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antriebstechnik 10/2016

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MOTEK

MOTEK 2016 I SPECIAL Schublade auf – Werkstoff raus Linearführungsbaukasten bahnt den Weg für neue Designkonzepte Mit der Entwicklung neuartiger Hochleistungskunststoffe können Lineargleitlager heute gegenüber Kugelumlaufführungen in immer mehr Anwendungen zum Einsatz kommen. Um der Kreativität der Konstrukteure freien Lauf zu lassen, ist aus der Drylin W-Baureihe von Igus mit der Zeit durch Umsetzung von Kundenwünschen sowie der kontinuierlichen Erweiterung des Programms ein ganzes Baukastensystem entstanden. T ribologisch optimierte Hochleistungskunststoffe erlauben in Drylin Lineargleitlagern von Igus den Einsatz komplett ohne zusätzliche Schmierung. Als Gleitfolien zwischen Schiene und Schlitten sorgen sie für einen ruhigen und leichtgängigen Lauf, ohne dass sich Schmutzpartikel daran festsetzen können. Sie sind extrem sauber, widerstandsfähig, korrosionsfrei, leicht und kostengünstig. Aus dem Angebot unterschiedlichster Schienen- und Gleitfolienkombinationen können Konstrukteure ihre Lösungen ganz nach den individuellen Anforderungen aus den verschiedensten Schubladen des Baukastens zusammenstellen. Verschiedenste Schienenmaterialien Das Standardmaterial für Schienen aus dem Drylin-Baukasten ist hartanodisiertes Aluminium, das die besten Reibwerte in Kombination mit Iglidur Werkstoffen als Gegenlaufpartner erzielt. Für speziellere Anwendungsfälle bietet der Drylin W-Baukasten jedoch auch speziellere Werkstoffe wie z. B. Edelstahl, der chemikalien- oder salzwasserbeständig ist. Auf der Hannover Messe 2015 stellte Igus außerdem eine Linearführung mit einer Schiene komplett aus kohlefaserverstärktem Kunststoff vor. „Die Stärken des sogenannten Carbon liegen auf der Hand“, berichtet Stefan Niermann, Leiter des Geschäftsbereiches Drylin Linearund Antriebstechnik bei Igus. „Es ist extrem leicht, unmagnetisch und zeichnet sich durch eine hohe Steifigkeit aus.“ Für Anwendungen, wo diese Eigenschaften gefragt sind, beispielsweise in der Flugzeug- oder auch der Medizintechnik, bietet Igus somit nun die leichteste Linearführung der Welt in ihrer Größenordnung an. Sie ist für bis zu 2 000 mm Hub ausgelegt. Da die komplette Schiene aus Carbon besteht, ist die Gewichtsersparnis beachtlich. Werkstoff für jede Anwendung Für unterschiedliche Anwendungsfälle sind nicht nur verschiedene Schienenmaterialien, sondern auch verschiedene Kunststoffe als Gleitfolien nötig. So gibt es im Drylin W-Baukasten Schubladen mit fünf verschiedenen Iglidur-Werkstoffen. Z. B. den FDA-konformen Werkstoff Iglidur A180, den Dauerläufer auf Stahl- und Edelstahlwellen Iglidur E7 oder auch Iglidur X für extreme Temperaturen von - 100 bis + 250 °C. Dieser erzielt beste Reibwerte auf hartverchromten Stahl und erreicht die höchste Lebensdauer auf gehärtetem Edelstahl. Sämtliche Werkstoffe sind als leicht einzubauende Gleitfolien erhältlich, die einfach in die Gehäuselager eingeclipst werden können. Eine offene Geometrie und eine formschlüssige Axialsicherung erleichtern zudem die Montage und sichern den festen Halt der Folie im Gehäuse. Noch mehr Freiheiten Weitere Innovationen, wie z. B. Handklemmungen, runden den Baukasten von Drylin W ab. Hier kann der Schlitten einfach per Hand festgestellt werden. Diese simple Lösung lässt sich ebenfalls bei bereits bestehenden Systemen nachrüsten. Weitere Besonderheiten sind außergewöhnliche Konstruktionen. Zu den Produktneuheiten dieses Jahres innerhalb der Drylin W-Familie z. B. zählen u. a. auch Linearführungen, die kurvenförmige 76 antriebstechnik 10/2016

