – die älteste bereits seit 13 500 Stunden. Daher sind die slowakischen Fertigungsprofis mit der Haltbarkeit und Performance mehr als zufrieden. Das liegt zum einen an den hochwertigen Komponenten, mit denen die Siemens- Tochter arbeitet. Zum anderen ermöglicht es das konstruktive Prinzip der geteilten Welle, die Spindeleinheiten kompakt aufzubauen, denn bei den meisten Spindeleinheiten können die Lager näher an den Krafteinleitungspunkt gebracht werden. Dadurch erhöht sich die statische Steifigkeit und die Eigenfrequenzen werden weit aus dem Drehzahlbereich verschoben. www.weissgmbh.de Video Wir sind TANDLER TANDLER Zahnrad- und Getriebefabrik GmbH & Co. KG Kornstraße 297- 301 D-28201 Bremen Fon: + 49 421 53 63 -6 Fax: + 49 421 53 63 -801 www.tandler.de

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