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antriebstechnik 1-2/2018

antriebstechnik 1-2/2018

WÄLZ- UND GLEITLAGER I

WÄLZ- UND GLEITLAGER I INTERVIEW „Entwicklungskompetenz ist das A und O“ Wie Gleitlager-Hersteller Oiles seinen Kunden umfassendes Technologie-Know-how bietet Die Realisierung langsamer Bewegungen unter hohen mechanischen Belastungen gilt als die große Domäne der selbstschmierenden Gleitlager von Oiles. Neben Fahrzeugbauern sind es daher vor allem Konstrukteure von Bau- und Sondermaschinen sowie Brücken- und Hydrotechnik, die auf diese wartungsfreien, verschleißarmen und umweltfreundlichen Maschinenelemente vertrauen. Aber auch Anlagenbauer anderer Branchen – etwa jene aus Windenergie und Materialhandling – entdecken die Vorteile der Kinematik- Komponenten. Holger Dietz, Teamleader Industry von Oiles Deutschland, erläutert, welche Faktoren und Trends die Gleitlager-Entwicklung derzeit maßgeblich bestimmen. Michael Stöcker ist freier Fachjournalist aus Darmstadt für Kiefer Media Consulting, Harxheim Herr Dietz, unter welchen Bedingungen macht es für einen Konstrukteur Sinn, über den Einsatz selbstschmierender Gleitlager nachzudenken? Wenn Sie eine langlebige und umweltfreundliche Lagerlösung für eine rotierende, oszillierende oder lineare Kinematik mit niedrigen Drehzahlen suchen, die hohen mechanischen Belastungen – zum Beispiel häufigen Schlaglasten – standhält und auch längere Stillstandzeiten verträgt, werden Sie im Bereich klassischer Wälzlager kaum geeignete Lösungen finden. Das ist vielmehr das Haupteinsatzgebiet unserer selbstschmierenden Gleitlager. Sie sind unter diesen Bedingungen nicht nur technisch, sondern auch kostenmäßig die bessere Wahl. Auch hinsichtlich der Kosten? Das dürfte ja vor allem die Einkäufer und Beschaffer interessieren… Richtig. Dabei muss man sich vor Augen halten, dass die meisten Gleitlager von Oiles für den wartungsfreien Langzeitbetrieb ausgelegt sind und keinerlei zusätzliche Schmierstoffzufuhr von außen benötigen. Gerade also in Maschinen und Anlagen, bei denen Wartung und Instandhaltung besonders relevante Kostenblöcke darstellen und jede Reparatur mit großem Aufwand verbunden wäre, erweisen sich selbstschmierende Gleitlager als ideale Lösung. Wichtig ist es daher, die gesamten Lifetime-Kosten im Blick zu behalten, und nicht nur den reinen Anschaffungspreis einer Komponente. Können Sie dafür einige konkrete Beispiele anführen? Denken Sie nur an On- und Offshore- Windkraftanlagen, an Brücken und Schleusenanlagen oder an Wasserkraftturbinen. Hier gibt es eine Fülle von Applikationen, in denen der Einsatz ungeeigneter Lager und der Zusatzaufwand für die Wartung externer Schmierstoff-Versorgungssysteme die Instandhaltungskosten so weit nach oben treiben würden, dass die gesamte Wirtschaftlichkeit der Anlagen infrage steht. Die fundamentale Frage, mit welchen Lagern sich die Zuverlässigkeit eines Systems verbessern und der Kostenaufwand für die Instandhaltung dauerhaft minimieren lässt, beschäftigt aber auch viele Hersteller anderer Industriezweige. An welche Branchen denken Sie dabei vorrangig? Wachsendes Interesse an selbstschmierenden Gleitlagern beobachten wir derzeit zum Beispiel bei Kompressor- und Pumpenherstellern sowie im Kraftwerks- und Chemieanlagenbau oder auch in der Schienenfahrzeug- und Reifenindustrie. In den letzten Jahren hat Oiles für viele Unternehmen dieser Branchen bereits erfolgreich leistungsfähige Gleitlager-Lösungen entwickelt. Welche Faktoren stehen bei der Entwicklung von Gleitlagern mit integrierten Schmierstoffreservoirs im Mittelpunkt? Den Point of Departure einer jeden Gleitlager-Entwicklung bilden meist die konkreten Anforderungen der jeweiligen Anwendung. Davon ausgehend fließt dann Know-how aus vielen verschiedenen Fachgebieten mit in die Entwicklung ein – das betrifft Kinematik und Werkstoffkunde und vor allem unser Kernthema Tribologie. Oiles verfügt in all diesen Bereichen über weitreichendes Know-how und kann einen Erfahrungsschatz aus zahlreichen Anwendungsfällen unterschiedlichster Einsatzgebiete nutzen. 12 antriebstechnik 1-2/2018

INTERVIEW I WÄLZ- UND GLEITLAGER Worauf konkret basiert diese Entwicklungskompetenz von Oiles? Durch unser Applikations- und Tribologie-Know-how sind wir ein gefragter Partner für die Realisierung kundenspezifischer Sonderlösungen, die wir in Losgrößen ab einem Stück produzieren. Holger Dietz, Teamleader Industry, Oiles Deutschland Seit der Gründung 1952 hat Oiles Millionen von Gleitlagern in vielen verschiedenen Ausführungen in ganz unterschiedliche Märkte geliefert. Daraus sind über 2 500 Patente entstanden und mehr als 740 Handelsmarken. Als heute führender Hersteller selbstschmierender Gleitlager hat das Unternehmen Produktionswerke rund um den Globus sowie zahlreiche Tochtergesellschaften und Vertriebsstandorte. Die Kunden in Europa betreuen wir seit 1978 von der deutschen Niederlassung in Ober-Mörlen bei Frankfurt a. M. aus. Entscheidend ist, dass ein sehr großer Teil der weltweit über 2 500 Mitarbeiter im Bereich Research & Development tätig ist, und sich mit der Entwicklung neuer und der Weiterentwicklung bestehender Gleitlager-Lösungen und -Werkstoffe befasst. Dabei ist es eine feste strategische Größe des Unternehmens, jedes Jahr einen signifikanten Teil des Umsatzes in Forschung und Entwicklung zu investieren. Davon profitieren auch wir in der deutschen Niederlassung – ebenso wie von den R&D- Ergebnissen, die uns regelmäßig aus der Konzernzentrale in Tokio erreichen. Und wie stellen Sie sicher, dass die in Tokio gewonnenen Erkenntnisse bei den Kunden in Europa ankommen? In Tokio verfügt Oiles nicht nur über vielfältiges Hightech-Equipment zur PENDELROLLENLAGER- EINHEITEN Die Alternative zu geteilten Stehlagern Die einbaufertigen und montagefreundlichen Pendelrollenlagereinheiten des renommierten Herstellers FYH – auch bekannt als Baureihe SRU (Spherical Roller Unit) – wirken winkelfehlerausgleichend, bieten einen hohen Drehzahlbereich und gewährleisten extrem hohe Haltekräfte auf der Welle. • Auch als Vierlochflansch (F, FC) und Spannrahmenlager (T) lieferbar • Bauraumreduktion durch extrem hohe Tragzahlen möglich • Neues Dichtungssystem erlaubt Fluchtungsfehler von +/-2° • Integrierte Spannhülse kann hohe Axialkräfte aufnehmen e treme findling.com/sru Findling Wälzlager GmbH, Schoemperlenstr. 12, 76185 Karlsruhe, Telefon: +49 721 55999-0, E-Mail: sales@findling.com www.findling.com

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