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antriebstechnik 1-2/2017

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FVA AKTUELL I INTERVIEW

FVA AKTUELL I INTERVIEW „Großes Interesse der Industrie“ FVA verleiht Florian Dobler den Hans-Winter-Preis – ein Interview Im Rahmen der FVA-Infotagung Ende November 2016 in Würzburg wurde Dipl.-Ing. Florian Dobler von der Forschungsstelle für Zahnräder und Getriebebau der TU München (FZG), der Hans-Winter-Preis der Forschungsvereinigung Antriebstechnik e.V. verliehen. Chefredakteur Dirk Schaar wollte wissen, welchen Stellenwert die Auszeichnung für den Preisträger hat. Herr Dobler, was bedeutet für Sie die Verleihung des Hans-Winter-Preises? Die Verleihung, für die von mir durchgeführten Forschungsarbeiten zum Thema der Tragfähigkeit induktiv umlaufgehärteter Zahnräder, hat für mich einen sehr hohen Stellenwert. Der Preis wird ja auf Basis der Bewertung des Vortrages sowie den ermittelten Forschungsergebnissen im Rahmen der FVA-Informationstagung verliehen. Somit sind nahezu alle Firmen der deutschen Antriebstechnik vertreten. Die Auszeichnung zeigt somit das große Interesse der Industrie an dieser Thematik. Als Mitarbeiter an der FZG, deren Ordinarius Prof. Hans Winter lange Zeit war, freut es mich natürlich zudem besonders, den nach ihm benannten Preis verliehen bekommen zu haben. Ich sehe die Verleihung jedoch als Ehrung aller am Projekt beteiligten Personen an. Was genau haben Sie erforscht? In diesem Projekt wurden in Zusammenarbeit mit der Stiftung Institut für Werkstofftechnik (IWT) in Bremen verschiedene Einflussgrößen auf die Tragfähigkeit induktiv umlaufgehärteter Verzahnungen untersucht. Hierzu wurden die Versuchsverzahnungen zunächst am IWT und bei der Firma EMAG Eldec Induction GmbH mit modernen induktiven Mehrfrequenzhärteanlagen wärmebehandelt. Die Untersuchungsschwerpunkte lagen sowohl auf der Ermittlung geeigneter Parameter zur Wärmebehandlung als auch auf der Untersuchung des Festigkeits- beziehungsweise Tragfähigkeitsverhalten von Zahnflanke und Zahnfuß in Abhängigkeit maßgebender Bauteileigenschaften. Wie tragen Ihre Ergebnisse dazu bei, die Antriebstechnik in der Praxis effizienter zu machen? Die Erkenntnisse liefern einen wichtigen Beitrag, um die induktive Umlaufhärtung in naher Zukunft auch für die Wärmebehandlung von hochbeanspruchten Zahnrädern einzusetzen. Auf Grund des geringen Zeit- sowie Energiebedarfs ist die induktive Umlaufhärtung prädestiniert für den Einsatz in der Großserienfertigung, wie z. B. in der Automobilindustrie, da hierbei Durchlaufzeiten in der Produktion im Sinne einer „One-Piece-Flow“-Strategie signifikant verringert werden können. Auf Grund des deutlich geringeren Energiebedarfs im Vergleich zu anderen Wärmebehandlungsverfahren, wie z. B. der Einsatzhärtung, sehe ich neben der Effizienzsteigerung auch einen deutlichen Vorteil unter dem Gesichtspunkt einer ressourcenschonenden Produktion. Gibt es schon Anwendungen, in denen Ihre Ergebnisse zum Tragen kommen? Eine konkrete Umsetzung der Ergebnisse in der industriellen Anwendung für Bauteile mit hohen Anforderungen an die Leistungsübertragung ist mir noch nicht bekannt. Bisher werden induktiv gehärtete Verzahnungen vor allem für Steuerungs- und Stellantriebe ohne hohe Anforderungen an die Leistungsübertragung eingesetzt. Bei einigen namhaften Getriebeherstellern laufen jedoch bereits eigene Untersuchungen, die klären sollen, ob die induktive Umlaufhärtung vorteilhaft für leistungsübertragende Verzahnungen eingesetzt werden kann. Die Ergebnisse des Forschungsvorhabens zeigen, dass bei einer geeigneten Wärmebehandlung die Tragfähigkeit induktiv umlaufgehärteter Verzahnungen mit der Tragfähigkeit von einsatzgehärteten Verzahnungen vergleichbar ist. Wo sehen Sie weiteren Forschungsbedarf? Den sehe ich insbesondere unter zwei Aspekten: Zum einen konnte im Rahmen des abgeschlossenen Forschungsvorhabens nicht abschließend geklärt werden, welche Anforderungen an eine konturnahe und somit beanspruchungsgerechte induktive Umlaufhärtung gestellt werden müssen. Wir konnten feststellen, dass die Tragfähigkeit signifikant von der lokalen Beanspruchbarkeit des Bauteils abhängt, welche maßgeblich durch die lokale Härte sowie den lokal vorliegenden Eigenspannungszustand definiert wird. In einem weiteren geplanten Forschungsvorhaben soll genau dieser Aspekt näher betrachtet werden. Zum anderen ist für den Einsatz dieses Wärmebehandlungsverfahrens, insbesondere unter dem Gesichtspunkt der Anwendung in der Automobilindustrie, von signifikanter Bedeutung, Schrägverzahnungen prozesssicher härten zu können. Auch hierzu sollen in einem geplanten Forschungsvorhaben Untersuchungen erfolgen, welche Aussagen hinsichtlich einer geeigneten Prozessführung bei der Wärmebehandlung als auch hinsichtlich einer, für die induktive Wärmebehandlung geeigneten, Bauteilgeometrie, liefern sollen. z 8 antriebstechnik 1-2/2017