01 02 03 01 Drylin W Sonderlösung mit individueller Rasterung 02 So unterschiedlich wie der Baukasten groß ist, sind die Anwendungen – hier Säge in der Holzbearbeitung 03 Gleitfolien zwischen Schiene und Schlitten für ruhigen und leichtgängigen Lauf Verfahrwege ermöglichen. Das bahnt den Weg für völlig neue Designkonzepte. Die gebogenen Führungsschienen bestehen aus Aluminium und einer äußerst widerstandsfähigen, hartanodischen Beschichtung. Angepasste Schlitten realisieren dabei Kurvenfahrten ohne Verkanten und Verklemmen. Die Fahrerkabine einer Landmaschine ist ein gutes Beispiel, wie gebogene Führungsschienen bei Verstellungen von Monitoren, Sitzen und Armaturen die Flexibilität erhöhen können. Innerhalb bestimmter physikalischer Grenzen können Anwender ihren eigenen Biegeradius wählen und somit optimal in das Fahrerhaus einpassen. Das Besondere an dem Drylin W-Baukasten ist jedoch seit jeher, dass sich stets neue Schubladen auftun und neue Lösungen bieten. Z. B. ein Komplettsystem mit vorgebohrter Rasterung. Diese kann die optimale und schnelle Positionierung des Schlittens per Hand auf der Schiene ermöglichen. Eine Kugelrastung an der Unterseite des Schlittens sorgt dabei für die schrittweise Arretierung. Der Baukasten wird smart Igus geht in diesem Jahr einen weiteren Schritt mit dem Drylin W Linearbaukasten und zeigt auf der Messe Motek, welche Möglichkeiten sich durch die intelligente Vernetzung der Produkte ergeben. Diese vernetzten „smart plastics“ erweitern die Möglichkeiten zu vorausschauender Wartung, der so genannten Predictive Maintenance, und erhöhen so die Anlagenverfügbarkeit des Anwenders. Die intelligente Drylin Linearführung überwacht sich permanent selbst und warnt rechtzeitig vor Ausfall. Das Angebot mit dem Namen Isense besteht aus unterschiedlichen Sensoren und Überwachungsmodulen. Durch die Vernetzung mit dem Igus Communication Modul (Icom) erfolgt die direkte Integration in die Infrastruktur des Kunden. Isense ist in der Lage, die Lebensdauer der eingesetzten Linearführung zu überwachen. Durch permanente Zustandsmessungen und das Gegenrechnen mit den Parametern der Anlage sowie den tausenden Versuchsdaten aus dem Testlabor lässt sich auch im Realbetrieb das reibungslose Funktionieren zuverlässig vorhersagen. Werden Messwerte überschritten, melden die intelligenten Produkte frühzeitig die verbleibende Restlaufzeit, was eine geplante Wartung und Austausch ermöglicht. Optional lässt sich Isense an das Igus Datacenter anbinden und eröffnet dadurch weitere digitale Möglichkeiten: individuelle Lebensdauerberechnung und Optimierung von Geschäftsprozessen. Hierzu gehören beispielsweise Wartungsbeauftragung oder Ersatzteilbestellung. So werden durch die elektronische Intelligenz Wartungskosten noch weiter gesenkt und Anlagenverfügbarkeiten erhöht. www.igus.de DIE ACHSE. Wir bewegen. Stuttgart 10.– 13. Oktober 2016 MOTEK Halle 6 Stand 6501 www.hiwin.de/DieAchse antriebstechnik 10/2016 77 HIWIN.indd 1 15.08.2016 14:48:34

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