MAGAZIN Schaeffler eröffnet Engineering Center für Lineartechnik in Homburg Ein neues Engineering Center hat Schaeffler in Homburg/Saar eröffnet. Dort werden die Lineartechnik-Aktivitäten und die Leitung des Geschäftsbereichs Industrial Automation/Lineartechnik gebündelt. Die Investition in den Neubau belief sich Unternehmensangaben zufolge auf rund 4 Mio. EUR. Das Gebäude mit 2 400 m 2 Fläche beherbergt Arbeitsplätze für 150 Mitarbeiter. Das Bürokonzept soll die Kommunikation der Mitarbeiter untereinander vereinfachen. Die Arbeitsplätze sind prozessorientiert angeordnet. So können projektbezogene, interdisziplinäre Teams ohne räumliche Distanz an gemeinsamen Arbeitspaketen arbeiten. Die Nähe des Engineering Centers zur Lineartechnik- Produktion am Standort Homburg soll die Zusammenarbeit von Entwicklung, Vertrieb und Fertigung intensivieren. Nach einer Bauzeit von rund einem Jahr zogen die ersten Mitarbeiter zum Jahresende 2016 ein. www.schaeffler.com 6. Getpro-Getriebeproduktionskongress in Würzburg Am 28. und 29. März findet in Würzburg der 6. Getriebeproduktionskongress Getpro statt. Der Kongress liefert mit 45 Fachvorträgen und 30 erwarteten Ausstellern einen Überblick über die aktuell relevanten Themen der Getriebefertigung und -montage. Zum Kongress werden 300 Teilnehmer erwartet. Der Reiz der Veranstaltung liegt darin, dass sich Hersteller von Getrieben ein ganzheitliches Bild über Technologietrends in einer sehr kurzen Zeit auf hohem Niveau machen können. Spitzenreferenten aus der Antriebstechnik präsentieren auf dem Kongress neue Ergebnisse aus der Forschung sowie Erfahrungswerte aus der industriellen Praxis. Der Kongress ist insbesondere für Entscheidungsträger aus der Produktion und Entwicklung interessant. Denn es geht darum, das Potenzial zu heben, das sich im Zusammenspiel zwischen Prozess und Technologie zeigt. Als Bindeglied zwischen Hochschulforschung und Industrie vernetzt die Veranstaltung auch branchenübergreifend Experten aus dem Umfeld der Getriebeproduktion und fördert darüber hinaus den direkten Dialog. Detaillierte Informationen zum Veranstaltungsprogramm finden Sie im Internet. NEU JHS-3i Gehäuselager 1 Optimiertes Design Keine Vibration 30% stabiler 7% leichter 3i = 3 wichtige Verbesserungen 2 Neues Dichtungs- design Verlängerte Lager lebensdauer (Faktor 2) Optimiert für verbesserte Fettformulierung 3 Verbesserte Lithiumfett Formulierung Für höhere Belastung und ausgezeichnete mechanische Stabilität Verbesserte Hochdruckzusätze Wasserbeständig und sehr gute Korrosionsschutzwirkung www.getpro.de KOYO Deutschland GMBH Bargkoppelweg 4 22145 HAMBURG + 49 (0)40 679 0900 info-eu@jtekt.com www.koyo.eu

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